Krebsnachsorge: Studie mit mehr als 500 Betroffenen zeigt Nutzen von Mind-Body
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Für Menschen nach einer Krebserkrankung stellen anhaltende Schmerzen, ausgeprägte Erschöpfung und Schlafprobleme häufig eine erhebliche Belastung im Alltag dar.
Eine mehrmonatige wissenschaftliche Untersuchung unter Leitung der University of Calgary, die Mitte September 2026 im Fachblatt Journal of Clinical Oncology veröffentlicht wurde, liefert fundierte Einblicke in den therapeutischen Nutzen strukturierter Mind-Body-Verfahren. Das Forschungsprojekt wurde in Kooperation mit der University of Toronto sowie Mass General Brigham realisiert.
Messbare Linderung im Vergleich zur Kontrollgruppe
An der von der University of Calgary koordinierten Studie nahmen mehr als 500 Krebsüberlebende mit unterschiedlichen Krebsarten und in verschiedenen Krankheitsstadien teil. Die Forscher verglichen zwei Interventionsansätze mit einer Kontrollgruppe auf einer Warteliste: das achtsamkeitsbasierte Genesungsprogramm mindfulness-based cancer recovery (MBCR) und Tai-Chi-Qigong.
Bei Teilnehmenden beider Interventionsgruppen zeigte sich gegenüber der Wartelisten-Kontrollgruppe ein Rückgang von Schmerzen, Müdigkeit und Schlafproblemen. Nach Angaben der Studienleiterin Linda Carlson handelte es sich dabei um die erste wissenschaftliche Untersuchung, in der die Effekte von MBCR und Tai-Chi-Qigong gemeinsam und vergleichend analysiert wurden.
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Spezifische Effekte und vernetzte Symptome
Ergänzende Befunde des Brigham and Women's Hospital, die auf Daten von fast 600 Krebsüberlebenden verschiedener Stadien und Krebsarten basieren, bestätigen die positiven Wirkungen auf den Alltag. Demnach führten sowohl Achtsamkeit als auch Tai-Chi-Qigong dazu, dass Schmerzen die täglichen Aktivitäten der Betroffenen weniger stark beeinträchtigten.
Hinsichtlich der einzelnen Beschwerdebilder zeigten sich jedoch spezifische Nuancen: Achtsamkeitspraxis trug vor allem zur Linderung der Müdigkeit bei, während Tai-Chi-Qigong Verbesserungen bei Schmerzen, Erschöpfung und Schlafproblemen gleichermaßen herbeiführte. Forschende des Brigham and Women's Hospital betonten in diesem Zusammenhang, dass diese drei Belastungsfaktoren eng miteinander zusammenhängen und sich gegenseitig verstärken können.
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Bedeutung für die Nachsorge und Lebensqualität
Auch medizinische Informationsdienste wie drugs.com heben hervor, dass Achtsamkeitsmeditation oder Tai Chi Schmerzen, Müdigkeit und Schlafprobleme bei Krebsüberlebenden verringern können. Die aktuellen Untersuchungsergebnisse verdeutlichen das Potenzial von Mind-Body-Ansätzen, als flankierende Maßnahmen in der Nachsorge etabliert zu werden, um die Lebensqualität nach onkologischen Therapien nachhaltig zu verbessern.
