Kreisförmiges, Atmen

Kreisförmiges Atmen: Mannheimer Studie misst 45,5 Prozent weniger Blutfluss

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Mannheimer Untersuchung verbindet die Atemtechnik mit veränderten Bewusstseinszuständen und messbaren Veränderungen der Hirndurchblutung.
Ein minimalistischer, lichtdurchfluteter Meditationsraum mit Holzboden und leeren, weißen Wänden. Illustration mit AI erstellt.

Intensive Atemtechniken gewinnen in der komplementären Medizin und der neurowissenschaftlichen Forschung zunehmend an Aufmerksamkeit. Eine Untersuchung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim liefert nun detaillierte Einblicke in die neurobiologischen Mechanismen des sogenannten kreisförmigen Atmens.

Die Forschungsarbeit unter Leitung von Christian Schmitz und Hana Adolphi, die auf dem Kongress des European College of Neuropsychopharmacology im Oktober 2026 in München vorgestellt und in der Fachzeitschrift Progress in Neuropsychopharmacology and Biological Psychiatry veröffentlicht wurde, dokumentiert deutliche physiologische Verschiebungen im Gehirn während dieser Atempraxis.

Starker Rückgang der Durchblutung in der grauen Substanz

Für die Untersuchung analysierten die Forschenden 30 erfahrene Praktizierende mit einem Durchschnittsalter von 45 Jahren mittels funktioneller Magnetresonanztomographie. Die Messungen zeigten, dass kontinuierliches kreisförmiges Atmen den Blutfluss in der gesamten grauen Substanz um rund 45 Prozent senkte.

Konkret fiel der Wert im Mittel von 16,24 auf 9,81 Milliliter pro 100 Gramm Gewebe pro Minute, was einem Rückgang von 45,5 Prozent entspricht. Parallel dazu stiegen bei den Probanden sowohl die Herzfrequenz als auch die Atemfrequenz messbar an.

Trotz der verringerten Sauerstoff- und Blutversorgung traten intensive subjektive Erfahrungen auf. Die Teilnehmer berichteten über stark veränderte Bewusstseinszustände, die sie als ozeanisch und von tiefer Verbundenheit geprägt beschrieben.

Anzeige

Wer sich für die gezielte Steuerung körperlicher Prozesse interessiert, findet in der Aktivierung des Vagusnervs einen effektiven Hebel für die eigene Gesundheit. Dieser kostenlose Ratgeber enthüllt, wie Sie diesen „Gesundheitsschalter“ ganz einfach selbst aktivieren können. Vagus-Therapie: Kostenlosen Report jetzt herunterladen

Auf einer Skala bis 4 lag die durchschnittliche Intensität der veränderten Zustände bei 3,47 Punkten. Die Autoren stellten fest, dass dieses Erleben nicht mit dem Abfall des Blutflusses korrelierte, sondern vielmehr mit funktionellen Veränderungen im sogenannten Ruhezustandsnetzwerk, dem Default-Mode-Netzwerk.

Parallelen zu psychedelischen Wirkstoffen und methodische Grenzen

Zwar ergab die Analyse keinen signifikanten Gesamteffekt auf die funktionelle Konnektivität des gesamten Ruhezustandsnetzwerks, bei Personen mit besonders ausgeprägten Bewusstseinsveränderungen deuteten sich jedoch stärkere Netzwerkverschiebungen an.

Die Forschenden verglichen die beobachteten Zustände mit den Wirkungen mittlerer bis höherer Dosen klassischer Psychedelika wie LSD und Psilocybin, hielten jedoch fest, dass visuelle Effekte beim Atmen weniger stark ausgeprägt blieben.

Anzeige

Dass einfache Techniken wie das bewusste Atmen das Nervensystem wieder ins Gleichgewicht bringen können, nutzen bereits Tausende zur Steigerung ihrer Energie. Ein kostenloser PDF-Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Selbstheilungskräfte in nur wenigen Minuten täglich aktivieren. Mehr Energie und weniger Stress durch Vagus-Training

Die Co-Autorin Hana Adolphi hob hervor, dass gezielte Atemübungen eine legale, kostengünstige und medikamentenfreie Methode darstellten, um veränderte Bewusstseinszustände wissenschaftlich zu analysieren und neue therapeutische Ansätze für die psychische Gesundheit zu erschließen.

Gleichzeitig verweist die Studie auf methodische Einschränkungen. Mit einer Kohorte von 30 Praktizierenden und dem Fehlen einer Kontrollgruppe ist die Aussagekraft begrenzt. Externe Wissenschaftler mahnen daher zur Vorsicht.

So forderte Guy Fincham von der Brighton and Sussex Medical School randomisierte kontrollierte Studien zur weiteren Überprüfung der Ergebnisse. David Nutt vom Imperial College London bewertete die Mannheimer Arbeit wiederum als eine bemerkenswerte nicht-pharmakologische Brücke zwischen traditionellen Praktiken und der modernen Bewusstseinsforschung.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70413244 |