Kreatin, Alzheimer

Kreatin gegen Alzheimer: Neue Studie zeigt +11% Gehirnwerte

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 04:24 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Eine Studie zeigt kognitive Verbesserungen durch Kreatin bei Alzheimer-Patienten. Die Forschung zu Depressionen liefert gemischte Ergebnisse.

Kreatin-Studie: Neue Hoffnung bei Alzheimer und Depressionen
Ein stilisiertes, leuchtendes Gehirnmodell neben einem Kreatin-Supplement-Behälter in einer Forschungsumgebung, das die kHirnleistungssteigerung bei Alzheimer symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine Studie des University of Kansas Medical Center zeigt erste positive Effekte bei Patienten.

Kognitive Verbesserung nach acht Wochen

20 Probanden im Alter zwischen 60 und 90 Jahren nahmen täglich 20 Gramm Kreatin-Monohydrat zu sich. Nach acht Wochen stiegen die Kreatinwerte im Gehirn um durchschnittlich elf Prozent.

Die kognitiven Testergebnisse verbesserten sich um rund drei Punkte. Die Forscher Aaron N. Smith und Matthew K. Taylor beobachteten Fortschritte beim Arbeitsgedächtnis, der Lesefähigkeit und der Aufmerksamkeit.

Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Alzheimer's & Dementia: Translational Research & Clinical Interventions“ veröffentlicht. Allerdings weisen die Wissenschaftler auf die Einschränkungen hin: Die Teilnehmerzahl war gering, es gab keine Placebogruppe, und die Studiendauer war kurz. Größere Studien müssen die Effekte nun bestätigen.

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Gemischte Ergebnisse bei Depressionen

Auch bei psychischen Erkrankungen rückt Kreatin in den Fokus. Eine Übersichtsarbeit der University of Ottawa analysierte fünf klinische Studien mit insgesamt 238 Patienten. Die Ergebnisse erschienen Ende Juni 2026 im Journal „Brain Medicine“.

Das Fazit: In zwei Studien zeigte Kreatin in Kombination mit dem Antidepressivum Escitalopram oder einer Verhaltenstherapie Vorteile bei schweren Depressionen. Drei weitere Studien zu therapieresistenten Depressionen und bipolaren Störungen fanden keinen signifikanten Nutzen.

Fachleute warnen zudem vor Risiken: Bei bipolaren Patienten kann Kreatin in Einzelfällen eine Hypomanie oder Manie auslösen. Die aktuelle Studienlage reicht laut den Autoren nicht für eine Änderung der klinischen Praxis.

Prävention und neue Diagnostik

Für Frauen ab 50 empfehlen Experten eine moderate Dosierung von drei bis fünf Gramm täglich. In Kombination mit Krafttraining soll Kreatin Muskelkraft, Energie und Knochengesundheit während der Wechseljahte unterstützen.

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Parallel entwickelt sich die Alzheimer-Forschung rasant weiter:

  • Medikamente: Eine Studie im „JAMA Network Open“ vom 30. Juni 2026 zeigt, dass SGLT2-Inhibitoren das Alzheimer-Risiko bei über 65-Jährigen um bis zu 43 Prozent senken könnten.
  • Diagnostik: Seit Anfang Juli 2026 ist ein hochsensitiver pTau217-Bluttest mit CE-Kennzeichnung verfügbar – ein Schritt zur besseren Früherkennung.
  • Lebensstil: Sportmediziner Daniel König von der Universität Wien verweist auf Schätzungen der Lancet-Kommission: Gezieltes Krafttraining könnte bis zu 45 Prozent der Demenzfälle hinauszögern oder verhindern.

Kreatin bleibt ein vielversprechender Forschungsgegenstand für den Energiestoffwechsel im alternden Gehirn. Wer unter Nieren- oder Lebererkrankungen leidet, sollte vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen.

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