Kochen gegen Demenz: Regelmäßiges Kochen senkt Risiko um 27%
22.06.2026 - 07:11:02 | boerse-global.de
Doch bei anderen Nahrungsergänzungsmitteln sieht die Sache anders aus.
Höhere Vitamin-C-Werte, mehr Gehirnmasse
Forscher der Universität Hirosaki in Japan haben die Daten von über 2.000 älteren Erwachsenen analysiert. Das Durchschnittsalter lag bei 69 Jahren. Ergebnis: Höhere Vitamin-C-Plasmaspiegel hängen mit einem größeren Volumen der grauen Substanz zusammen.
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Die Probanden mit optimalen Werten zeigten auch eine stärkere neuronale Konnektivität im Default Mode Network (DMN). Diese Gehirnregion ist für Gedächtnis und Aufmerksamkeit essenziell.
Vitamin C wirkt als Antioxidans und neutralisiert oxidativen Stress im Gehirn. Es unterstützt zudem die Produktion von Neurotransmittern. Besonders interessant: Die Konzentration des Vitamins in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit ist mehr als doppelt so hoch wie im Blut.
Die im Juni 2026 in PLOS One veröffentlichte Studie ist jedoch eine Beobachtungsstudie. Einen direkten kausalen Nachweis, dass mehr Vitamin C automatisch zu besserem Gehirnerhalt führt, gibt es nicht. Experten raten daher zu einer vitaminreichen Ernährung – nicht zur unkritischen Einnahme von Supplementen.
Omega-3 enttäuscht, Glucosamin könnte schaden
Während Vitamin C positive Assoziationen zeigt, liefern andere Supplemente ernüchternde Ergebnisse. Eine placebokontrollierte Doppelblindstudie der Keck Medicine of USC untersuchte Omega-3-Präparate. Bei 365 Erwachsenen mit erhöhtem Alzheimer-Risiko stiegen die DHA-Spiegel im Gehirn zwar um 17 Prozent. Eine Verbesserung des Gedächtnisses oder des Hippocampus-Volumens? Fehlanzeige.
Noch alarmierender sind die Ergebnisse einer Studie aus Nature Metabolism. Daten von 50.000 Personen aus den Jahren 2012 bis 2024 deuten darauf hin: Glucosamin könnte bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung das Alzheimer-Risiko um 25 Prozent erhöhen. Bei bestehender Demenz stieg das Sterberisiko innerhalb von fünf Jahren ebenfalls um 25 Prozent. Auch hier gilt: Es handelt sich um Beobachtungsdaten ohne definitiven Kausalbeleg.
Kochen als Gehirntraining
Neben der Nährstoffversorgung rücken Lebensstilfaktoren in den Fokus. Ein Bericht der Deutschen Longevity Gesellschaft verweist auf die US POINTER-Studie aus dem Sommer 2025. Ein strukturiertes Programm aus Ernährung, Bewegung, kognitivem Training und sozialer Aktivität verzögerte die kognitive Alterung bei 60- bis 79-Jährigen um ein bis zwei Jahre. Besonders relevant für Frauen – sie sind statistisch doppelt so häufig von Alzheimer betroffen.
Eine japanische Langzeitstudie mit rund 11.000 Teilnehmern ab 65 Jahren untersuchte alltägliche Aktivitäten. Das Ergebnis: Regelmäßiges Kochen – mindestens einmal pro Woche – senkt das Demenzrisiko deutlich. Bei Männern um 23 Prozent, bei Frauen um 27 Prozent. Besonders stark war der Effekt bei Personen, die ihre Kochkünste selbst als gering einschätzten: Hier sank das Risiko um 67 Prozent.
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Die Forscher interpretieren die Planung und Durchführung von Mahlzeiten als komplexe kognitive Herausforderung. Wer kocht, trainiert sein Gehirn – ganz ohne Supplement.
