Krafttraining im Alter: 87-Jährige stellt Powerlifting-Rekorde auf
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 06:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Sportwissenschaft rückt das Thema körperliche Aktivität für Senioren zunehmend in den Fokus. Aktuelle Beispiele und neue Leitlinien zeigen: Gezieltes Krafttraining bietet auch im hohen Alter enorme gesundheitliche Vorteile.
Rekorde mit 87 Jahren
Dass der Einstieg in den Kraftsport nie zu spät kommt, beweisen prominente Fitness-Ikonen. Joan MacDonald begann erst mit 70 Jahren zu trainieren – heute ist sie 80 und drückt regelmäßig Kurzhanteln. Personal Trainerin Alice Jordan empfiehlt freie Gewichte, um muskuläre Ungleichgewichte auszugleichen. MacDonald trainiert ein- bis zweimal pro Woche mit drei Sätzen à acht bis zehn Wiederholungen.
Noch beeindruckender: Rosemary Nichols. Die 87-Jährige startete mit 77 Jahren ins Powerlifting und stellte im Juli 2026 bei den National Powerlifting League Western Regionals neue Rekorde auf. Ihre Leistungen: 52,5 kg in der Kniebeuge, 32,5 kg beim Bankdrücken und 92,5 kg im Kreuzheben. Trainer Kyle Singh begleitete sie auf diesem Weg.
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse
Die im März 2026 veröffentlichten Leitlinien des American College of Sports Medicine (ACSM) räumen mit gängigen Mythen auf. Training bis zum vollständigen Muskelversagen ist demnach nicht nötig. Es reicht, die Sätze zwei bis drei Wiederholungen vor der Belastungsgrenze zu beenden. Für den Muskelaufbau empfehlen Experten mindestens zehn Sätze pro Muskelgruppe und Woche – mit einer betonten exzentrischen Phase von etwa drei Sekunden.
Gleichzeitig stellen Wissenschaftler klassische Übungen infrage. Die beliebte „Clamshell“-Übung zur Aktivierung der Gesäßmuskulatur erreicht laut EMG-Studien nur 17 bis 28 Prozent der maximalen Kapazität. Besser geeignet: einbeinige Kniebeugen, Seitstütz-Varianten oder Kreuzheben auf einem Bein.
Die 87-jährige Rosemary Nichols beweist: Mit gezieltem Krafttraining sind Rekorde auch im hohen Alter möglich. Holen Sie sich jetzt die 3 einfachen Übungen für Zuhause – inklusive Sicherheits-Checkliste. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Parkour für Senioren
Neben klassischem Krafttraining entstehen neue Bewegungsansätze. In Singapur bietet Trainer Tan Shie Boon Parkour-Kurse für die Altersgruppe der 50- bis 70-Jährigen an. Die 90-minütigen Einheiten fokussieren auf Gleichgewicht und Sturzprävention. Teilnehmer berichten von verbesserter Kniekraft durch die dynamischen Bewegungen. Assistenzprofessor Shawn Soh bestätigt die Vorteile, warnt jedoch: Bei bestehender Osteoporose ist Vorsicht geboten.
Wassergymnastik bleibt eine gelenkschonende Alternative. Die Kombination aus Widerstand und Auftrieb ermöglicht intensives Training bei geringem Verletzungsrisiko.
Effiziente Routinen für die zweite Lebenshälfte
Für die Generation ab 50 Jahren gewinnen zeitsparende Konzepte an Bedeutung. Eine zwölfminütige Morgenroutine mit Übungen wie Aufstehen vom Stuhl, Wand-Liegestütze oder Rudern mit Widerstandsbändern reicht aus. Entscheidend ist die Qualität der Ausführung, nicht die Quantität der Wiederholungen.
Sturzrisiko und Gebrechlichkeit müssen nicht sein. Die neuen ACSM-Leitlinien zeigen: Schon 12 Minuten täglich reichen aus, um Muskeln aufzubauen und das Gleichgewicht zu verbessern. Starten Sie noch heute – mit unserem kostenlosen Trainingsleitfaden. Trainingsleitfaden jetzt sichern
Auch beim Gewichtsmanagement zeigen sich neue Ansätze. Claudia Effenberg berichtete über eine signifikante Gewichtsreduktion mit 60 Jahren – sie setzt seit März 2026 das Medikament Mounjaro unter ärztlicher Aufsicht ein, kombiniert mit Yoga und Walken.
Für das Training zu Hause setzt Michelle Hunziker auf Bodyweight-Übungen in einem Drei-Tage-Rhythmus: Kraft, Stabilität und kombinierte Einheiten wechseln sich ab. Selbst Trends wie das Blood Flow Restriction (BFR)-Training finden Einzug – Hailey Bieber nutzt Manschetten, die den Blutfluss drosseln, um mit geringeren Gewichten hohe Wachstumsreize zu setzen.
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