Lebensmittel-Zusatzstoffe, Stoffe

Lebensmittel-Zusatzstoffe: Acht Stoffe erhöhen Herz-Risiko um 29%

22.06.2026 - 08:03:11 | boerse-global.de

Französische Studie zeigt erhöhtes Risiko für Bluthochdruck durch acht Zusatzstoffe. Süßstoffe und Glucosamin unter kritischer Prüfung.

Lebensmittelzusätze: Neue Studien zu Gesundheitsrisiken
Lebensmittel-Zusatzstoffe - Eine Hand hält eine Lupe über die Zutatenliste eines Lebensmittelpakets, E-Nummern und Zusatzstoffe sind hervorgehoben. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Konservierungsstoffe, Süßstoffe und Antioxidantien – viele Zusätze in Lebensmitteln stehen unter Verdacht, der Gesundheit zu schaden. Neue Studien liefern nun differenzierte Erkenntnisse: Während manche Stoffe bei Diabetes helfen, erhöhen andere das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Alzheimer.

Anzeige

Ob Herz-Kreislauf-Probleme oder schlechte Blutwerte – viele gesundheitliche Beschwerden lassen sich durch die gezielte Auswahl natürlicher Lebensmittel lindern. Dieser kostenlose Ratgeber enthüllt die 12 stärksten Entzündungs-Killer aus dem Supermarkt, die Ihren Körper nachhaltig unterstützen können. Kostenlosen Ratgeber für entzündungshemmende Ernährung sichern

Acht Zusatzstoffe unter Verdacht

Eine französische Langzeitstudie mit über 112.000 Teilnehmenden hat den Einfluss von Konservierungsstoffen und Antioxidantien untersucht. Die Ergebnisse, veröffentlicht im European Heart Journal, sind alarmierend: Ein hoher Konsum dieser Stoffe steigert das Risiko für Bluthochdruck um 29 Prozent und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 16 Prozent.

Die Forscher identifizierten acht spezifische Einzelstoffe, die mit diesen Risiken korrelieren. Dazu gehören Kaliumsorbat (E202), Kaliummetabisulfit (E224) und Natriumnitrit (E250). Überraschenderweise fanden die Wissenschaftler auch für Antioxidantien wie Ascorbinsäure (E300), Natriumascorbat (E301) und Zitronensäure (E330) einen Zusammenhang mit erhöhten Herz-Kreislauf-Risiken. Sie fordern eine Neubewertung dieser Stoffe.

Süßstoffe: Segen und Risiko zugleich

Die gesundheitliche Einordnung von Süßstoffen wie Saccharin, Aspartam oder Erythrit bleibt komplex. Untersuchungen an 120.000 Teilnehmenden bestätigen: Mit Süßstoff gesüßte Getränke helfen bei der Gewichtskontrolle ähnlich gut wie Wasser. Für Diabetiker sind sie eine kalorienfreie Alternative zu Zucker. Fachleute betonen, dass bei üblichen Verzehrmengen keine unmittelbare Gefahr bestehe.

Anzeige

Viele Zusatzstoffe in unserer Nahrung belasten die kognitive Fitness und das Gedächtnis schleichend über Jahre hinweg. Wie Sie Ihr Gehirn bis ins hohe Alter aktiv schützen und mental fit bleiben, erfahren Sie in diesem kompakten PDF-Leitfaden. 11 praktische Gehirn-Jogging-Übungen kostenlos herunterladen

Doch es gibt Warnhinweise internationaler Organisationen. Die WHO stufte Aspartam bereits 2023 als möglicherweise krebserregend ein – allerdings erst bei extrem hohen Mengen, etwa 20 Litern Erfrischungsgetränk pro Tag. Eine Charité-Studie aus demselben Jahr deutete darauf hin, dass Erythrit das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhen könnte. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt zudem davor, den Süßstoff Sucralose über 120 Grad Celsius zu erhitzen.

Gefahr fürs Gehirn: Glucosamin und Alzheimer

Eine im Juni 2026 veröffentlichte Studie der University of Florida mit 50.000 Teilnehmenden untersuchte die Einnahme von Glucosamin. Das Ergebnis: Bei Personen mit bereits bestehenden leichten kognitiven Beeinträchtigungen erhöhte eine regelmäßige Einnahme das Alzheimer-Risiko um 25 Prozent. Als Ursache vermuten die Forscher eine sogenannte Hyperglykosylierung im Gehirn.

Im Gegensatz dazu zeigen Daten aus den Jahren 2014 bis 2023: SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten können das Alzheimer-Risiko bei Diabetikern senken.

Die Gefahr des einseitigen Verzichts

Eine Tierstudie des Dasman Diabetes Institute aus Kuwait verdeutlicht die Risiken eines einseitigen Verzichts. Ein vollständiger Verzicht auf Saccharose führte bei Mäusen trotz fettarmer Kost zu Insulinresistenz, Leberverfettung und einer Störung des Darmmikrobioms. Nützliche Bakterien gingen zurück, entzündungsassoziierte Keime nahmen zu.

Die Forscher betonen: Eine ausgewogene Ernährung ist wichtiger als der isolierte Verzicht auf einzelne Stoffe. Mediziner unterstreichen zudem, dass Nahrungsergänzungsmittel wie Coenzym Q10 einen gesunden Lebensstil aus Bewegung, Schlaf und Stressmanagement lediglich ergänzen – aber nicht ersetzen können.

de | wissenschaft | 69600747 |