Kochen, Gehirn

Kochen schützt Gehirn: Demenzrisiko sinkt um bis zu 67 Prozent

21.06.2026 - 06:23:06 | boerse-global.de

Der Markt für Proteinpulver wächst rasant, während „Bible Food“ an Popularität gewinnt. Experten sehen Chancen und Risiken.

Bible Food und Protein-Boom: Ernährungstrends zwischen Glaube und Industrie
Kochen - Ein Stillleben mit antiken Getreidesorten, Oliven, Feigen und Trauben auf einem rustikalen Holztisch mit einer Schriftrolle im Hintergrund. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein Spagat zwischen Spiritualität und Industrie.

„Bible Food“: Wenn Glaube auf den Teller kommt

Unter dem Schlagwort „Bible Food“ etabliert sich ein Trend, der die Ernährung an biblischen Überlieferungen ausrichtet. In den USA und Deutschland erreichen Protagonisten wie Fabian Kowallik mit rund 1,5 Millionen Followern und Kayla Bundy mit 600.000 Abonnenten ein breites Publikum.

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Fachleute sehen die Entwicklung differenziert. Der Mediziner und Theologe Peter Prock betont: Die biblische Ernährung entspreche im Kern der mediterranen Küche. Aus medizinischer Sicht sei das sinnvoll – auch wenn es keinen Beleg gebe, dass bestimmte Lebensmittel die Nähe zu Gott fördern. Professorin Andrea Henze ergänzt: Viele Trends wie Vegetarismus oder Paläo-Diät existierten bereits seit 2.000 Jahren. Für gesunde Menschen seien sie unbedenklich.

Die Verbindung von Glauben und Lebensstil zeigt sich auch im Profisport. Nationalspieler Felix Nmecha ist Teil des Netzwerks „Ballers in God“, das christliche Werte im Fußball verankern möchte. In den USA thematisiert Vizepräsident J. D. Vance in seinem Buch „Communion“ die Rückkehr zu christlichen Traditionen als stabilisierendes Element.

Protein-Boom: Nachfrage explodiert, Regale werden leer

Parallel zum Trend der naturnahen Ernährung verzeichnet die Proteinindustrie ein massives Wachstum. 2025 stieg der Umsatz mit Proteinpulver in Deutschland um 60 Prozent auf 229 Millionen Euro. In den ersten fünf Monaten 2026 beschleunigte sich das Wachstum auf 85 Prozent.

Die Folgen für Lieferketten und Preise sind massiv:

  • Der Preis für Molkenprotein-Konzentrat (Whey) hat sich seit Jahresbeginn verdoppelt
  • Proteinisolate verteuerten sich um 40 Prozent
  • Ein globaler Nachfrageüberhang, verstärkt durch den US-Markt, führt zu leeren Regalen

Branchenkenner rechnen erst in zwei bis drei Jahren mit einer Entspannung. Professorin Henze gibt zu bedenken: Für die breite Bevölkerung sei eine zusätzliche Proteinzufuhr meist unnötig. Nur Senioren oder Personen mit mehr als fünf Stunden Training pro Woche hätten einen erhöhten Bedarf. Die Langzeitfolgen eines dauerhaft überhöhten Proteinkonsums seien zudem unklar.

Weniger essen, häufiger depressiv?

Forscher untersuchen den Zusammenhang zwischen Mahlzeitenfrequenz und psychischer Gesundheit. Eine Studie des Seoul St. Mary‘s Hospital mit 22.000 Erwachsenen zeigt: Wer weniger als fünf Mahlzeiten pro Woche zu sich nimmt, hat ein um 55 Prozent höheres Risiko für Depressionen. Daten des Robert Koch-Instituts von 2024 belegen die Relevanz: Rund 17 Prozent der Erwachsenen in Deutschland waren mindestens einmal im Leben von einer Depression betroffen.

Auch die Essenszubereitung selbst hat kognitive Effekte. Eine japanische Studie mit 11.000 Teilnehmern über sechs Jahre belegt: Regelmäßiges Kochen senkt das Demenzrisiko – bei Männern um 23 Prozent, bei Frauen um 27 Prozent. Besonders deutlich war der Effekt bei Personen mit zuvor geringen Kochkenntnissen: Hier sank das Risiko um 67 Prozent. Grund sei die kognitive Herausforderung des Kochens.

EU verbietet Fleisch-Begriffe für Veggie-Produkte

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Auf politischer Ebene gibt es neue Regeln für die Lebensmittelkennzeichnung. Das EU-Parlament stimmte mit großer Mehrheit für ein Verbot von Begriffen wie „Speck“, „Hühnchen“ oder „Rippchen“ für vegetarische Ersatzprodukte. Bezeichnungen wie „Veggie-Burger“ bleiben hingegen zulässig. Bundesernährungsminister Rainer kritisierte die Neuregelung.

Gleichzeitig warnen Behörden vor gesundheitlichen Risiken durch natürliche Inhaltsstoffe. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) veröffentlichte im Juni eine Warnung vor Blausäure in geschroteten Leinsamen. Für Erwachsene empfiehlt das Institut maximal 15 bis 20 Gramm pro Tag, für Kinder ab vier Jahren höchstens 4 Gramm. Durch Erhitzen beim Kochen oder Backen lässt sich der Blausäuregehalt reduzieren.

Auch bei Heidelbeeren ist Vorsicht geboten: Stichproben der Verbraucherzentrale NRW von 2024 zeigten, dass etwa die Hälfte der als Waldheidelbeeren deklarierten Proben gefälscht war.

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