Leberfett, Studie

Leberfett: Neue Studie zeigt 4-Monats-Erfolg mit Steadrive

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 20:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Valbiotis reduziert Leberfett in einer Viermonatsstudie. Zugleich liefern neue Daten von Novo Nordisk, Bayer und Menarini weitere Therapieansätze.

Valbiotis meldet Fortschritte bei Leberfett-Therapie und Stoffwechsel
Ein minimalistisches, helles medizinisch-wissenschaftliches Labor mit einem sauberen Labortisch und Glasgeräten. Illustration mit AI erstellt.

Im Bereich der Stoffwechsel- und Lebererkrankungen zeichnen sich neue Behandlungsansätze ab. Das Unternehmen Valbiotis hat eine klinische Untersuchung mit dem Präparat Steadrive abgeschlossen, die signifikante Fortschritte bei der Behandlung der hepatischen Steatose aufzeigt. Die Ergebnisse der sogenannten Cardio-Liver-Studie liefern Belege für die Wirksamkeit bei Patienten mit übermäßiger Leberfettansammlung und Adipositas.

Ergebnisse der Cardio-Liver-Studie von Valbiotis

In einer randomisierten und placebokontrollierten Doppelblindstudie untersuchte Valbiotis die Wirkung von Steadrive über einen Zeitraum von vier Monaten. An der Untersuchung nahmen 71 Freiwillige teil, die unter Übergewicht oder Adipositas sowie einer hepatischen Steatose ohne signifikante Fibrose litten. Die Probanden erhielten eine tägliche Supplementierung von 4,28 g des Wirkstoffs oder ein Placebo.

Die Auswertung der Daten belegt eine Reduktion der Leberfettansammlung sowie einen positiven Einfluss auf verschiedene metabolische Parameter. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit der Université Laval in Quebec unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. André Marette durchgeführt. Für Steadrive liegen damit inzwischen vier wissenschaftliche Publikationen sowie 14 Beiträge auf Fachkongressen vor.

In Frankreich, wo Schätzungen zufolge fast jeder zweite Erwachsene übergewichtig ist und etwa 20 Prozent der Bevölkerung eine übermäßige Leberfettansammlung aufweisen, ist die Markteinführung des entsprechenden Produkts ValbiotisPRO Foie für den 23. September 2026 in Apotheken und im Online-Handel geplant.

Neue molekulare Ansätze in der Grundlagenforschung

Neben den klinischen Fortschritten bei Valbiotis liefern universitäre Forschungseinrichtungen neue Erkenntnisse zur Steuerung des Stoffwechsels. Wissenschaftler der MedUni Wien untersuchten einen Therapieansatz für die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (MASLD) durch die Hemmung des Enzyms Adipose Triglycerid Lipase (ATGL).

Dieses Enzym ist essenziell für den Abbau von Triglyceriden in den Zellen. In Versuchen mit Mäusen, die an Steatohepatitis (MASH/NASH) litten, konnte durch den Einsatz von Atglistatin eine Verminderung von Fibrosierung, Entzündungen und Verfettung der Leber erreicht werden. Zudem wurden positive Veränderungen bei der Fettabsorption im Darm festgestellt.

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Parallel dazu identifizierte eine weitere Arbeitsgruppe der MedUni Wien die Funktion des Proteins SLC MFSD1 als Dipeptidtransporter. Eine Fehlregulation dieses Proteins wird mit Lebererkrankungen und Störungen der Lymphozytenbildung in Verbindung gebracht. Die in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlichte Studie zeigt, dass dieser Transporter unabhängig vom pH-Gradienten arbeitet.

Ergänzend dazu wiesen Forschende der Universität Konstanz molekular nach, wie Darmbakterien über die Produktion von Vaccensäure den Stoffwechsel beeinflussen. Die in einer Fachpublikation im September 2026 beschriebenen Ergebnisse zeigen, dass Vaccensäure als Ligand für einen spezifischen Transkriptionsfaktor dient. In Mausversuchen führten sinkende Blutzucker- und Blutfettwerte zu einem Rückgang bestehender Fettlebererscheinungen.

Fortschritte in der pharmazeutischen Entwicklung

Auch im Bereich der medikamentösen Therapie werden neue Daten gemeldet. Novo Nordisk legte Topline-Ergebnisse der Phase-3-Studien REIMAGINE 5 und REDEFINE 9 für das Kombinationspräparat CagriSema vor. In der Studie REDEFINE 9 erreichten Teilnehmer mit Übergewicht oder Adipositas nach 68 Wochen eine Gewichtsreduktion von 21,0 Prozent, verglichen mit 2,0 Prozent in der Placebogruppe.

Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes zeigte die Untersuchung REIMAGINE 5 einen Gewichtsverlust von 12,4 Prozent unter CagriSema gegenüber 9,1 Prozent unter Tirzepatid. Eine Entscheidung der US-Gesundheitsbehörde FDA zur Zulassung für die Gewichtskontrolle wird für das vierte Quartal 2026 erwartet.

Die Europäische Kommission hat zudem die Zulassung für Obicetrapib zur Behandlung der primären Hypercholesterinämie und gemischten Dyslipidämie erteilt. Die Vermarktungsrechte in Europa liegen bei Menarini. In klinischen Studien konnte eine Senkung des LDL-Cholesterins um bis zu 50 Prozent in Kombination mit Ezetimib nachgewiesen werden.

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Bayer berichtete unterdessen über Ergebnisse der Phase-3-Studie FINE-ONE. Hierbei wurde nachgewiesen, dass Finerenon bei Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes und chronischer Nierenerkrankung die Albuminausscheidung im Vergleich zu Placebo um 34 Prozent senkt.

Ein systematischer Review der Southwest Medical University, der 18 Studien mit insgesamt 97.800 Patienten aus dem Zeitraum von 2015 bis 2025 auswertete, unterstreicht zudem den Nutzen von GLP-1-Rezeptoragonisten bei der Reduktion der Gesamtmortalität und kardiovaskulärer Risiken.

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