Abnehmspritzen: 8.000 Notrufe wegen Überdosierungen pro Jahr
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 18:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Hype um Abnehmspritzen wie Ozempic und Wegovy hat eine gefährliche Nebenwirkung: Immer mehr Menschen landen wegen Überdosierungen im Krankenhaus. Eine neue Studie der University of Texas belegt den alarmierenden Trend.
Seit der Zulassung von Semaglutid zur Gewichtsreduktion 2021 sind die Anrufe bei US-Giftnotrufzentralen explodiert. Waren es vor 2021 jährlich zwischen 1.000 und 1.500 Fälle, stieg die Zahl bis 2023 auf über 8.000. Semaglutid-Präparate verursachten rund 64 Prozent aller Meldungen zu GLP-1-Medikamenten.
Wer sind die Betroffenen?
Die Studie im Journal of Medical Toxicology zeigt eine deutliche Verschiebung der Nutzerstruktur. Das Durchschnittsalter der Betroffenen sank von 57 auf 51,6 Jahre, der Frauenanteil stieg von 68,9 auf 78,2 Prozent. Gleichzeitig nahm die Schwere der Vorfälle zu: 33,5 Prozent der Fälle mussten medizinisch versorgt werden – vorher waren es nur 23 Prozent.
Die häufigsten Fehler
Forscher identifizierten zwei Hauptursachen für die Vergiftungen. Viele Patienten injizierten das Medikament täglich statt wöchentlich. Andere starteten direkt mit der Höchstdosis, anstatt sie langsam zu steigern.
Immer mehr Patienten landen wegen Überdosierungen im Krankenhaus – allein in den USA zählten Giftnotrufzentralen über 8.000 Fälle pro Jahr. Die gute Nachricht: Die meisten Fehler sind vermeidbar. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen die 3 wichtigsten Schritte für eine sichere Anwendung. Jetzt kostenlosen Sicherheits-Leitfaden anfordern
Die Folgen: In 30,7 Prozent der Fälle klagten Betroffene über Übelkeit, 28,5 Prozent litten unter Erbrechen. Vermeidbare Überdosierungen, die durch bessere Aufklärung verhindert werden könnten.
Wirksamkeit versus Risiko
Tirzepatid und Cagrisema führen zu einem Gewichtsverlust von etwa 15 Prozent, Semaglutid zu rund 10 Prozent, so eine Studie im BMJ. Doch trotz dieser Erfolge: Ein eindeutiger Nachweis für eine verbesserte Lebensqualität fehlt. Länder wie Frankreich erstatten die Kosten daher nur unter strengen Auflagen.
Neben Anwendungsfehlern gibt es auch systemische Probleme. Fehlerhafte Kennzeichnungen und Produktionsfehler lösten phasenweise FDA-Warnungen aus. Hersteller wie Novo Nordisk und Eli Lilly leiteten Untersuchungen ein, nachdem Etikettierungsfehler Tausende zusätzliche Notrufe auslösten.
Wussten Sie, dass 33,5 Prozent der Überdosierungs-Fälle medizinisch versorgt werden müssen? Viele Betroffene injizieren täglich statt wöchentlich oder starten direkt mit der Höchstdosis. Mit der richtigen Dosierungs-Anleitung können Sie dieses Risiko vermeiden. Dosierungs-Anleitung jetzt kostenlos sichern
Was Ärzte empfehlen
Die Präparate setzen den Wirkstoff über sieben Tage gleichmäßig frei. Wer das Schema ändert oder zu schnell hochdosiert, überlastet das körpereigene System. Mediziner fordern daher deutlichere Instruktionen von Apotheken und verschreibenden Ärzten – um vermeidbare Notfälle und die Belastung des Gesundheitssystems zu reduzieren.
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