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Kölner Forscher entdecken Schlüssel-Lipid für Darmgesundheit

19.05.2026 - 07:41:46 | boerse-global.de

Ein Team der Uni Köln identifiziert Cardiolipin als Schlüssel zur Immunregulation im Darm. Die Erkenntnis könnte Therapien für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa revolutionieren.

Kölner Forscher entdecken Schlüssel-Lipid für Darmgesundheit - Foto: über boerse-global.de
Kölner Forscher entdecken Schlüssel-Lipid für Darmgesundheit - Foto: über boerse-global.de

Die Entdeckung könnte die Behandlung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa grundlegend verändern.

Mitochondriales Lipid steuert Immunabwehr

Forscher um Dr. Mauro Corrado vom Exzellenzcluster CECAD und dem Centrum für Molekulare Medizin Köln (CMMC) haben eine entscheidende Funktion des Mitochondrien-Lipids Cardiolipin nachgewiesen. Wie die Studie im Fachjournal Nature Metabolism vom 18. Mai 2026 zeigt, ist dieser Fettstoff unverzichtbar für die Energieproduktion und Funktionsfähigkeit regulatorischer T-Zellen – der „Polizei“ des Immunsystems.

Fehlt das Enzym, das Cardiolipin herstellt, gerät die Immunregulation im Darm außer Kontrolle. In Mausmodellen führte dieser Defekt zu schweren Entzündungen. Die gute Nachricht: Der Effekt erwies sich im Experiment als umkehrbar. Die Ergebnisse liefern nicht nur einen möglichen Ansatz für neue Therapien, sondern erklären möglicherweise auch die entzündlichen Symptome des seltenen Barth-Syndroms.

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Wenn der Körper den Schmerz nicht vergisst

Doch reicht es, nur auf die Biologie zu schauen? Wohl kaum. Neue Daten der Johns-Hopkins-Universität zeigen: Die psychische Verarbeitung von Symptomen bestimmt maßgeblich die Lebensqualität chronisch Kranker.

Eine zweijährige Langzeitstudie mit über 1400 Erwachsenen untersuchte die Auswirkungen von Alexithymie – der Unfähigkeit, eigene Gefühle zu erkennen und zu benennen. Das Ergebnis: Betroffene empfinden zwar nicht stärkere Schmerzen, leiden aber unter deutlich höherer psychischer Belastung und stärkeren Funktionseinschränkungen.

Mediziner fordern daher, psychologische Interventionen zur Verbesserung der emotionalen Wahrnehmung als Standardbestandteil der Schmerztherapie zu etablieren. Chronische Schmerzen, so die Erkenntnis, funktionieren oft wie ein überreaktives Alarmsystem – selbst wenn das Gewebe längst verheilt ist, schlägt der Körper weiter Alarm.

Ernährung als Waffe gegen Entzündungen

Parallel zur molekularen Forschung rückt die gezielte Ernährung in den Fokus. Eine Übersichtsarbeit im Fachblatt Nutrients vom 18. Mai warnt vor den Risiken der westlichen Ernährungsweise. Besonders die hohe Aufnahme von Linolsäure (n-6-PUFA) aus Speiseölen, verarbeiteten Lebensmitteln und industrieller Tierhaltung schaffe ein entzündungsförderndes Milieu.

Die Lösung? Mehr fettreicher Fisch und Algenpräparate, um das Gleichgewicht der mehrfach ungesättigten Fettsäuren wiederherzustellen. Ernährungsmediziner wie Dr. Matthias Riedl empfehlen zudem:

  • Nitratreiches Gemüse: Rucola und Rote-Bete-Saft können die Gefäßgesundheit unterstützen
  • Antioxidantienreiche Früchte: Heidelbeeren mit ihrem hohen Anthocyangehalt senken Entzündungsmarker
  • Gezielte Supplementierung: Vitamin D3 und K2 MK7 – angestrebt werden Blutwerte von 80–100 ng/ml

Sogar traditionelle Elemente wie Adaptogene (Ginseng, Rhodiola) und Wildkräuter (Brennnessel, Giersch) werden in Kliniken von Bern bis in die Uckermark getestet. Ihr Potenzial: Stressresistenz steigern und sanft entzündungshemmend wirken.

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Neue Wege in der Pharmakologie

Auch die Pharmaindustrie reagiert. Mitte Mai erhielt der Cannabis-Vollspektrum-Extrakt VER-01 des Unternehmens VERTANICAL den Status einer „Durchbruchstherapie“ von der US-Arzneimittelbehörde FDA – zur Behandlung chronischer Rückenschmerzen. In Phase-3-Studien zeigte das Mittel eine bessere Wirksamkeit und Verträglichkeit als herkömmliche Opioide, ohne deren Suchtpotenzial.

Für Patienten, die auf Medikamente verzichten möchten, gewinnen nicht-pharmakologische Ansätze an Bedeutung. Studien belegen: Rotlichttherapie (660 nm und 850 nm) kann Entzündungen reduzieren, indem sie die zelluläre Energieproduktion ankurbelt. Auch Ganzkörper-Elektromyostimulation (EMS) hilft – allerdings nur in Maßen: maximal 20 Minuten pro Woche in der Anfangsphase.

Der Blick nach vorn: Immuntherapien der nächsten Generation

Die Forschung bewegt sich auf hochpräzise Immuntherapien zu. Studien der Universitätskliniken Heidelberg und der Harvard Medical School haben neue Wege gefunden, körpereigene natürliche Killerzellen (NK-Zellen) zu reaktivieren, um Fibrosen rückgängig zu machen – eine gefährliche Komplikation chronischer Entzündungen.

Und noch eine Überraschung: GLP-1-Analoga, ursprünglich für Stoffwechselerkrankungen entwickelt, werden nun auf ihre Wirkung gegen Gelenkentzündungen getestet. Ein Zeichen dafür, dass Stoffwechsel- und Entzündungsmedizin künftig enger zusammenrücken werden – zum Wohle der Patienten.

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