Krebs-Prävention, Pflanzliche

Krebs-Prävention: Pflanzliche Ernährung senkt Risiken um 47%

05.07.2026 - 08:39:50 | boerse-global.de

Mediterrane Kost senkt Blutzucker, pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiken. Forscher warnen vor Risiken durch Proteinüberkonsum und künstliche Süßstoffe.

Ernährungstherapie: Neue Studien zu Diabetes, Krebs und Proteinen
Krebs-Prävention - Eine Schale mit gesunder mediterraner Ernährung, Beeren und Granatapfel, im Kontrast zu unscharfen ungesunden Snacks im Hintergrund. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Medizinische Fachgesellschaften belegen den Nutzen spezifischer Kostformen für Diabetiker und Krebspatienten. Gleichzeitig warnen Forscher vor den Risiken unregulierten Proteinkonsums und künstlicher Süßstoffe.

Diabetes: Mediterrane Kost senkt Blutzuckerwerte

Aktuelle Daten der American Diabetes Association zeigen: Eine medizinisch begleitete Ernährungstherapie senkt den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetes um 0,3 bis 2 Prozent. Professor Katharina Timper von der TU München fordert, solche Maßnahmen als Kassenleistung zu verankern. Empfohlen wird eine mediterrane, ballaststoffreiche Kost mit maximal 2,3 Gramm Natrium pro Tag.

Forschungen von Ningbo Inno Pharmchem deuten auf das Potenzial von Urolithin B hin. Dieser Darmmetabolit aus Beeren oder Granatäpfeln könnte die Betazellen schützen und als Nutraceutical gegen Typ-2-Diabetes dienen.

Ein gegenteiliger Effekt zeigt sich bei hohem Süßstoffkonsum. Eine Übersichtsarbeit der Tufts University analysierte 21 randomisierte Studien. Aspartam, Sucralose oder Saccharin beeinflussen demnach Nüchtern-Insulinwerte und HbA1c negativ – möglicherweise durch Veränderungen der Darmflora.

Protein-Hype: Langlebigkeitsforscher warnt vor Krebsrisiko

Der Trend zu proteinreicher Nahrung stößt bei Experten auf Kritik. Der Langlebigkeitsforscher Valter Longo von der USC warnt: Stammen mehr als 20 Prozent der täglichen Kalorien aus Protein, steigt bei 50- bis 65-Jährigen das Krebsrisiko deutlich an. Professor Pfeiffer von der Charité empfiehlt moderate Zufuhr: etwa ein Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht, sportlich Aktive können bis zu 1,5 Gramm aufnehmen.

Anzeige

Während die Ernährung die Basis bildet, machen viele Typ-2-Diabetiker bei der Lebensmittelauswahl noch entscheidende Fehler. Ein betroffener Arzt zeigt in diesem kostenlosen Ratgeber seine 6 Goldenen Regeln für eine stabile Blutzuckerkontrolle. 7 Diabetes-Rezepte und Ernährungsregeln jetzt gratis sichern

Die Lebensmittelindustrie reagiert auf die steigende Zahl von GLP-1-Medikamenten-Nutzern. Nestlé und Danone entwickeln spezielle proteinreiche Produkte für diese Zielgruppe. Kritiker bemängeln: Oft handelt es sich um ultraverarbeitete Lebensmittel, die gesundheitliche Probleme verstärken könnten. Goldman Sachs prognostiziert, dass die Zahl der Nutzer solcher Präparate in den USA bis 2028 auf 70 Millionen steigen könnte.

Pflanzliche Ernährung senkt Krebsrisiko drastisch

Studien der University of California, San Francisco belegen die präventive Wirkung pflanzenbasierter Ernährung. Das Risiko für ein Fortschreiten von Prostatakrebs verringerte sich um 47 Prozent. Bei Darmkrebs sank das Rückfallrisiko um 31 Prozent, das Sterberisiko um 42 Prozent.

Auch bei Refluxkrankheit zeigen diätetische Ansätze Wirkung. Eine Kohortenstudie in JAMA Otolaryngology kommt zu dem Schluss: Eine strikte Antirefluxdiät kombiniert mit Stressreduktion kann ebenso effektiv sein wie Medikamente.

Eine Langzeitbeobachtung in JAMA Network Open über 20 Jahre belegt: Bereits 30 Minuten Krafttraining pro Woche senken das Risiko für Typ-2-Diabetes um 42 Prozent. Kombiniert mit Ausdauertraining und maximal zwei Stunden Bildschirmzeit täglich sinkt das Risiko sogar um bis zu 62 Prozent.

Anzeige

Neben der Ernährung ist gezielte Bewegung ein entscheidender Faktor, um die Blutzuckerwerte auf natürlichem Weg zu verbessern. Dieser kostenlose Leitfaden stellt 7 einfache 3-Minuten-Übungen vor, die speziell für Diabetes-Patienten entwickelt wurden. Kostenloses E-Book: Blutzucker natürlich senken

Experten warnen vor Superfood-Marketing

Der Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl erklärte kürzlich in einem Podcast: Ein moderater Jojo-Effekt sei nicht zwingend gesundheitsschädlicher als dauerhaftes Übergewicht. Während Prominente wie Michelle Hunziker auf Zucker-, Milchprodukt- und Pizzaverzicht setzen, warnt Wissenschaftler Uwe Knop vor dem Marketingcharakter sogenannter Superfoods. Regionale Lebensmittel seien oft die bessere Wahl.

Politisch rückt Fehlernährung stärker in den Fokus. Ab 2028 plant die Politik eine Zuckersteuer mit erwarteten Einnahmen von rund 450 Millionen Euro pro Jahr. Flankierend gibt es Initiativen zur Förderung gesunder Ernährung – etwa ein limitiertes Kochbuch der Politikerin Franziska Giffey, das Anfang Juli in Berlin vorgestellt wurde.

de | wissenschaft | 69693742 |