Klarna Bank USA: Fintech reicht Antrag für eigene US-Banklizenz ein
07.07.2026 - 02:30:39 | boerse-global.de
Der schwedische Finanzdienstleister Klarna will in den USA eine eigene Bank gründen und damit seine Abhängigkeit von Partnerinstituten beenden.
Am 6. Juli reichte das Unternehmen bei der Utah Department of Financial Institutions und der US-Einlagensicherung FDIC die Anträge für Klarna Bank USA ein – eine sogenannte Industriebank mit Sitz in Utah. Seit 2017 besitzt Klarna bereits eine europäische Banklizenz, nun soll der US-Markt folgen.
Industriebank als Schlüssel zum US-Markt
Die geplante Klarna Bank USA würde als Industriebank firmieren – ein spezieller Charter-Typ, den Utah bereits mehrfach an große Industrie- und Finanzkonzerne vergeben hat. Sollte die Aufsicht zustimmen, reiht sich Klarna in eine Liste prominenter Antragsteller ein, darunter Nissan, Edward Jones und PayPal.
An die Spitze des neuen Instituts berief Klarna Gary Harding. Der erfahrene Bankmanager war zuvor Chairman und CEO der Milestone Bank sowie Präsident und CEO der Prime Alliance Bank.
Strategischer Wandel: Weg von Partnerbanken
Die US-Banklizenz markiert einen grundlegenden Kurswechsel. Bislang ist Klarna auf Partnerinstitute angewiesen – etwa für die Sparkonten, die das Unternehmen im Juni 2026 über die WebBank auf den Markt brachte. Mit einer eigenen Lizenz will Klarna diese Funktionen ins Haus holen und die Umsatzbeteiligung mit Partnerbanken vermeiden.
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Branchenbeobachter erwarten, dass dieser Schritt dem Unternehmen erlaubt, attraktivere Prämien und Finanzprodukte anzubieten. Klarna betreibt bereits ein abgestuftes Mitgliedschaftssystem: Die Premium-Stufe bietet 1,5 Prozent Cashback, die Max-Stufe zwei Prozent – jeweils gegen eine monatliche Gebühr.
Seit seinem Markteintritt in den USA 2019 hat Klarna amerikanischen Verbrauchern Kredite in Höhe von umgerechnet rund 85 Milliarden Euro gewährt. Das Unternehmen gibt an, seinen Nutzern dadurch etwa 4,8 Milliarden Euro an Zinszahlungen im Vergleich zu traditionellen Kreditprodukten erspart zu haben.
Wettbewerb um US-Banklizenzen
Klarna steht mit seinem Vorhaben nicht allein. Gleich mehrere hochkarätige Fintech-Unternehmen buhlen um einen Platz im US-Regulierungssystem. Der britische Rivale Revolut beantragte im März 2026 eine US-Banklizenz, die niederländische Firma Bunq reichte ihren Antrag Anfang des Jahres erneut ein. Auch Mercury erhielt im April 2026 eine bedingte Zulassung.
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Klarna-CEO Sebastian Siemiatkowski betont, dass Vertrauen das Fundament der Bankbranche sei – ein Signal, das das Unternehmen mit dem Schritt unterstreichen will. Weltweit zählt Klarna rund 119 Millionen aktive Nutzer, davon 30 Millionen in den USA. Täglich wickelt die Plattform durchschnittlich 3,4 Millionen Transaktionen ab.
Parallel zum regulatorischen Vorstoß läuft das bestehende Geschäft weiter. Die Klarna Card knackte im ersten Quartal 2026 die Marke von fünf Millionen Nutzern. Allerdings bleibt auch die rechtliche Seite nicht ruhig: Ein Gerichtsverfahren mit Pagaya über Subprime-Bewertungsmodelle ist noch anhängig.
