Kreatin gegen Schlafmangel: 12% bessere Gehirnleistung
Veröffentlicht am: 10.07.2026 um 10:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Medizin, Bildungspolitik und Gesellschaft ringen um die Frage: Wie weit darf der Eingriff ins Gehirn gehen?
Bundestagspräsidentin weist DDR-Vergleiche zurück
Ein Bericht über sogenannte Neurocamps zur kognitiven Umerziehung sorgt für Aufsehen. Die Debatte überschneidet sich mit grundsätzlichen Fragen nach staatlicher Kontrolle und Freiheit. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas wies bei einem Besuch in der Gedenkstätte Hohenschönhausen am 9. Juli Vergleiche zwischen der aktuellen Situation und der DDR-Diktatur als absurd zurück.
Der Jahresbericht der SED-Opferbeauftragten zeigt indes die Langzeitfolgen staatlicher Eingriffe in die körperliche und geistige Integrität. Schätzungsweise 10.000 bis 15.000 Menschen waren vom staatlich organisierten Zwangsdoting betroffen. Ein Härtefallfonds, der seit November 2025 besteht, wurde bisher von rund 300 Betroffenen genutzt.
ADHS: Warum TikTok die Diagnose-Welle antreibt
Ein Psychiater der Uniklinik Würzburg schlägt Alarm: Mehr als die Hälfte der Aussagen zu ADHS auf Plattformen wie TikTok sei nicht faktenbasiert. Die Folge: Immer mehr problematische Selbstdiagnosen belasten das Versorgungssystem.
Eine Studie in Nature Communications vom 8. Juli liefert neue genetische Erkenntnisse. Forscher identifizierten 78 genetisch unabhängige Regionen, die mit verschiedenen Intelligenzformen korrelieren. Demnach haben Menschen mit ADHS-Disposition oft schnellere Reaktionszeiten, aber geringere fluide und kristallisierte kognitive Fähigkeiten. Bei Schizophrenie oder bipolaren Störungen zeigt sich ein umgekehrtes Bild.
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Kreatin gegen Schlafmangel: Neue Hoffnung fürs Gehirn
Kann ein Nahrungsergänzungsmittel die Gehirnleistung retten? Ein Fachbericht vom 8. Juli analysiert die Wirkung von Kreatin. Eine Studie mit 29 Probanden zeigte: 0,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht milderten kognitive Verschlechterungen durch Schlafentzug um bis zu 12 Prozent. Auch bei Alzheimer-Patienten gab es in einer Pilotstudie moderate Verbesserungen. Eine einheitliche Dosierungsempfehlung steht noch aus.
Gaming: Nicht die Zeit, sondern die Art zählt
Eine Untersuchung mit 3.854 Teilnehmern räumt mit Vorurteilen auf. Die reine Spielzeit am Computer sei nicht ausschlaggebend für die kognitive Leistung. Während eine Internet-Gaming-Störung mit schlechteren Testergebnissen einhergeht, kann kontrolliertes Gaming – besonders bei Strategie- und Rollenspielen – kognitive Fähigkeiten sogar fördern.
NRW: Jedes dritte Kind hat Sprachdefizite
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Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hält an verpflichtenden Sprachförderklassen fest. Ab dem Schuljahr 2028/29 sollen sie flächendeckend kommen. Hintergrund: Das Schulministerium schätzt, dass jedes dritte Kind bei der Einschulung über unzureichende Deutschkenntnisse verfügt.
Ein bekannter US-Schriftsteller fordert derweil ein vollständiges KI-Verbot im Unterricht. Nur so lasse sich die eigenständige kognitive Entwicklung und die individuelle Stimme der Schüler schützen. In der Erwachsenenbildung gibt es ebenfalls Kritik: Eine Leiterin von Integrationskursen berichtet von sinkender Motivation und Erfolgsquoten bei den Abschlüssen 2025 – nachdem bereits der Bundesrechnungshof 2023 geringe Erfolgsquoten bemängelt hatte.
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