Kryptobetrug, FBI

Kryptobetrug: FBI warnt vor Bargeld-Kurieren statt Überweisungen

16.06.2026 - 17:16:26 | boerse-global.de

Kriminelle umgehen Bankkontrollen durch persönliche Geldabholung bei Opfern. FBI meldet Milliardenschäden durch Investmentbetrug.

FBI warnt: Krypto-Betrüger setzen auf Bargeld-Kuriere
Kryptobetrug - A shadowy figure in a suit and fedora exchanging an envelope of cash with another hand in a dimly lit doorway. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Kriminelle setzen zunehmend auf persönliche Geldabholung, um Bankkontrollen zu umgehen.

Das FBI hat eine alarmierende Entwicklung im Bereich der Kryptowährungs-Betrugsfälle gemeldet. Immer mehr Betrüger setzen auf physische Kuriere, die Bargeld direkt bei den Opfern abholen. Der Grund: Banken blockieren verdächtige Überweisungen an riskante Krypto-Börsen immer häufiger. Die Täter umgehen diese Hürde nun, indem sie ihre Opfer anweisen, hohe Bargeldbeträge abzuheben. Ein Bote erscheint dann an der Haustür oder an einem öffentlichen Treffpunkt, um das Geld in Empfang zu nehmen.

So erkennen Opfer die falschen Boten

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Die Masche beginnt meist harmlos: auf sozialen Netzwerken, Dating-Apps oder per SMS. Die Täter nehmen sich Wochen oder Monate Zeit, um Vertrauen aufzubauen. Sie locken ihre Opfer auf gefälschte Investment-Plattformen, die scheinbar hohe Gewinne anzeigen. Sobald die Opfer größere Summen investieren wollen, greifen die Betrüger zur neuen Taktik.

Die Übergabe läuft professionell ab. Die Kuriere identifizieren sich mit einem vorher vereinbarten Passwort oder zeigen die Seriennummer eines bestimmten Geldscheins, den das Opfer zuvor per Nachricht erhalten hat. Nach der Abholung steigt der Kontostand auf der Fake-Plattform scheinbar an – ein Trick, der die Illusion einer legitimen Investition aufrechterhält.

Milliardenschäden durch Investment-Betrug

Das Ausmaß ist gewaltig. Der jüngste Internet Crime Report des FBI für 2025 beziffert die Gesamtschäden durch Cyberkriminalität in den USA auf knapp 21 Milliarden Euro. Investment-Betrug macht mit 8,6 Milliarden Euro fast die Hälfte aller Fälle aus. Kryptowährungsbezogene Verluste beliefen sich auf 11,3 Milliarden Euro, wovon 7,2 Milliarden Euro auf Investment-Betrug entfielen.

Auch Europa bleibt nicht verschont. In Großbritannien stiegen die Verluste durch Investment-Betrug 2025 um 40 Prozent auf umgerechnet rund 280 Millionen Euro. Die Zahl der gemeldeten Fälle legte um 26 Prozent auf knapp 15.000 zu.

Besonders ältere Menschen geraten ins Visier der Täter. Die US-Handelsbehörde FTC stellte zudem fest, dass fast 30 Prozent aller Betrugsopfer ihren ersten Kontakt mit den Tätern auf sozialen Medien hatten. Die daraus resultierenden Verluste beliefen sich auf 2,1 Milliarden Euro.

Schutz und Gegenmaßnahmen

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Die Botschaft der Ermittler ist eindeutig: Seriöse Investmentfirmen schicken niemals einen Boten zur privaten Wohnung, um Bargeld oder Kryptowährungen abzuholen. Das FBI rät, jede unaufgeforderte Investment-Möglichkeit gründlich zu prüfen und sich vor psychologischen Manipulationstechniken wie „Love Bombing" – einer überstürzten Zuneigungsbekundung – zu schützen.

Die Kryptobörse Coinbase hat im Juni 2026 als Reaktion auf die wachsende Bedrohung Berichten zufolge mehr als drei Millionen Euro an digitalen Vermögenswerten eingefroren. Die Maßnahme war Teil einer koordinierten internationalen Untersuchung der Betrugsnetzwerke.

Opfer sollten den Kontakt zu den Verdächtigen sofort abbrechen und Anzeige bei der Polizei oder den zuständigen Ermittlungsbehörden erstatten. Der beste Schutz bleibt: persönliche Daten und die eigene Adresse niemals an unbekannte Online-Kontakte weitergeben.

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