Lavendelöl gegen Angst: Pflanzenwirkstoff wirkt wie Lorazepam
18.06.2026 - 21:03:35 | boerse-global.de
Immer mehr Studien untersuchen, ob Lavendelöl, Magnesium oder spezielle Pflanzenextrakte bei Angststörungen helfen können. Der Bedarf ist enorm: Rund 20 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden unter erhöhter Stressbelastung.
Lavendelöl gegen Angst – Studie zeigt vergleichbare Wirkung
Ein vielversprechender Kandidat ist Silexan, ein speziell aufbereitetes Lavendelöl. Bereits 2014 stellten Forscher auf dem DGIM-Kongress eine Studie vor, die Silexan mit dem Benzodiazepin Lorazepam verglich. Über sechs Wochen erhielten 80 Patienten mit generalisierter Angststörung entweder täglich 80 mg Silexan oder 0,5 mg Lorazepam.
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Das Ergebnis: Der pflanzliche Wirkstoff erzielte eine vergleichbare angstlösende Wirkung wie das synthetische Medikament. Für die ambulante Versorgung könnte das interessant sein – vor allem wegen des günstigeren Nebenwirkungsprofils.
Kombination aus L-Theanin und Koffein zeigt Effekte bei ADHS
Auch andere Substanzen rücken in den Fokus. Eine im Mai 2026 veröffentlichte Doppelblindstudie aus Sri Lanka untersuchte die Kombination von L-Theanin und Koffein bei Jugendlichen mit ADHS. Die Probanden zeigten eine niedrigere Fehlalarmrate und schnellere Reaktionszeiten. In wesentlichen Bereichen war die Wirkung mit Methylphenidat vergleichbar.
Magnesium für besseren Schlaf
Magnesium L-Threonat (MgT) überwindet die Blut-Hirn-Schranke besonders effizient. In einer randomisierten Doppelblindstudie mit 80 Teilnehmern führte die tägliche Gabe von einem Gramm über 21 Tage zu signifikanten Verbesserungen der REM- und Tiefschlafphasen. Die Tagesform der Probanden stieg spürbar.
Pflanzenextrakt hilft bei Wechseljahresbeschwerden
Für Frauen in den Wechseljahren, die häufig unter psychischen Belastungen leiden, gibt es einen standardisierten Extrakt aus Cynanchum wilfordii, Phlomis umbrosa und Angelica gigas (EstroG-100). Klinische Studien aus den Jahren 2012, 2014 und 2017 bestätigten eine Verbesserung der Symptomscores. Der Extrakt bindet nicht an Östrogenrezeptoren – ein Vorteil gegenüber hormonellen Therapien.
Stressbelastung in Deutschland steigt weiter
Der Bedarf an solchen Optionen wird durch aktuelle Daten untermauert. Eine Auswertung des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2024 zeigt: Etwa 20 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden unter erhöhter Stressbelastung. Besonders betroffen sind Frauen und die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen.
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Der Langzeittrend bestätigt die Entwicklung. Wiesen die Daten der Techniker Krankenkasse für 2013 noch 57 Prozent gestresster Personen aus, stieg der Wert bis 2025 auf 66 Prozent. Experten führen das geringere Stresserleben bei bestimmten Gruppen auf proaktive Coping-Strategien zurück. Verdrängungsmechanismen hingegen gehen mit höherer Belastung einher.
Auch neue pharmakologische Wege werden erkundet
Parallel zur pflanzlichen Forschung testen Wissenschaftler neue Ansätze. Eine im Juni 2026 publizierte Studie der Universität Lund untersuchte den Dopaminagonisten Pramipexol als ergänzende Therapie bei Depressionen. Das Ergebnis: eine signifikante Reduktion der Anhedonie – der Unfähigkeit, Freude zu empfinden. Die vielfältigen Forschungsansätze zeigen: Die Medizin erweitert ihr Spektrum über klassische Beruhigungsmittel hinaus.
