Kniearthrose: 3 von 4 Operationen sind vermeidbar – Dehnen hilft
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 18:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Forschung zeigt: Die Nanostruktur der Knochen, richtiges Dehnen und unerwartete Trainingsformen entscheiden über Mobilität im fortgeschrittenen Alter.
Nanostruktur entscheidet über Knochenstabilität
Die Widerstandsfähigkeit des Skeletts hängt maßgeblich von der inneren Struktur der Knochen ab. Das Paul Scherrer Institut (PSI) veröffentlichte im Juli 2026 im Fachmagazin Advanced Materials neue Erkenntnisse zur Kollagenfaser-Orientierung.
Wissenschaftler untersuchten 78 Proben des Oberschenkelhalsknochens. Ergebnis: Die Nanostruktur beeinflusst die Stabilität entscheidend. An der Oberseite sind die Fasern unregelmäßiger angeordnet, was zu geringerer Flexibilität führt. Bruchfestigkeit wird demnach nicht allein durch Knochendichte bestimmt, sondern maßgeblich durch die mikroskopische Beschaffenheit des Kollagens.
Kniearthrose: Operationen oft vermeidbar
Kniebeschwerden sind eine wachsende Herausforderung für das Gesundheitssystem. In Deutschland werden jährlich rund 170.000 künstliche Kniegelenke eingesetzt. Etwa 10 Prozent der über 60-Jährigen leiden an Kniearthrose – die Diagnosehäufigkeit hat sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts verdoppelt.
Mediziner mahnen zur Zurückhaltung bei chirurgischen Eingriffen. Prof. Pässler, Facharzt für Orthopädie, vertritt die Auffassung: Drei von vier Knieoperationen wären vermeidbar. Stattdessen rücken gezielte Dehnübungen für Wade und Oberschenkel in den Fokus. Experten weisen jedoch darauf hin, dass beim Dehnen häufig Fehler gemacht werden.
Ein weiterer interessanter Aspekt: Eine Studie vom Juli 2026 deutet darauf hin, dass ältere Menschen nicht primär wegen abnehmender Muskelkraft langsamer gehen. Andere Faktoren sind für die verringerte Gehgeschwindigkeit verantwortlich.
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WHO-Empfehlungen: Reichen 150 Minuten pro Woche?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt derzeit 150 bis 300 Minuten moderate oder 75 bis 150 Minuten intensive Aktivität pro Woche, plus zweimal Krafttraining. Eine neue Studie im British Journal of Sports Medicine kommt zu einem anderen Ergebnis.
Die Untersuchung wertete Daten von 17.088 Erwachsenen der UK Biobank aus – Durchschnittsalter 57 Jahre. Ergebnis: Erst ein Pensum von 560 bis 610 Minuten moderater bis intensiver Aktivität pro Woche senkt das Herz-Kreislauf-Risiko signifikant. Das entspricht etwa 10 Stunden Sport wöchentlich.
Aquafitness: Fünffacher Trainingseffekt
Um dieses hohe Aktivitätsniveau gelenkschonend zu erreichen, gewinnen alternative Methoden an Bedeutung. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2025 belegt: Wassergymnastik kann einen bis zu fünfmal stärkeren Trainingseffekt haben als Übungen an Land.
In über 70 Prozent der untersuchten Fälle war die Muskelaktivierung im Wasser gleich hoch oder sogar höher. Der entscheidende Vorteil: Im Wasser trägt der Körper nur 10 Prozent seines eigentlichen Gewichts. Der Kalorienverbrauch liegt bei 400 bis 700 Kilokalorien pro Stunde.
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Der unterschätzte Faktor: Trinken
Neben dem Training bleibt die allgemeine Gesundheitspflege kritisch. Aktuelle Umfragen vom Juli 2026 zeigen: Über 61 Prozent der Deutschen decken ihren täglichen Flüssigkeitsbedarf nicht. Besonders in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen liegt das Defizit bei durchschnittlich 0,44 Litern pro Tag.
Dabei ist ausreichende Hydrierung essenziell für die Leistungsfähigkeit der Muskulatur und die Geschmeidigkeit des Bindegewebes. Ergänzend rücken verstärkt vernachlässigte Muskelgruppen in den Fokus der Sportwissenschaft – zur Vorbeugung von Verletzungen wie Sprunggelenksbrüchen oder Bänderrissen.
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