Krafttraining, Demenz

Krafttraining gegen Demenz: 45% Risiko-Senkung in 60 Minuten

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

WHO schätzt: Bis zu 45 Prozent der Demenzfälle sind durch gezielte Maßnahmen vermeidbar. Neue Studien zeigen vielversprechende Ansätze.

Demenz vorbeugen: Koordination, Kunst und Technik als Schlüssel
Ältere Hände berühren ein Gehirnmodell und einen Pinsel, umgeben von Kunst und neurologischen Mustern. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Entscheidend sind veränderbare Risikofaktoren – und ungewöhnliche Ansätze.

Koordination trainieren, Gehirn vernetzen

Die gezielte Förderung der Koordination spielt eine Schlüsselrolle. Eine einfache Übung: die nicht-dominante Hand für alltägliche Aufgaben nutzen. Der Moderator Thomas Gottschalk trainiert nach seiner Krebserkrankung (Diagnose Ende 2025) genau so – er putzt sich mit der linken Hand die Zähne. Das Ziel: neue neuronale Verknüpfungen stimulieren.

Ergänzt wird das durch Krafttraining. Eine US-Studie mit 2.912 Veteranen, veröffentlicht im Juli 2026 in Arthritis Care & Research, zeigt: 40 bis 60 Minuten moderates Krafttraining pro Woche senken das Demenzrisiko um 45 Prozent. Problem: Nur 23 Prozent der Erwachsenen erreichen dieses Pensum.

Kunst als kognitive Reserve

Die Donau-Universität Krems geht einen anderen Weg. Ihr Pilotprojekt „Gesundes Museum“ läuft über drei Jahre. 68 Teilnehmer ab 60 Jahren ohne Vorerkrankungen setzen sich unter Leitung von Professorin Anja Grebe mit Kunst auseinander.

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Professor Christoph Kleinschnitz von der Uni-Klinik Essen erklärt: Die Beschäftigung mit Kunstwerken belebt das Langzeitgedächtnis und aktiviert kognitive Reserven. Ähnlich arbeiten Workshops für Menschen mit Sehbehinderung in Travemünde. Unter Anleitung von Künstler Martin de Zoete formen Teilnehmer komplexe Sandskulpturen – das fordert Feinmotorik und räumliches Denken.

Fantasie und Gemeinschaft

Tagträumen und Eintauchen in Fantasiewelten fördern Kreativität und Gedächtnis. Das betont Neuropsychologe Professor Óscar Gonçalves. Live-Rollenspiele (LARP) bieten genau diesen mentalen Ausgleich.

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Gleichzeitig stärken kulturelle Traditionen die soziale Interaktion. Der Münchner Kocherlball verbindet Volkstänze mit komplexen Choreografien. Experten sehen darin positive Effekte auf die mentale Agilität im Alter.

Technik macht Bewegungen wieder möglich

Ein „Double Neural Bypass“ hilft Querschnittsgelähmten. Eine Studie in Nature Medicine vom Juli 2026 beschreibt den Fall eines 42-jährigen Patienten. Dank Brain-Computer-Interface, Rückenmarksstimulation und sensorischem Feedback kann er wieder greifen und fühlen. Der Durchbruch zeigt: Das Nervensystem ist plastischer als lange gedacht.

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