Kolostrum, Mahlzeiten

Kolostrum: Neun Mahlzeiten in 72 Stunden senken Allergierisiko um 100%

28.05.2026 - 07:30:27 | boerse-global.de

Frühe Formula-Nahrung erhöht Allergierisiko bei Neugeborenen um ein Vielfaches, zeigt eine aktuelle Untersuchung aus Australien.

Kolostrum: Neun Mahlzeiten in 72 Stunden senken Allergierisiko um 100% - Foto: über boerse-global.de
Kolostrum: Neun Mahlzeiten in 72 Stunden senken Allergierisiko um 100% - Foto: über boerse-global.de

Eine große Studie aus Australien zeigt: Neugeborene, die ausreichend Kolostrum erhalten, entwickeln seltener Nahrungsmittelallergien. Wer dagegen früh Ersatznahrung bekommt, trägt ein deutlich höheres Risiko.

Die Untersuchung der University of Western Australia, veröffentlicht im Fachjournal Allergy, begleitete 666 Mutter-Kind-Paare. Die Forscher analysierten das Ernährungsverhalten in den ersten 72 Lebensstunden. Knapp die Hälfte der Neugeborenen erhielt bereits in den ersten drei Tagen Formula-Nahrung.

Fünffach erhöhtes Allergierisiko durch frühe Ersatznahrung

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Die Ergebnisse sind eindeutig. Säuglinge, die in der ersten Lebensphase Formula bekamen, hatten ein fünffach erhöhtes Risiko für eine Erdnussallergie. Bei multiplen Allergien stieg das Risiko sogar um das Elffache an.

Kolostrum wirkt dagegen als effektiver Schutzmechanismus. Babys, die innerhalb der ersten 72 Stunden mindestens neun Kolostrum-Mahlzeiten erhielten, entwickelten im Beobachtungszeitraum keine Erdnussallergie. Eine geringe Aufnahme von weniger als drei Mahlzeiten pro Tag galt als deutlicher Risikofaktor. Die Studienautoren sind überzeugt: Die Bedeutung der Erstmilch als präventiver Faktor wurde bisher unterschätzt.

Experten fordern neue Ernährungsleitlinien

Parallel zur Studie wächst die Kritik an den allgemeinen Ernährungsempfehlungen. Die Fachgesellschaft FEBPH und der Ernährungswissenschaftler Sven-David Müller bemängeln Ende Mai, dass viele Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der WHO nicht mehr dem aktuellen Forschungsstand entsprechen.

Besonders die pauschale „Low-Fat“-Empfehlung steht in der Kritik. Laut den Experten fehlt der Beleg, dass eine Fettreduktion das Risiko für koronare Herzkrankheiten senkt. Stattdessen führt der Ersatz von Fetten durch raffinierte Kohlenhydrate häufig zu mehr Fettleber-Erkrankungen und Diabetes. Auch die restriktive Empfehlung von nur einem Ei pro Woche sei wissenschaftlich nicht haltbar. Der PROSPERITY Trial zeigte bereits 2024: Bis zu zwölf Eier pro Woche haben keine negativen Auswirkungen auf die Lipidwerte. Die aktuellen DGE-Leitlinien basieren offenbar eher auf Nachhaltigkeitsaspekten als auf gesundheitlichen Fakten.

Globale Forschung zu Muttermilch

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Die Industrie reagiert auf den wachsenden Stellenwert frühkindlicher Präzisionsnahrung. Am 26. Mai startete die Yili Group in Cambridge eine internationale Innovationsinitiative. Teil der Kooperation: eine Vereinbarung mit Springer Nature zur Veröffentlichung eines Weißbuchs über globale Muttermilchforschung im Jahr 2026. Ziel ist es, die Strategie einer umfassenden Ernährung auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse voranzutreiben.

Auch der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme zählt

Neben der Säuglingsernährung liefern aktuelle Analysen der ChronoFast-Studie (2025) neue Daten zur allgemeinen Ernährungssteuerung. Forscher beobachteten bei Frauen mit erhöhtem Body-Mass-Index: Ein frühes Essenszeitfenster zwischen 8:00 und 16:00 Uhr führte zu einer signifikanten Abnahme von über 100 Lipidarten, darunter Ceramide und Phosphatidylcholine. Ein späteres Zeitfenster zwischen 13:00 und 21:00 Uhr zeigte diese Effekte nicht. Das deutet darauf hin, dass nicht nur die Zusammensetzung der Nahrung, sondern auch der Zeitpunkt der Aufnahme die Genexpression im Fettgewebe und damit die systemische Entzündungslage beeinflusst.

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