Kindheitserfahrungen, Studie

Kindheitserfahrungen: Studie mit 3.499 Kindern zeigt Schutz vor Depressionen

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 13:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Langzeitstudie verbindet stärkende Erlebnisse bis 17 mit weniger Depressionen und Angststörungen im Alter von 24 Jahren.
Eine friedliche, sonnendurchflutete Parklandschaft mit sanften grünen Hügeln und einem einzelnen Baum bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Eine im Fachjournal American Journal of Psychiatry erschienene Untersuchung der RCSI University of Medicine and Health Sciences liefert neue Erkenntnisse zur langfristigen psychischen Gesundheit.

Anhand von Daten von 3.499 Kindern aus der britischen ALSPAC-Kohorte belegt die Studie, dass eine höhere Zahl positiver Erfahrungen von der Geburt bis zum 17. Lebensjahr signifikant mit einem geringeren Risiko für Depressionen, Angstzustände oder andere psychiatrische Störungen im Alter von 24 Jahren verknüpft ist.

Schutzwirkung über biologische und soziale Risiken hinaus

Die Forschungsarbeit entstand in Zusammenarbeit mit FutureNeuro. Für die Analyse wurden zehn Makro-Typen positiver Kindheitserfahrungen erfasst. Dazu zählten unter anderem vertrauensvolle Beziehungen zu Eltern und Lehrkräften, unterstützende Freundschaften, regelmäßige außerschulische Aktivitäten, ein Sicherheitsgefühl im Wohnviertel, die aktive Teilnahme am Schulleben sowie häufige soziale Kontakte.

Bemerkenswert ist die Stabilität der Ergebnisse: Der festgestellte Schutzeffekt blieb auch nach statistischer Bereinigung um Kindheitstraumata, sozioökonomische Benachteiligung und genetische Vorbelastungen unverändert bestehen. Dies verdeutlicht, dass förderliche Einflüsse im Aufwachsen eigenständige Schutzfaktoren darstellen und nicht bloß das Fehlen von Risikofaktoren widerspiegeln.

Anzeige

Wer sich mit dem Erhalt der mentalen Gesundheit befasst, sollte auch die langfristige Fitness des Gehirns im Blick behalten. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie Sie Ihre geistige Leistungsfähigkeit durch einfache Alltagsübungen und gezielte Prävention nachhaltig stärken. 11 praktische Gehirn-Jogging-Übungen entdecken

Unterschiedliche Effekte bei verschiedenen Krankheitsbildern

Die Stärke des Schutzeffekts variiert je nach Art der psychischen Belastung. Den stärksten präventiven Nutzen beobachtete das Forschungsteam bei Depressionen. Hierbei zeigte sich, dass jede zusätzliche positive Erfahrung das spätere Erkrankungsrisiko schrittweise senkt.

Auch bei Angststörungen wiesen die Forschenden einen statistisch signifikanten Zusammenhang nach, wenngleich der Effekt dort kleiner ausfiel als bei depressiven Erkrankungen. Bezüglich psychotischer Störungen reichte die vorliegende Datenmenge hingegen nicht aus, um definitive Schlüsse zu ziehen.

Anzeige

Neben der psychischen Balance ist die Konzentrationsfähigkeit ein zentraler Pfeiler der Lebensqualität bis ins hohe Alter. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, welche Methoden Ihre Merkfähigkeit wirklich unterstützen und wie Sie geistig aktiv bleiben. Kostenlosen Ratgeber für mentale Fitness sichern

Bedeutung für Prävention und Gesundheitspolitik

Die Ergebnisse besitzen auch Relevanz für Personen, die in jungen Jahren schweren Belastungen ausgesetzt waren. Wie die Forschenden der Studie zu positiven Kindheitserfahrungen darlegen, können tragfähige und positive Beziehungen das Risiko einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit selbst dann abmildern, wenn negative Kindheitserfahrungen wie Misshandlung, familiäre Konflikte oder finanzielle Schwierigkeiten vorlagen.

Aus diesen Befunden leiten die beteiligten Wissenschaftler konkrete Empfehlungen ab: Politische Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit im Kindes- und Jugendalter sollten künftig nicht ausschließlich darauf ausgerichtet sein, bestehende Risiken zu minimieren. Ein gleichwertiger Schwerpunkt müsse auf dem gezielten Aufbau und der Förderung stärkender, positiver Lebens- und Beziehungserfahrungen liegen.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70347465 |