Krafttraining: Höhere Muskelkraft senkt Sterblichkeit um 12%
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 21:41 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Daten aus dem Jahr 2026 belegen dessen Relevanz für Lebenserwartung, Verletzungsprävention und Hormonstoffwechsel.
Länger leben durch mehr Kraft
Eine Mitte Juli veröffentlichte Studie mit 5.472 Frauen zwischen 63 und 99 Jahren liefert klare Zahlen: Höhere Muskelkraft senkt die Sterblichkeit um 12 Prozent. Gemessen wurde die Griffkraft und der Chair-Stand-Test. Der Effekt blieb über 8,3 Jahre Beobachtungszeit bestehen – unabhängig von sonstiger körperlicher Aktivität.
Krafttraining als Therapie bei Stoffwechselstörungen
Bei der Stoffwechselstörung PMOS (früher PCOS) spielt Muskelaufbau eine zentrale Rolle. Rund 85 Prozent der 170 Millionen betroffenen Frauen leiden unter Insulinresistenz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin empfehlen Krafttraining als begleitende Therapie.
Besonders wichtig wird dies mit Blick auf neue Medikamente. Die für August erwartete Zulassung einer oralen Semaglutid-Tablette könnte Muskelabbau als Nebenwirkung mit sich bringen. Die Lösung: proteinreiche Ernährung (1,2 bis 1,6 Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht) plus gezieltes Krafttraining. Das stützt den Stoffwechsel und fördert die Knochendichte.
Läufer aufgepasst: Muskeln schützen vor Verletzungen
Im Ausdauersport gilt mangelnde muskuläre Stabilität als Hauptursache für Überlastungsschäden. Läufer ohne Krafttraining leiden häufiger unter Knieschmerzen, Achillessehnenproblemen und Unterschenkelbeschwerden. Die Empfehlung: mindestens zwei Einheiten pro Woche mit Kniebeugen, Ausfallschritten und einbeinigen Stabilitätsübungen.
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Fit bleiben mit über 50
Der Orthopäde Thomas Wessinghage betont: Ab 50 muss der Körper gezielt gefordert werden, um Funktionsverlusten entgegenzuwirken. In Oberösterreich zeigt sich der Trend bereits – jeder siebte Einwohner besucht ein Fitnessstudio, das Durchschnittsalter liegt über 50.
Sportmediziner raten zur Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining gegen Muskelschwund (Sarkopenie). Eine BMJ-Metaanalyse mit über 150.000 Erwachsenen belegt: Calcium, Vitamin D und gezieltes Training senken das Risiko für Hüftfrakturen um 16 Prozent. Das ist relevant – jährlich stürzen rund 30 Prozent der über 65-Jährigen.
Weniger Zeitaufwand als gedacht
Viele scheuen Krafttraining wegen des vermeintlich hohen Zeitaufwands. Eine DKFZ-Studie in Frontiers in Public Health zeigt: Die WHO-Empfehlung von zweimal pro Woche ist mit 40 bis 60 Minuten Gesamtaufwand erreichbar. Strategien wie „Exercise Snacks“ oder Supersätze machen es auch bei vollen Terminkalendern möglich.
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Kurios am Rande: Eine Studie mit 23 Männern deutet darauf hin, dass der Duft von Zartbitterschokolade vor dem Training die Leistungsbereitschaft kurzfristig steigern könnte. Die Ergebnisse gelten als vorläufig. Die wissenschaftliche Evidenz für die präventive Wirkung von Krafttraining bei Frauen, Senioren und Läufern ist dagegen umfassend dokumentiert.
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