Krebsforschung, Metastasen

Krebsforschung: Metastasen streuen eigenständig weiter

28.05.2026 - 18:03:46 | boerse-global.de

Studie belegt eigenständige Streuung von Metastasen. KI-Datenbank und 3D-Biodrucker versprechen Fortschritte in Diagnose und Behandlung.

Krebsforschung: Metastasen streuen eigenständig weiter - Foto: über boerse-global.de
Krebsforschung: Metastasen streuen eigenständig weiter - Foto: über boerse-global.de

Von der Entdeckung metastasierender Metastasen bis zur KI-gestützten Behandlung – die Forschung liefert bahnbrechende Fortschritte.

Wenn Metastasen selbst streuen

Eine Studie des Universitätsklinikums Regensburg stellt das bisherige Verständnis von Krebsmetastasen auf den Kopf. Die Forscher um Dr. Raquel Blazquez und Prof. Dr. Tobias Pukrop belegen erstmals, dass Metastasen eigenständig weiterstreuen können – ein Prozess, den sie als sekundäre Dissemination bezeichnen.

Anzeige: Die neue Studie des Universitätsklinikums Regensburg zeigt: Metastasen streuen eigenständig weiter – mikroskopisch sichtbar, bevor MRT-Scans sie erfassen. Erfahren Sie, wie diese Entdeckung die Früherkennung revolutioniert und welche KI-gestützten Therapien jetzt helfen. Jetzt kostenlosen Report anfordern

Die Entdeckung ermöglicht eine neue Klassifikation von Tumoren: Kompakte Metastasen bleiben lokal begrenzt, während disseminierende Metastasen aktiv streuen. Für die Praxis bedeutet das: Kompakte Formationen lassen sich lokal behandeln, streuende benötigen systemische Therapien. Entscheidend ist, dass diese Wachstumsmuster mikroskopisch sichtbar sind, bevor herkömmliche MRT-Scans sie erfassen. Das könnte die Früherkennung revolutionieren.

Der Wächter des Genoms erwacht

Ein Forschungskonsortium aus Frankfurt, Marburg, Köln und Zürich meldet einen Durchbruch bei der Reaktivierung des p53-Proteins, dem „Wächter des Genoms". In mehr als der Hälfte aller Krebserkrankungen ist p53 mutiert. Die Forscher entwickelten DARPins – synthetische Mini-Antikörper – die mutierte p53-Proteine wieder in ihre funktionsfähige Form zurückfalten. Im Labor stellten sie so die Tumorsuppression wieder her. Klinische Studien stehen noch aus, doch die Ergebnisse sind ein Meilenstein.

Parallel dazu gelang Forschern des IRB Barcelona und des Krebsforschungszentrums Salamanca ein Fortschritt beim KRAS-Protein, das bei etwa einem Drittel aller Lungenadenokarzinome mutiert ist. Mittels PROTAC-Technologie erzielten sie in präklinischen Mausmodellen eine stärkere Tumorregression als mit herkömmlichen Inhibitoren. Allerdings entdeckten sie auch einen Resistenzmechanismus: Tumore sabotieren die zelleigene Abbaumaschinerie, um zu überleben.

Immunzellen: Ort entscheidet über Funktion

Die räumliche Organisation des Immunsystems in Tumoren rückt in den Fokus. Claudia Jakubzick vom Dartmouth Cancer Center zeigt in Nature Immunology, dass die Position von Makrophagen über ihre Funktion entscheidet. Befinden sie sich nahe Atemwegen oder Blutgefäßen, organisieren sie die Anti-Tumor-Aktivität. Sitzen sie tief im Tumorgewebe, fördern sie das Wachstum. Die Konsequenz: Eine nicht-selektive Entfernung aller Makrophagen könnte die Prognose verschlechtern.

Das Garvan Institute dokumentierte zudem erstmals auf Film, wie CD169-positive Makrophagen lebende Melanomzellen angreifen und fressen – unabhängig von T-Zellen. Das eröffnet neue Wege zur Stärkung der Immunantwort.

KI und 3D-Druck: Technologie in der Krebstherapie

Ein internationales Forscherteam aus USA, Großbritannien, Kanada und Australien entwickelte eine KI-gestützte Datenbank für Eierstockkrebs. Da die Erkrankung oft erst im Stadium IV erkannt wird und die Rückfallrate zwischen 60 und 80 Prozent liegt, soll die KI für jede Patientin die wirksamste Behandlung identifizieren.

Illumina kündigte ein neues Sequenzierungskit für die Minimale-Resterkrankungs-Forschung an. Der Workflow ist mit dem NovaSeq-X-System kompatibel, in fünf Tagen durchführbar und erreicht eine Sensitivität von bis zu 10 ppm.

Das Frankfurter Start-up Modulux3D präsentierte den Luminate, einen laserbasierten 3D-Biodrucker. Er produziert lebende menschliche Haut aus Zellen und soll Tierversuche in der Pharmaforschung ersetzen. 90 Prozent der experimentellen Medikamente scheitern derzeit an ineffizienten Tiermodellen. Pilotkunden nutzen die Technologie bereits.

Anzeige: Eierstockkrebs wird oft erst im Stadium IV erkannt – die Rückfallrate liegt bei bis zu 80%. Eine neue KI-Datenbank hilft, die wirksamste Behandlung für jede Patientin zu identifizieren. Sichern Sie sich den kostenlosen Report mit allen Details. KI-Therapie-Report jetzt sichern

Regulatorische Hürden und Investitionen

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat ihre Entscheidung über AstraZenecas Brustkrebsmedikament Camizestrant verschoben. Grund sind Kritiken eines Beratungsgremiums am Studiendesign. AstraZeneca hat zwischenzeitlich zusätzliche Langzeitdaten eingereicht.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt 10,3 Millionen Euro für einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB 1530) an der Universität Köln zur Lymphom-Forschung – für dreieinhalb Jahre. Das Geld kommt zu einer Zeit, in der die Hautkrebserkrankungen im Saarland von 2.900 (2015) auf knapp 4.000 (2024) gestiegen sind. Die Screening-Rate liegt dort bei nur etwa 15 Prozent, und Budgetkürzungen bedrohen die bestehenden Früherkennungsprogramme.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69434689 |