Kreislaufwirtschaft, Kabinett

Kreislaufwirtschaft: Kabinett beschließt 260-Millionen-Programm

09.06.2026 - 17:20:05 | boerse-global.de

Zwölf Maßnahmen zur Kreislaufwirtschaft bis 2027 beschlossen. Umweltverbände kritisieren fehlende Verbindlichkeit bei der Ressourcenschonung.

Bundeskabinett beschließt Kreislaufwirtschaftsstrategie mit 260 Millionen Euro
Kreislaufwirtschaft - Eine belebte Innenstadt mit Menschen, die nachhaltige Geschäfte und grüne Bereiche nutzen, symbolisiert Kreislaufwirtschaft und Stadtentwicklung. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Zwölf Maßnahmen sollen bis Ende 2027 umgesetzt werden. Aus dem Klima- und Transformationsfonds stehen dafür bis 2029 insgesamt 260 Millionen Euro bereit.

Neues Förderprogramm für Handel und Recycling

Im Herbst 2026 startet eine zentrale Umsetzungsplattform. Das Förderprogramm „Zukunft Kreislaufwirtschaft“ folgt voraussichtlich Ende des Jahres. Die Strategie umfasst eine Digitalisierungsinitiative und die Stärkung der öffentlichen Beschaffung von Recyclingprodukten.

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Ein neues Textilgesetz und ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten sind ebenfalls Teil des Pakets. Umweltverbände wie BUND, NABU und WWF kritisieren die Vorlage jedoch scharf. Ihnen fehlen verbindliche Maßnahmen zur Senkung des absoluten Rohstoffverbrauchs. Auch die Freiwilligkeit bei der öffentlichen Beschaffung stößt auf Ablehnung.

Saarland: 17 Projekte mit 2,1 Millionen Euro gefördert

Die Länder verfolgen unterschiedliche Strategien gegen den Wandel im Handel. Anfang Juni 2026 tagte im Saarland das Zukunftsforum Handel zur Zwischenbilanz des „Zukunftskonzepts für den Handel im Saarland 2030“. Bisher wurden 17 Projekte mit einem Fördervolumen von 2,1 Millionen Euro initiiert.

Zu den Kernmaßnahmen gehören ein Digitalcoach für kleine Betriebe und ein E-Commerce-Netzwerk. Wirtschaftsminister Jürgen Barke fordert faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber Plattformen aus Drittstaaten.

Thüringen: Bittere Bilanz nach fünf Jahren

In Thüringen fällt die Bilanz des Aktionsbündnisses „Innenstädte mit Zukunft“ nach fünf Jahren verhalten aus. Die IHK Erfurt kritisiert, dass die erhoffte Dynamik ausgeblieben sei. Viele Ladenlokale stehen weiterhin leer.

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Hauptursache: aufwendige Antragsverfahren für Fördermittel. Viele Händler erreichen die Gelder nicht. Dennoch gibt es punktuelle Fortschritte. In Eisenach entstehen Pop-up-Stores, in Pößneck kaufen Kommunen Immobilien zur aktiven Leerstandsgestaltung.

Nordrhein-Westfalen: 14 Millionen für Rheine

In Rheine (NRW) prägen umfassende Investitionen das Stadtbild. Mit rund 14 Millionen Euro Förderung wurden zentrale Plätze umgestaltet. Für August 2026 wird ein weiterer Förderbescheid erwartet. Geplant ist unter anderem ein neues Wohn- und Bildungsquartier auf dem ehemaligen Kümpersareal.

Darmstadt: Taschen-Tausch-Station im Kaufhaus

Abseits großer Förderprogramme gewinnen kleinteilige Projekte an Bedeutung. In Darmstadt ging im „Kaufhaus der Gelegenheiten“ eine Taschen-Tausch-Station in Betrieb. Kunden können nicht mehr benötigte Taschen spenden oder kostenfrei mitnehmen.

Das Design entstand bei einem Hackathon und wurde per 3D-Druck realisiert.

Bundesweite Kampagnen für Ressourcenschonung

Die Initiative „Deutschland trennt.“ startete Anfang Juni 2026 in Heidelberg. Im Laufe des Monats folgen Aktionstage in Städten wie Mannheim. Parallel gewinnen Reparatur- und Tauschangebote an Relevanz.

Mitte Juni präsentieren sich Repair-Cafés im Kreis Böblingen auf Wertstoffhöfen. In Höxter organisiert ein Zero-Waste-Konzept Kleidertauschbörsen und Ausstellungen zu globalen Produktionsbedingungen.

Rostock: Gastro-Wüsten in Wohngebieten

Trotz aller Bemühungen um nachhaltigen Konsum stehen viele Kommunen vor strukturellen Problemen. In Rostock weisen Stadtplaner auf „Gastro-Wüsten“ in großen Wohngebieten hin. Ein Konzept zur Stärkung der wohnortnahen Gastronomie würde laut Schätzungen erhebliche finanzielle Mittel und über ein Jahr Bearbeitungszeit beanspruchen.

Als Alternativen prüft die Stadtverwaltung die Nutzung von Schulcaféterias als Stadtteilcafés oder Kooperationen mit lokalen Kantinenbetreibern.

Berlin: Cradle-to-Cradle im Innenausbau

Dass kreislauffähiges Design auch im Innenausbau funktioniert, zeigt ein Projekt in Berlin. In einer ehemaligen Arztpraxis wurden über 100 Lösungen nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip realisiert. Das modulare Konzept dient als Reallabor für die Innenarchitektur und demonstriert, wie Bestandssanierung ressourceneffizient gelingt.

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