Kokosöl: 90% gesättigte Fettsäuren erhöhen Herzerkrankungsrisiko
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 15:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Ernährungsphysiologie wird die gesundheitliche Bewertung von Kokosöl zunehmend kritisch hinterfragt. Während das Produkt in den vergangenen Jahren in der Populärkultur oft als vorteilhaftes Lebensmittel dargestellt wurde, zeigen wissenschaftliche Analysen deutliche Unterschiede in der Fettsäurezusammensetzung und deren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus im Vergleich zu Olivenöl.
Fettsäureprofil und Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System
Ein zentraler Aspekt der wissenschaftlichen Einordnung ist die Verteilung der Fettsäuren. Kokosöl besteht zu über 90 % aus gesättigten Fettsäuren, wobei die Laurinsäure den größten Anteil einnimmt. Olivenöl hingegen zeichnet sich überwiegend durch einfach ungesättigte Fettsäuren aus, insbesondere durch die Ölsäure.
Die Forschung deutet darauf hin, dass ein hoher Konsum von gesättigten Fettsäuren das Risiko für koronare Herzerkrankungen erhöhen kann. Vor diesem Hintergrund wird Kokosöl in Fachkreisen nicht als Standardöl für die tägliche Ernährung empfohlen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) raten stattdessen zur Verwendung von Pflanzenölen, die einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren aufweisen. Neben Olivenöl werden hier explizit auch Rapsöl und Leinöl als empfehlenswerte Alternativen genannt.
Wissenschaftliche Einordnung verbreiteter Mythen
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Ernährungswissenschaftler warnen zudem vor verschiedenen Mythen, die den Einsatz von Kokosöl betreffen. Entgegen der Annahme, das Öl könne bei der Gewichtsreduktion unterstützen, verweisen Experten auf die hohe Energiedichte. Ein Esslöffel Kokosöl enthält demnach 120 kcal, was bei unkontrolliertem Verzehr eher zu einer Gewichtszunahme führen könne.
Auch für das sogenannte Ölziehen, das häufig zur Entgiftung des Körpers beworben wird, fehle eine belastbare wissenschaftliche Grundlage. Des Weiteren raten Fachleute Personen mit erhöhten Cholesterinwerten ausdrücklich zur Zurückhaltung beim Verzehr von Kokosöl, da die enthaltenen gesättigten Fettsäuren das Lipidprofil negativ beeinflussen könnten.
Anwendung in der Dermatologie und Hautpflege
Neben der Ernährung spielt Kokosöl auch in der Dermatologie eine Rolle, wobei die Beurteilung hier ambivalent ausfällt. In Berichten über die Behandlung der seborrhoischen Dermatitis wird darauf hingewiesen, dass Kokosöl sowohl positive als auch negative Effekte haben kann. Es besitze zwar antimykotische und feuchtigkeitsspendende Eigenschaften, könne jedoch gleichzeitig den Hefepilz Malassezia nähren, der bei diesem Krankheitsbild eine zentrale Rolle spielt.
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Bei fettiger oder zu Akne neigender Haut mahnen Fachkreise zur Vorsicht, da Kokosöl als komedogen gilt und somit die Poren verstopfen kann. Dermatologen empfehlen bei der Pflege von Ekzemen daher häufig die Verwendung von Olivenöl als verträglichere Option.
Die Analysen, die unter anderem in Fachpublikationen Anfang August veröffentlicht wurden, verdeutlichen, dass der gesundheitliche Nutzen von Kokosöl im Vergleich zu etablierten Pflanzenölen wie Olivenöl wissenschaftlich kaum belegbar ist. Während Olivenöl fest in den Empfehlungen führender Gesundheitsorganisationen verankert bleibt, wird Kokosöl primär aufgrund seines hohen Anteils an gesättigten Fettsäuren kritisch bewertet.
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