Konservierungsstoffe, Bluthochdruckrisiko

Konservierungsstoffe: 29% höheres Bluthochdruckrisiko in großer Studie

21.06.2026 - 20:42:17 | boerse-global.de

Französische Forscher belegen Zusammenhang zwischen Konservierungsstoffen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Betroffen sind auch vermeintlich harmlose Stoffe wie Vitamin C.

Studie: Diese acht Zusatzstoffe erhöhen Ihr Bluthochdruckrisiko
Konservierungsstoffe - Verarbeitete Lebensmittel auf einem Supermarktregal, mit einer subtilen Überlagerung von chemischen Formeln, die Zusatzstoffe symbolisieren. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Bestimmte Konservierungsstoffe und Antioxidantien in verarbeiteten Lebensmitteln könnten das Risiko für Bluthochdruck und Herzkrankheiten deutlich erhöhen. Das zeigt eine neue Studie französischer Forschungsinstitute.

Die Untersuchung der Universität Sorbonne Paris Nord und des nationalen Instituts für Gesundheit und medizinische Forschung (INSERM) wertete Daten von über 112.000 Teilnehmern aus. Die Probanden waren im Schnitt 42,8 Jahre alt und wurden sieben bis acht Jahre lang beobachtet.

Das Ergebnis: Wer besonders viele Konservierungsstoffe (E200 bis E299) und Antioxidantien (E300 bis E399) zu sich nimmt, hat ein 29 Prozent höheres Risiko für Bluthochdruck. Auch das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle steigt um 16 Prozent.

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Acht Zusatzstoffe unter Verdacht

Die Forscher identifizierten acht Substanzen mit statistisch nachweisbarem Zusammenhang zu Bluthochdruck. Darunter sind sowohl synthetische als auch natürliche Stoffe:

Konservierungsmittel: Kaliumsorbat (E202), Kaliummetabisulfit (E224) und Natriumnitrit (E250).

Antioxidantien: Ascorbinsäure (E300), Natriumascorbat (E301), Natriumerythorbat (E316), Zitronensäure (E330) und Rosmarinextrakte (E392).

Besonders überraschend: Ascorbinsäure (E300) – bekannt als Vitamin C und oft als unbedenklich eingestuft – korrelierte in der Studie spezifisch mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die gesamte Gruppe der antioxidativen Zusatzstoffe war mit einem 22 Prozent höheren Bluthochdruckrisiko verbunden.

Nahezu alle Studienteilnehmer (99,5 Prozent) gaben an, regelmäßig Lebensmittel mit diesen Zusatzstoffen zu konsumieren. Das Problem betrifft also praktisch jeden.

Forscher fordern neue Grenzwerte

Die Studienautoren plädieren für eine kritische Überprüfung der aktuellen Grenzwerte. Dr. Mathilde Touvier vom INSERM betont: „Die Beobachtungen machen eine Neubewertung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die US-amerikanische FDA erforderlich."

Allerdings: Die Studie basiert auf Beobachtungsdaten. Sie zeigt eine deutliche statistische Korrelation, lässt aber keine abschließenden Rückschlüsse auf eine direkte biologische Kausalität zu. Die genauen Wirkmechanismen sind noch unklar.

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Was Verbraucher jetzt tun können

Parallel zur Zusatzstoff-Debatte liefern andere Forschungsarbeiten praktische Ansätze. Daten von rund 450.000 Teilnehmern aus den Jahren 2019 bis 2022 zeigen: Regelmäßiges Heimmonitoring und digitaler Datenaustausch mit Ärzten senken das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle um etwa 34 Prozent.

Ernährungsexperten empfehlen weiterhin die sogenannte DASH-Diät – sie setzt auf natriumarme und kaliumreiche Lebensmittel. Ein simpler Trick: Konservierte Hülsenfrüchte oder Gemüse vor dem Verzehr gründlich abspülen. Das reduziert den Natriumgehalt um bis zu 40 Prozent und kann die negativen Effekte industriell verarbeiteter Lebensmittel teilweise ausgleichen.

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