Konservierungsstoffe: Acht Zusatzstoffe erhöhen Bluthochdruck-Risiko um 29%
09.06.2026 - 18:32:03 | boerse-global.de
Das legt eine aktuelle Langzeitstudie aus Frankreich nahe.
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Acht Zusatzstoffe unter Verdacht
Forscher der französischen NutriNet-Santé-Gruppe werteten Daten von über 112.000 Teilnehmern über acht Jahre aus. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Mai 2026 im European Heart Journal. Von 58 untersuchten Konservierungsstoffen zeigten acht eine signifikante Verbindung zu erhöhtem Bluthochdruck.
Fast alle Teilnehmer konsumierten regelmäßig Konservierungsmittel. Besonders auffällig waren Kaliumsorbat, Kaliummetabisulfit, Natriumnitrit sowie verschiedene Ascorbinsäure-Verbindungen. Auch Zitronensäure und Rosmarinextrakt fielen auf. Die Studienautoren betonen: Die industrielle Ascorbinsäure sei nicht mit natürlichem Vitamin C aus Obst und Gemüse gleichzusetzen.
Bereits im Januar 2026 hatte dieselbe Forschungsgruppe Verbindungen zwischen Zusatzstoffen und Typ-2-Diabetes sowie Krebs beobachtet.
Risiko steigt um bis zu 29 Prozent
Die Ergebnisse unterscheiden zwischen verschiedenen Stoffkategorien. Bei Probanden mit dem höchsten Konsum nicht-antioxidativer Konservierungsstoffe lag das Bluthochdruckrisiko um 29 Prozent höher. Das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle stieg um 16 Prozent.
Auch antioxidative Stoffe wie Zitronensäure zeigten einen Zusammenhang. Hier war das Risiko bei hohem Konsum um 22 Prozent erhöht. Überraschend: Nur etwa 35 Prozent dieser Stoffe stammten aus ultra-verarbeiteten Lebensmitteln. Der Zusammenhang blieb auch dann bestehen, wenn der allgemeine Konsum industrieller Produkte statistisch herausgerechnet wurde.
Die Forscher warnen jedoch: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Einen direkten Beweis für Kausalität liefert sie nicht.
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WHO-Bericht: Lebensmittelvergiftungen als globale Gefahr
Parallel zu den Zusatzstoff-Erkenntnissen zeigt ein WHO-Bericht vom Juni 2026 die Komplexität der Lebensmittelsicherheit. Weltweit erkranken jährlich über 860 Millionen Menschen an verunreinigten Lebensmitteln. Mehr als 1,5 Millionen sterben daran. Besonders gefährdet: Kleinkinder.
In Deutschland deckten Foodwatch-Labortests Ende Mai 2026 Belastungen in Supermarktprodukten auf. In Reis, Gewürzen und Tee fanden sich Pestizidrückstände – darunter Substanzen ohne EU-Zulassung. Lidl reagierte bei einem Fund in Kreuzkümmel der Eigenmarke mit einem Rückruf. Bei Produkten von Rewe und Fuchs blieb der Rückruf laut Bericht aus. Foodwatch fordert eine Null-Toleranz-Regelung für Importprodukte mit verbotenen Pestiziden.
Personalisierte Medizin: Genetisches Risiko um 82 Prozent senkbar
Während die Forschung zu Ernährungsrisiken voranschreitet, gibt es Fortschritte bei der Behandlung. Eine Analyse der DECLARE-TIMI 58-Studie im Fachjournal Nature Medicine untersuchte den Einsatz von SGLT2-Hemmern bei Diabetikern mit genetischer Vorbelastung für Herzschwäche.
Bei Genträgern mit achtfach erhöhtem Risiko für Krankenhausaufenthalte senkte Dapagliflozin das Risiko um 82 Prozent. Bei Patienten ohne diese genetischen Merkmale betrug die Reduktion 30 Prozent. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung personalisierter Medizin – besonders wenn Ernährung und genetische Disposition zusammenwirken.
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