Lankwitz Mai 2026: 245.000 Euro für seniorengerechte Wohnumfelder
25.05.2026 - 10:19:51 | boerse-global.deDer Bezirk Steglitz-Zehlendorf setzt dabei auf barrierefreie Außenanlagen und generationenübergreifende Begegnungszonen. Das Ziel: Senioren sollen möglichst lange selbstbestimmt in ihrem gewohnten Umfeld leben können.
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Modernisierung in der Tautenburger Straße abgeschlossen
Die WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH hat Ende Mai 2026 die Neugestaltung der Außenanlagen in der Tautenburger Straße erfolgreich abgeschlossen. Es handelt sich um das dritte große Projekt im Rahmen des Förderprogramms „Städtebauliche Einzelmaßnahmen". Im Fokus stand die Umgestaltung des Wohnumfelds eines seniorenspezifischen Wohnkomplexes.
Die Gesamtinvestition belief sich auf rund 245.000 Euro. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen steuerte etwa 105.000 Euro an Fördermitteln bei, die WBM selbst investierte weitere 140.000 Euro aus eigenen Mitteln. Ziel war es, den Bewohnern nicht nur eine barrierearme Wohnung, sondern auch ein sicheres und ansprechendes Außengelände zu bieten.
Die Neugestaltung umfasst mehrere seniorengerechte Elemente:
- Barrierefreie Wege: Alle Wege wurden neu strukturiert und sind nun für Rollatoren und Rollstühle problemlos nutzbar.
- Sitzgelegenheiten: In regelmäßigen Abständen laden neue Bänke zum Verweilen ein.
- Hochbeete und Bepflanzung: Sie fördern leichte körperliche Betätigung und verbessern die Aufenthaltsqualität.
- Seniorensportgeräte: Fitnessgeräte, Schachtische und Spazierrunden ergänzen das Angebot.
Im Mai 2026 feierten Anwohner und Projektbeteiligte die Fertigstellung mit einem gemeinsamen Fest. Solche Begegnungen unterstreichen die soziale Funktion der neuen Freiräume.
Generationenübergreifender Ansatz im Mudrastraße-Quartier
Bereits 2023 setzte das Wohnprojekt in der Mudrastraße neue Maßstäbe. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft degewo errichtete dort sieben Gebäude mit über 180 Wohneinheiten. Das Architekturbüro Bollinger + Fehlig plante gezielt für eine gemischte Bewohnerschaft: Familien, Studierende und Senioren.
Besonderes Merkmal ist der ausgeprägte „Quartier-Charakter". Die Landschaftsarchitekten von atelier 8 schufen abgestufte Zonen zwischen Privatsphäre und Gemeinschaft. Für Senioren gibt es eine spezielle Wohngemeinschaft mit eigenen Terrassengärten und gemeinschaftlich genutzten Hochbeeten.
Alle Wege sind schwellenlos gestaltet – vom öffentlichen Gehweg bis zum Hauseingang. Sitzbereiche und Fahrradabstellplätze in den Innenhöfen fördern die Begegnung zwischen den Generationen. Bezirkspolitiker lobten das Projekt als Vorzeigebeispiel für nachhaltigen, sozial gemischten Wohnungsbau.
Grünflächen als soziale Infrastruktur
Neben den Wohnprojekten spielen öffentliche Parks eine zentrale Rolle. Der Gemeindepark Lankwitz erstreckt sich über zehn Hektar im Herzen des Ortsteils. Nach einer umfassenden Sanierung zwischen 2016 und 2017 bietet er weitläufige Rasenflächen, einen zentralen Teich und kostenlose Tiergehege.
Für Senioren ist besonders der nördliche Parkrand interessant. Dort befindet sich das „Maria Rimkus"-Seniorenfreizeitzentrum (Clubhaus Lankwitz) – eine barrierefreie Begegnungsstätte. In unmittelbarer Nähe laden gepflegte Blumenbeete, Bänke und Schachtische zum Verweilen ein. Der Bezirk hat in den letzten Jahren gezielt die Verbindungen zwischen seniorengerechten Wohnanlagen und öffentlichen Grünflächen verbessert.
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Strategischer Rahmen: „Lebendige Zentren" und Fördermittel
Die Entwicklung ist eingebettet in das Berliner Förderprogramm „Lebendige Zentren". Ein Senatsbericht vom September 2025 hob Zehlendorf-Mitte als neuen Schwerpunkt hervor – mit 25 Millionen Euro Fördermitteln bis 2037. Auch Lankwitz profitiert von diesen Investitionen, etwa durch bessere Gehwege, hellere Beleuchtung und den Abbau von Barrieren.
Die Finanzierung erfolgt aus mehreren Quellen: Eigenmittel der Wohnungsbaugesellschaften, Senatsfördermittel und Bezirksbudgets. Dieser Mix ermöglicht eine umfassende Modernisierung der Infrastruktur.
Expertenstimmen: „Wohnumfeld entscheidet über Teilhabe"
Lars Dormeyer, Geschäftsführer der WBM, betont: „Hochwertige Wohnumfelder sind der Schlüssel für die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen." Der stellvertretende Bezirksbürgermeister und Sozialstadtrat Tim Richter ergänzt: „Sichere Wege und einladende Gemeinschaftsflächen sind unverzichtbar für den sozialen Zusammenhalt im Kiez."
Die Entwicklung weg von reinen Wohnungen hin zu „dienstleistungsorientierten Wohnumfeldern" zeigt sich in den neuen Konzepten: Fitnessgeräte, kommunikative Sitzarrangements und barrierearme Zugänge sind heute Standard.
Ausblick: Klimaanpassung und weitere Projekte
Die im Mai 2026 abgeschlossenen Projekte sind kein Endpunkt. Zukünftige Entwicklungen sollen die Erfahrungen aus Tautenburger Straße und Mudrastraße nutzen. Besonderes Augenmerk liegt auf Klimaanpassungsmaßnahmen: mehr Baumschatten, wasserdurchlässige Wegebeläge und begrünte Innenhöfe.
Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf wird seine Anstrengungen fortsetzen. Angesichts des wachsenden Anteils der über 65-Jährigen ist barrierefreies Wohnen keine option mehr, sondern eine strukturelle Notwendigkeit. Der Erfolg hängt von der weiteren Zusammenarbeit zwischen Senat, Bezirk, Wohnungsbaugesellschaften und der lokalen Gemeinschaft ab.
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