Krafttraining für Frauen: 30% weniger Herzinfarkt-Risiko pro Woche
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die körperliche Verfassung im mittleren Lebensalter rückt verstärkt in den Fokus der präventiven Gesundheitsforschung. Aktuelle Empfehlungen von Fitnessexperten und sportmedizinische Untersuchungen verdeutlichen, dass insbesondere die Griffkraft ein wesentlicher, oft unterschätzter Indikator für die körperliche und kognitive Vitalität im Alter ist.
Als eine effektive Methode zur Stärkung dieser Kraftquelle wird zunehmend der sogenannte „Dead Hang“ – das passive Hängen an einer Klimmzugstange – thematisiert.
Die Bedeutung der Griffkraft für die Vitalität ab 40
Für Frauen ab einem Alter von 40 Jahren gewinnt die funktionelle Stärke an Bedeutung, um den physiologischen Veränderungen des Alterungsprozesses entgegenzuwirken. Personal Trainerin Tatiana Lampa und Fachportale wie kofcindy.org beschreiben den Dead Hang als gezielte Übung, um nicht nur die Griffkraft zu verbessern, sondern auch einen allgemeinen Krafttest für die funktionelle Stärke durchzuführen.
Die Anforderungen an die Dauer des Hängens variieren dabei je nach Fitnessgrad. Während für Anfänger zunächst kontrollierte Intervalle von 5 bis 10 Sekunden empfohlen werden, gilt für viele Frauen eine Zeitspanne von 30 Sekunden als ein solides Ziel.
Fortgeschrittene können eine Dauer von 60 bis 90 Sekunden anstreben. Ziel dieser Übung ist es, durch die allmähliche Steigerung der Belastung die Basis für eine langfristige körperliche Vitalität zu legen.
Wissenschaftliche Belege für die präventive Wirkung von Krafttraining
Die Relevanz von Muskelkraft für die Lebenserwartung wird durch umfangreiche klinische Daten gestützt. Eine JAMA-Studie, die über einen Zeitraum von acht Jahren 5.400 Frauen im Alter zwischen 63 und 99 Jahren begleitete, untersuchte den Zusammenhang zwischen Muskelstärke und Sterberisiko.
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Die Ergebnisse verdeutlichten, dass stärkere Muskeln – gemessen an der Griffkraft und der Fähigkeit zum Aufstehen aus einem Stuhl (Stuhlstand) – das Sterberisiko senken. Dieser Effekt zeigte sich unabhängig vom allgemeinen Bewegungsniveau und war selbst bei Frauen nachweisbar, die ansonsten nicht die empfohlenen Aktivitätsziele erreichten.
Ergänzend dazu lieferte eine im Jahr 2024 im Journal of the American College of Cardiology (JACC) veröffentlichte Studie mit 412.000 Erwachsenen differenzierte Einblicke in die geschlechtsspezifischen Vorteile von Krafttraining.
Frauen, die zwei- bis dreimal pro Woche Krafttraining absolvierten, konnten ihre kardiovaskuläre Sterblichkeit demnach um 30 % senken. Bei Männern lag dieser Wert unter den gleichen Bedingungen lediglich bei 11 %. Trotz dieser signifikanten Vorteile erfüllt derzeit nur etwa jede fünfte Frau die gängigen Richtlinien für regelmäßiges Krafttraining.
Physiologische Herausforderungen und präventive Strategien
Der Bedarf an gezieltem Kraftaufbau resultiert auch aus den hormonellen und stoffwechselbedingten Veränderungen in der Lebensmitte. Eine Langzeitstudie mit 3.000 Frauen im Alter zwischen 42 und 52 Jahren dokumentierte eine durchschnittliche Gewichtszunahme von 700 Gramm pro Jahr.
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Als primäre Ursachen für diese Entwicklung identifizierten die Forscher den fortschreitenden Muskelabbau sowie die hormonelle Umstellung während der Perimenopause und Menopause.
Um diesem Trend entgegenzuwirken und die Stoffwechselrate stabil zu halten, raten Experten zu mindestens zwei Krafttrainingseinheiten pro Woche. Übungen wie der Dead Hang können hierbei als niederschwelliger Einstieg dienen, um die Griffkraft zu fördern, die wiederum als verlässlicher Marker für die allgemeine Muskelmasse und die damit verbundene kognitive Gesundheit im weiteren Lebensverlauf angesehen wird.
Die Datenlage unterstreicht, dass bereits geringfügige, aber regelmäßige Belastungen ausreichen können, um die langfristige gesundheitliche Prognose signifikant zu verbessern.
