Leinsamen, BfR

Leinsamen: BfR warnt vor Blausäure – Kleinkinder nur 4g täglich

19.06.2026 - 19:54:11 | boerse-global.de

Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor Blausäure in Leinsamen. Schon geringe Mengen können für Kleinkinder gefährlich sein.

BfR warnt: Blausäure in Leinsamen gefährdet Kleinkinder
Leinsamen - Eine kleine Kinderhand greift nach einer Schale mit Leinsamen, im Hintergrund ist ein unscharfes Warnetikett zu sehen. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt in einer aktuellen Bewertung vor der Freisetzung von Blausäure. Besonders Kleinkinder sind betroffen.

Der natürliche Inhaltsstoff kommt auch in Mandeln und Aprikosenkernen vor. Bei Überdosierung drohen akute Vergiftungserscheinungen. Für einen Erwachsenen liegt die tödliche Dosis bei etwa 50 Milligramm.

Grenzwerte und Referenzdosen

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Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine akute Referenzdosis (ARfD) von 20 Mikrogramm Cyanid pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Seit 2022 gelten in der EU verbindliche Höchstgehalte für Blausäure in Lebensmitteln.

Die Werte unterscheiden sich je nach Produkt deutlich:

  • Mandeln: 35 mg/kg
  • Aprikosenkerne: 20 mg/kg
  • Leinsamen: 150 mg/kg

Der höhere Grenzwert für Leinsamen ergibt sich aus der üblichen Verzehrmenge und Bioverfügbarkeit.

Kleinkinder besonders gefährdet

Das geringe Körpergewicht macht Kleinkinder zur Risikogruppe. Analysen des BfR zeigen: Bei einem 15 Kilogramm schweren Kind ist die akute Referenzdosis bereits mit 6 Gramm Leinsamen ausgeschöpft.

Die täglichen Empfehlungen:

  • Kinder ab vier Jahren: Maximal 4 Gramm
  • Erwachsene (ca. 70 kg): Maximal 15 bis 20 Gramm geschrotete Leinsamen
  • Pro Einzelmahlzeit: Nicht mehr als 28 Gramm

Die Grenzwerte gelten für ganze und gemahlene Samen. Auch die Cadmium-Belastung spricht laut BfR für eine Obergrenze von 20 Gramm täglich.

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Zubereitung senkt das Risiko

Blausäure ist flüchtig – Erhitzen reduziert den Gehalt deutlich. Verarbeitete Leinsamen in Backwaren sind daher weniger riskant als rohe Mengen in Smoothies oder Müslis.

Neben der Blausäure-Problematik zeigen aktuelle Untersuchungen von Foodwatch hohe Pestizidbelastungen in Gewürzen und Tees. Parallel dazu rief die Firma the barefood way GmbH Haferriegel zurück – wegen überschrittener Aflatoxin-Werte. Die Schimmelpilzgifte gelten als krebserregend und genotoxisch.

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