Krebs-Immuntherapie, Minuten

Krebs-Immuntherapie: 20 Minuten HIIT lassen Killerzellen um 50% steigen

26.06.2026 - 11:49:33 | boerse-global.de

Aktuelle Forschung zeigt: Bewegung und Creatin können Immunzellen aktivieren und das Sterberisiko von Krebspatienten senken.

HIIT, Krafttraining & Creatin: Neue Studien stärken Immunsystem bei Krebs
Krebs-Immuntherapie - Ein Krebspatient in Bewegung bei einem hochintensiven Intervalltraining, im Hintergrund angedeutete Immunzellen. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

HIIT, Krafttraining und sogar Creatin – die Forschung entdeckt immer neue Wege, wie Bewegung und biochemische Prozesse das Immunsystem von Krebspatienten stärken. Gleich mehrere aktuelle Studien liefern vielversprechende Ergebnisse.

20 Minuten HIIT lassen Killerzellen explodieren

Eine Untersuchung der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Essen zeigt, wie schnell der Körper auf intensive Belastung reagiert. Die heute in Cancer Medicine veröffentlichte Studie analysierte die Reaktion von Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen im Vergleich zu gesunden Probanden.

Das Ergebnis: Schon eine 20-minütige HIIT-Einheit lässt die Zahl der natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) bei Krebspatienten um 50 Prozent ansteigen. In der gesunden Kontrollgruppe waren es 38 Prozent. NK-Zellen sind die Spezialeinheit des Immunsystems gegen Tumorzellen. Allerdings sind die Effekte nur vorübergehend – bereits nach einer Stunde sinken die Werte wieder.

Krafttraining senkt Sterberisiko um 13 Prozent

Neben den kurzfristigen Effekten zeigt eine Harvard-Studie die Langzeitwirkung regelmäßiger Bewegung. Die im British Journal of Sports Medicine veröffentlichte Analyse wertete Daten von 147.000 Teilnehmern über 30 Jahre aus.

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Wer wöchentlich 90 bis 120 Minuten Krafttraining absolviert, senkt sein allgemeines Sterberisiko um 13 Prozent. Noch deutlicher fällt der Effekt bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen (minus 19 Prozent) und Demenz (minus 27 Prozent) aus. Die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining (150 Minuten pro Woche) reduziert das Sterberisiko sogar um 45 Prozent.

Creatin als Booster für die Immuntherapie?

Parallel zur Sportmedizin verfolgt die Zellbiologie einen anderen Ansatz. Eine Studie der UCLA, gestern in iScience veröffentlicht, untersuchte die Rolle von Creatin in der Krebsimmuntherapie. In Zell- und Mausmodellen erhöhte Creatin den Energiehaushalt in dendritischen Zellen – den Antennen des Immunsystems. Das verbesserte deren Funktion und verlangsamte das Tumorwachstum. Klinische Studien sind bereits geplant.

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In Essen beschäftigt sich das Verbundprojekt ERASE mit der Tumor-Mikroumgebung bei aggressiven Lymphdrüsenkrebsarten. Die Forscher des Universitätsklinikums untersuchen, wie CAR-T-Zellen und Signalwege wie TET2/p38-MAPK die Therapieeffizienz beeinflussen. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Vorhaben mit 1,58 Millionen Euro über drei Jahre.

Licht und Schall gegen Tumore

Auch in der Diagnostik tut sich etwas. Das Unternehmen Spear – eine Ausgründung des Helmholtz-Instituts und der TU München – wurde am Mittwoch für einen neuartigen Tracker ausgezeichnet. Das Gerät nutzt pulsierendes Licht und Ultraschall, um Mikrozirkulation, Sauerstoffversorgung und Stoffwechselaktivität nicht-invasiv zu messen. Ziel ist es, Gewebeveränderungen frühzeitig zu erkennen – egal ob durch Tumore oder Herzprobleme.

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