Kniearthrose: Studie mit 68 Teilnehmenden zeigt weniger Knieschmerzen
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 01:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deGezielte Anpassungen der Gangtechnik, spezifische Dehnübungen und kontrollierte Bewegungsabläufe können Beschwerden bei Kniearthrose sowie Schultersteife spürbar reduzieren. Aktuelle Ratgeber und klinische Untersuchungen verdeutlichen, dass eine vollständige Ruhigstellung bei degenerativen Gelenkerkrankungen meist kontraproduktiv ist, solange die Belastung stadiengerecht und methodisch sauber gesteuert wird.
Klinische Evidenz und stadiengerechte Bewegung bei Kniearthrose
Eine im Fachjournal The Lancet Rheumatology registrierte klinische Studie (NCT02767570) untersuchte die Effekte einer personalisierten Fußwinkel-Anpassung beim Gehen an 68 Teilnehmenden mit leichter bis mittelschwerer medialer Kniearthrose.
Durch Ganganalysen und Biofeedback wurde der Fußwinkel individuell um 5 oder 10 Grad nach innen oder außen verändert, um die Knielast zu senken. Nach einem Jahr wies die Interventionsgruppe im Vergleich zu einer Sham-Kontrollgruppe eine stärkere Reduktion von Knieschmerzen sowie des Knie-Adduktionsmoments auf.
Im MRT zeigten sich teils Hinweise auf verlangsamte Knorpelveränderungen, wenngleich nicht alle Bildgebungs-Indikatoren einheitlich ausfielen. Da es sich um eine monozentrische Studie mit kleiner Stichprobe handelte, erfordert das Verfahren eine ärztliche oder physiotherapeutische Begleitung und eignet sich nicht zur Selbstanwendung.
Fachliche Empfehlungen betonen, dass Bewegung bei Gonarthrose an das jeweilige Krankheitsstadium angepasst werden sollte:
- Frühes Stadium: Schonendes Gehen auf ebenem Untergrund, Indoor-Radfahren und Beinkraftübungen im Sitzen.
- Mittleres Stadium: Wassergehen, Indoor-Radfahren mit geringem Tretwiderstand und Kniestrecken im Sitzen.
- Spätes Stadium: Beinheben in Rückenlage, leichte gymnastische Übungen im Wasser sowie sanftes Beweglichkeitstraining.
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Treten nach dem Training Hitzegefühle, Schwellungen oder verstärkte Schmerzen auf, müssen Intensität und Dauer unverzüglich verringert werden. Zeigen sich zwei oder mehr anhaltende Warnsignale – etwa Schmerzen beim Treppabgehen, das Erfordernis des Abstützens beim Aufstehen oder eine sichtbare Gangveränderung –, ist eine ärztliche Untersuchung erforderlich. Begleitend wirken eine kräftige Oberschenkel- und Hüftmuskulatur als natürlicher Stoßdämpfer.
Schultersteife: Phasenverlauf und Abgrenzung zu Sehnenrissen
Bei der Schultersteife (adhäsive Kapsulitis oder Frozen Shoulder) entzündet und verdickt sich die Gelenkkapsel, wodurch der Bewegungsradius drastisch schrumpft.
Nach Angaben der Koreanischen Orthopädischen Gesellschaft tritt das Krankheitsbild meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf, betrifft häufig beide Seiten und kann auch ohne vorheriges Trauma entstehen. Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht bei Diabetes und Schilddrüsenerkrankungen.
Der Verlauf erstreckt sich in drei Phasen über mehrere Monate bis hin zu über einem Jahr: auf eine schmerzhafte Phase des „Einfrierens“ folgt der Zustand der ausgeprägten Steife („eingefroren“), bevor in der letzten Phase das Gelenk langsam „auftaut“.
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Begleitend zur medikamentösen und physiotherapeutischen Behandlung der Koreanischen Rehabilitationsgesellschaft empfehlen Experten sanfte Mobilisationen wie Pendelübungen mit leicht vorgebeugtem Oberkörper, Fingerwandklettern und Handtuchdehnungen hinter dem Rücken, stets nach vorherigem Aufwärmen.
Wichtig ist die differentialdiagnostische Abgrenzung: Hinter Schulterschmerzen kann auch ein Riss der Rotatorenmanschette stehen. Typische Warnhinweise dafür sind die Unfähigkeit, den Arm eigenständig über Kopfhöhe zu heben, deutlicher Kraftverlust sowie Schmerzen beim Drehen eines Türgriffs.
Da ein Sehnenriss kaum spontan ausheilt, droht bei Nichtbehandlung eine Ausweitung des Schadens. Zur strukturierten Unterstützung stehen digitale Gesundheitsanwendungen wie die App „Companion Shoulder“ zur Verfügung, die auf ärztliche Verordnung von den gesetzlichen Krankenkassen für 90 Tage übernommen wird und tägliche Einheiten von 15 bis 30 Minuten anleitet.
Biomechanische Risiken und Anpassung im Alter
Experten warnen vor unkontrollierten Belastungen. Fitnesstrainer raten Personen ab 50 Jahren zur Vorsicht bei fünf spezifischen Trainingsformen: Maximalgewichte ohne Vorbereitung, Sprünge mit hoher Stoßbelastung wie Burpees, technisch unsaubere Bauchübungen mit Zug am Nacken, Übungen mit Gewichten hinter dem Nacken sowie das Weitertrainieren trotz bestehender Schmerzen.
Zugleich unterstreichen Krankenkassen wie die AOK, dass Skelettmuskeln auch im fortgeschrittenen Lebensalter trainierbar bleiben und regelmäßige Kraft- sowie Balanceübungen einen wesentlichen Beitrag zur Sturzprävention leisten.
