Kurzsichtigkeit, Stunden

Kurzsichtigkeit: Zwei Stunden Tageslicht täglich halbiert das Risiko

05.07.2026 - 01:04:22 | boerse-global.de

Zwei Drittel der Deutschen tragen Sehhilfen. Tägliches Tageslicht kann das Risiko für Kurzsichtigkeit laut Experten deutlich senken.

Sehschwäche in Deutschland: Tageslicht als Schutz vor Kurzsichtigkeit
Kurzsichtigkeit - Nahaufnahme eines menschlichen Auges mit digitaler Reflexion und verschwommenen Blaubeeren im Vordergrund, im Hintergrund ein Park. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Rund zwei Drittel der Bevölkerung brauchen inzwischen eine Sehhilfe. Besonders alarmierend: Fast die Hälfte aller 25-Jährigen ist kurzsichtig. Schuld sind vor allem Bildschirme und ständige Naharbeit.

Zwei Stunden raus – und das Risiko halbiert sich

Augenärzte haben einen einfachen Tipp: Täglich zwei Stunden im Freien verbringen. Das könne das Risiko für Kurzsichtigkeit halbieren, so die Experten. Denn das Tageslicht regt die Produktion von Botenstoffen an, die das Augenwachstum bremsen.

Mit dem Alter kommen weitere Probleme. Rund sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden an altersbedingter Makuladegeneration (AMD). Auch der Grüne Star (Glaukom) wird zur Volkskrankheit: Bei den über 40-Jährigen sind knapp drei Prozent betroffen, bei den über 75-Jährigen steigt die Rate auf fast zehn Prozent.

Da diese Erkrankungen oft schleichend verlaufen, raten Ärzte zu regelmäßigen Kontrollen ab 40. Auf der Fachmesse „besser sehen“ in Stuttgart diskutierten Experten Anfang Juli 2026 zudem über Rehabilitation und moderne Hilfsmittel für Sehbehinderte.

Blaubeeren als Superfood für die Augen

Die Forschung setzt zunehmend auf Ernährung. Eine Studie aus dem Fachmagazin Food Bioscience vom 22. Juni 2026 zeigt: Anthocyane aus Blaubeeren schützen die Netzhaut. Die sekundären Pflanzenstoffe wirken antioxidativ und entzündungshemmend, fördern die Regeneration des Sehpurpurs und verbessern die Durchblutung.

Problem: Die Bioverfügbarkeit ist gering. Forscher arbeiten daher an der Nanoverkapselung, um die Wirkstoffe besser ins Auge zu transportieren.

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Auch die Pharmaindustrie macht Fortschritte. Neue Betablocker sollen den Augeninnendruck senken und die Durchblutung des Sehnervs verbessern – ein Hoffnungsschimmer für Glaukom-Patienten. Bei trockenen Augen setzen Hersteller auf Zusatzstoffe wie Polyvinylpyrrolidon, das die Tränenflüssigkeit zäher macht und länger auf der Augenoberfläche haftet.

Weniger Spritzen, gleicher Effekt

Ein Durchbruch zeichnet sich beim diabetischen Makulaödem (DMÖ) ab. Eine Studie im Fachmagazin Eye Discovery testete eine Kombination aus Anti-VEGF-Präparaten und einem Dexamethason-Implantat.

Das Ergebnis: Die Zahl der nötigen Injektionen sank von durchschnittlich 4,94 auf 2,58 – bei vergleichbarer Sehschärfe. Die Forscher sprechen von einer „stabileren Sehverbesserung“ bei geringerer Behandlungsfrequenz. Die Ergebnisse gelten noch als explorativ, sind aber vielversprechend.

Farbensehen entschlüsselt – und Warnung vor Wimpernseren

Einen echten Durchbruch meldet die Grundlagenforschung: Ein Team der Charité und der Nanchang University entschlüsselte die 3D-Struktur der drei menschlichen Farb-Opsine. Die Studie in Science zeigt, wie minimale Unterschiede in der Aminosäureumgebung bestimmen, ob wir Rot, Grün oder Blau sehen.

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Neben diesen internen Faktoren warnten Gesundheitsdienste Anfang Juli 2026 vor extremer UV-Belastung. Konsequenter Schutz durch Sonnenbrillen und Lichtschutzfaktor 50 sei Pflicht.

Und noch eine Warnung: Professor Norbert Pfeiffer rät von Wimpernseren mit Prostaglandinen ab. Die Wirkstoffe können Entzündungen, Rötungen und dunkle Augenringe verursachen. Schwangere und Stillende sollten die Finger ganz davon lassen.

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