Konzentration: 10 Minuten tägliches Training verbessert Aufmerksamkeit messbar
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 21:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Neue Studien zeigen: Schon wenige Minuten tägliches Training reichen aus, um die Aufmerksamkeit messbar zu verbessern.
Zehn Minuten am Tag verändern die Wahrnehmung
Eine Studie von Kim et al., veröffentlicht 2025 in der Fachzeitschrift eNeuro, untersuchte 69 Probanden zwischen 18 und 80 Jahren. Über 30 Tage absolvierten sie täglich zehn bis 15 Minuten mit einer Achtsamkeits-App.
Das Ergebnis: Eye-Tracking-Messungen belegten eine signifikant bessere Aufmerksamkeitskontrolle und schnellere Reaktionszeiten. Und das in allen Altersgruppen. Fokus ist demnach eine Kompetenz, die sich unabhängig von biologischen Voraussetzungen trainieren lässt.
Stressresistenz für Führungskräfte
Doch nicht nur die allgemeine Konzentration lässt sich verbessern. Die Universität Liechtenstein untersuchte, ob Online-Trainings die psychische Widerstandskraft von Führungskräften stärken können. 244 Personen nahmen teil, die Hälfte davon absolvierte ein sechswöchiges Programm zu Selbstführung und Achtsamkeit.
Die Autoren Tenschert und Furtner beobachteten in der Trainingsgruppe eine deutliche Steigerung von Resilienz und Selbstwirksamkeit. Gleichzeitig sank das subjektive Stressempfinden. Die Kontrollgruppe ohne Training zeigte keine Fortschritte.
Allerdings: Die Abbruchquote lag bei rund 50 Prozent. Das zeigt, wie schwer sich solche Maßnahmen langfristig in den Arbeitsalltag integrieren lassen.
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Strukturelle Ursachen: Die Rolle der Tech-Konzerne
Autor Johann Hari analysierte bereits 2022 die Fragmentierung der Aufmerksamkeit. Sein Fazit: Die Ursache liegt weniger in individueller Schwäche als in den Geschäftsmodellen großer Technologiekonzerne. Laut seinen Erhebungen liegt die durchschnittliche fokussierte Arbeitszeit von US-Büroangestellten bei unter 40 Sekunden.
Als Gegenmaßnahmen werden sowohl regulatorische Schritte als auch persönliche Hilfsmittel zur digitalen Isolation diskutiert.
Neuroplastizität: Das Gehirn formt sich um
Die Universität Gießen liefert dazu passende neurowissenschaftliche Erkenntnisse. Eine Untersuchung an 61 Erwachsenen zeigte: Individuelle Sehgewohnheiten sind eng mit der Gehirnstruktur verknüpft. Menschen mit einer Präferenz für Gesichter oder Texte weisen spezifisch ausgeprägte Areale im Schläfenlappen auf – korrelierend mit höherer Unterscheidungsfähigkeit oder gesteigerter Lesegeschwindigkeit.
Stress und digitale Ablenkung rauben Ihnen täglich wertvolle Konzentration. Die Universität Liechtenstein zeigt: Ein strukturiertes Achtsamkeitstraining steigert Resilienz und senkt das Stressempfinden deutlich. Starten Sie noch heute mit unserem erprobten 30-Tage-Programm. 30-Tage-Fokus-Programm jetzt sichern
Der Psychiater Dr. Judson Brewer betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Neuroplastizität. Suchtmechanismen und Gewohnheiten seien erlernte Überlebensstrategien des Gehirns – und damit grundsätzlich auch wieder verlernbar.
Experten weisen jedoch darauf hin, dass gängige Annahmen wie die oft zitierte 21-Tage-Regel wissenschaftlich nicht haltbar sind. Neuronale Veränderungsprozesse sind komplexer, als es solche Faustregeln suggerieren.
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