Knäckebrot im Öko-Test: Acrylamid in allen 21 Produkten nachgewiesen
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 01:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deKnäckebrot aus Vollkorn gilt bei vielen Verbrauchern als fester Bestandteil einer bewussten Ernährung. Eine vergleichende Untersuchung des Verbrauchermagazins Öko-Test zeichnet jedoch ein differenziertes Bild hinsichtlich der Reinheit und Sicherheit entsprechender Erzeugnisse.
Im Rahmen der Laboranalysen wurden 21 Roggenvollkorn-Knäckebrote unter die Lupe genommen, darunter neun Produkte mit Bio-Siegel. Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung betrifft den Schadstoff Acrylamid, der in sämtlichen 21 getesteten Produkten nachgewiesen werden konnte. Bei einem Produkt lag der gemessene Gehalt zudem über dem festgelegten EU-Richtwert.
Durchwachsene Noten und flächendeckende Acrylamidfunde
Die Gesamturteile der Tester fielen über das gesamte Feld hinweg sehr unterschiedlich aus. Zwar sicherten sich fünf der 21 getesteten Knäckebrote das Gesamturteil „sehr gut“, doch fiel die Bilanz am anderen Ende der Skala negativ aus: Rund ein Drittel der Produkte wurde von Öko-Test mit den Noten „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bewertet.
Acrylamid entsteht typischerweise bei Röst- und Backprozessen unter hohen Temperaturen, insbesondere bei der Verarbeitung stärkehaltiger Getreidearten wie Roggen. Dass der Stoff ausnahmslos in allen überprüften Waren auftrat, verdeutlicht die produktionstechnischen Hürden bei der Minimierung der Verbindung. Eine Überschreitung des offiziellen EU-Richtwerts bei einer Probe führte entsprechend zu deutlichen Abzügen in der Gesamtbewertung.
In allen 21 getesteten Roggenvollkorn-Knäckebroten wurde Acrylamid nachgewiesen, bei einem Produkt sogar über dem EU-Richtwert. Wer für die Familie einkauft, braucht deshalb eine klare Orientierung statt Regal-Roulette. Der kostenlose Einkaufs-Guide fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt, welche Produkte „sehr gut“ abschnitten. Jetzt kostenlosen Einkaufs-Guide anfordern
Pestizid-Rückstände und Belastungen durch Schimmelpilzgifte
Neben thermisch bedingten Prozesskontaminanten standen auch Rückstände aus dem konventionellen und ökologischen Anbau im Fokus der Laborprüfungen. Dabei stießen die Prüfer in einem Knäckebrot auf Spuren von bis zu sechs unterschiedlichen Pestiziden.
Zu den nachgewiesenen chemisch-synthetischen Stoffen gehörten unter anderem das Totalherbizid Glyphosat sowie das Fungizid Tebuconazol. Das Magazin kritisierte derartige Mehrfachbelastungen und wies darauf hin, dass mögliche Wechselwirkungen verschiedener Pestizidspuren bislang unzureichend erforscht seien.
Bis zu sechs verschiedene Pestizide in einem einzigen Knäckebrot — darunter Glyphosat und Tebuconazol — und in einem weiteren Produkt erhöhte Schimmelpilzgifte. Solche Mehrfachbelastungen lassen sich am Etikett nicht erkennen. Der kostenlose Guide erklärt, wie Sie Getreideprodukte mit möglichst geringen Rückständen erkennen und welche Bio-Siegel im Vergleich überzeugten. Einkaufs-Checkliste jetzt sichern
Zusätzlich zu den Pflanzenschutzmitteln identifizierte Öko-Test in einem weiteren Produkt erhöhte Werte an T-2- und HT-2-Toxinen. Bei diesen Verbindungen handelt es sich um Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, die bereits auf dem Feld die Getreidepflanzen befallen können.
Die Testergebnisse verdeutlichen damit die teils erhebliche Bandbreite im Regal: Während Spitzenreiter eine einwandfreie Verarbeitung ohne auffällige Rückstände bieten, weisen belastete Chargen gleich mehrere kritische Stoffe auf.

