Krypto-Betrug, Anleger

Krypto-Betrug: 312 Anleger verlieren 2,4 Millionen in Linz

03.06.2026 - 10:21:59 | boerse-global.de

Prozessauftakt in Österreich zu Millionenbetrug mit Serverfarm. BaFin warnt vor neuen, unerlaubten Krypto-Plattformen.

Krypto-Betrug: 312 Anleger verlieren 2,4 Millionen in Linz - Bild: über boerse-global.de
Krypto-Betrug: 312 Anleger verlieren 2,4 Millionen in Linz - Bild: über boerse-global.de

In Österreich startete ein Prozess um einen Millionenbetrug mit digitalen Währungen. Parallel warnen Finanzaufseher vor neuen Betrugsplattformen.

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Millionenbetrug mit Serverfarm vor Gericht

In Linz begann Anfang Juni ein Strafprozess gegen zwei Männer (31 und 33). Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen schweren Betrug vor. 312 Anleger sollen insgesamt rund 2,4 Millionen Euro verloren haben.

Die Beschuldigten lockten Investoren mit dem Versprechen, ihr Geld in eine Serverfarm zum Schürfen von Kryptowährungen zu stecken. Stattdessen sollen sie das Kapital für Luxusleben ausgegeben haben. Die Rede ist von Privatjet-Flügen nach Dubai und teuren Sportwagen.

Die Angeklagten plädierten auf nicht schuldig. Das Urteil wird für den 10. Juni 2026 erwartet.

BaFin warnt vor neuen Betrugsseiten

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) schlägt Alarm. Sie warnt vor Plattformen wie investtrading.co, bitora.vip und wealthtrade.ltd. Diese bieten Finanz- und Kryptodienstleistungen ohne Genehmigung an.

Besonders perfide: Die Betrüger nutzen zunehmend Identitätsdiebstahl. Sie verwenden Daten seriöser Firmen, um Anleger in Sicherheit zu wiegen.

Ein Fall aus Osttirol zeigt, wie gut die Maschen funktionieren: Ein 63-Jähriger verlor einen sechsstelligen Betrag an eine professionell gestaltete Plattform. Erst als für eine Auszahlung weitere Zahlungen gefordert wurden, ging er zur Polizei.

Fintechs und Großbanken im Visier

Die Probleme beschränken sich nicht auf dubiose Plattformen. Auch etablierte Institute geraten unter Druck. Das britische Fintech Wise steht im Fokus der belgischen Staatsanwaltschaft. Die Vorwürfe: Geldwäsche und mangelhafte Compliance. Die Ermittler prüfen auch Verbindungen nach Deutschland.

In Dänemark fordert die Staatsanwaltschaft eine Rekordstrafe gegen die Großbank Nordea. Vor dem Bezirksgericht Kopenhagen geht es um 6,6 Milliarden Dänische Kronen – rund 885 Millionen Euro. Der Vorwurf: Die Bank habe zwischen 2012 und 2015 keine ausreichenden Maßnahmen gegen Geldwäsche ergriffen. Nordea weist die Vorwürfe zurück.

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Globale Netzwerke und Scheinfirmen

Wie international die Strukturen sind, zeigt ein Fall in Vietnam. Ende Mai leiteten die Behörden in der Provinz Hung Yen ein Verfahren gegen eine Gruppe junger Erwachsener ein. Sie sollen über 100 Bankkonten und zahlreiche Scheinfirmen gegründet haben – und diese an kriminelle Organisationen in Kambodscha verkauft haben. Die Konten dienten der Geldwäsche, illegalem Glücksspiel und Betrug.

Auch in Dänemark begann am 2. Juni ein Prozess gegen eine internationale Gruppe. Ihnen werden unrechtmäßige Steuererstattungen von rund 150 Millionen Euro vorgeworfen. Die Struktur erinnert an Cum-Ex-Geschäfte. Die Transaktionen stammen aus den Jahren 2013 bis 2015. Im Falle einer Verurteilung drohen den Angeklagten bis zu zwölf Jahre Haft.

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