Kurze Wege in Augsburg: BBSR-Studie misst 6,5 Minuten zu Alltagszielen
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 15:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Gestaltung des direkten Wohnumfelds und die Erreichbarkeit zentraler Anlaufstellen zu Fuß oder mit dem Fahrrad spielen eine wesentliche Rolle für den Alltag und die alltägliche Bewegung.
Eine Untersuchung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) liefert detaillierte Einblicke in die Wegezeiten in deutschen Kommunen. Am Beispiel von Augsburg und den umliegenden Gemeinden zeigt sich, wie stark sich urbane Kernlagen und Umlandstrukturen bei der Versorgung unterscheiden.
Kurze Wege im Stadtgebiet sichern vorderen Platz im Bundesvergleich
Nach den Ergebnissen der BBSR-Studie benötigen die Bürgerinnen und Bürger in Augsburg im Durchschnitt 6,5 Minuten, um insgesamt 24 Kategorien von Alltagszielen ohne Auto zu erreichen. Zu diesen Zielen zählen grundlegende Angebote der Nahversorgung, Bildung und medizinischen Betreuung.
Mit diesem Durchschnittswert belegt Augsburg bundesweit den 22. Platz unter den im Rahmen der Erhebung untersuchten Gemeinden. Die Auswertung verdeutlicht, dass in größeren Städten mit dichter Infrastruktur viele Erledigungen des täglichen Bedarfs ohne die Nutzung eines Kraftfahrzeugs in wenigen Minuten bewältigt werden können.
Deutliche Unterschiede bei den Wegezeiten im Umland
Ein Blick auf den Großraum Augsburg zeigt jedoch erhebliche Differenzen, sobald das unmittelbare Stadtgebiet verlassen wird. Während direkt angrenzende Nachbarorte noch relativ nah an den Werten der Großstadt liegen, steigen die Wegezeiten mit zunehmender Entfernung und geringerer Baudichte spürbar an:
Die BBSR-Erhebung zeigt am Beispiel Augsburgs, wie weit Wegezeiten zwischen Kernstadt und Umland auseinanderliegen: 6,5 Minuten im Stadtgebiet, bis zu 25,9 Minuten in entfernten Gemeinden. Wer neue Quartiere plant, kann Nahversorgung, Kitas und Grundangebote von Anfang an fußläufig mitdenken. Kostenlosen Planungsleitfaden für kurze Wege anfordern
- In Stadtbergen liegt die durchschnittliche Zeitspanne bei 7,9 Minuten.
- Für Königsbrunn verzeichnet die Erhebung einen Durchschnittswert von 8 Minuten.
- In Neusäß beträgt der Wert 10,3 Minuten.
- In Kissing müssen im Mittel 10,4 Minuten eingeplant werden.
- In Friedberg erreichen die Bürger die Zielkategorien nach durchschnittlich 12,9 Minuten.
- In Dinkelscherben beläuft sich der Schnitt auf 25,9 Minuten.
Diese Spanne verdeutlicht das Gefälle zwischen städtischen Zentren und ländlicher geprägten Gebieten. Während kurze Wege die alltägliche Fortbewegung zu Fuß oder mit dem Rad begünstigen, führt eine größere Distanz zu Versorgungsangeboten in den Umlandgemeinden häufig zu einem höheren Zeitaufwand.
Kommunale Planungen setzen auf lokale Nahversorgung
Die Stadt Augsburg verfolgt das Ziel, das Prinzip der kurzen Wege künftig weiter zu festigen und stadtplanerisch auszubauen. Entsprechende Bebauungspläne für neue Quartiere zielen darauf ab, wichtige Anlaufstellen direkt in den Wohngebieten anzusiedeln.
In Neubaugebieten fehlen oft Supermarkt und Kita in fußläufiger Distanz — die Folge sind lange Autowege und fehlende Alltagsbewegung. Der Leitfaden zeigt in drei Schritten, wie Kommunen Versorgungsangebote frühzeitig in der Bauleitplanung verankern. Checkliste Nahversorgung im Neubau jetzt sichern
Unter anderem sehen die städtischen Planungen vor, Kindertagesstätten und häufig auch Supermärkte unmittelbar in Neubaugebieten zu integrieren. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass zentrale Versorgungsfunktionen auch bei wachsender Bevölkerung in fußläufiger Distanz erhalten bleiben.

