Kinderschutz-Offensive, USA

Kinderschutz-Offensive: USA, Südkorea und Australien schärfen Regeln

06.07.2026 - 23:44:03 | boerse-global.de

Mehrere Länder verschärfen den Schutz Minderjähriger im Netz. Florida erzielt Millionen-Einigung mit Roku, der US-Kongress stimmt über den KIDS Act ab.

Weltweite Kinderschutz-Offensive: Neue Gesetze für den digitalen Raum
Kinderschutz-Offensive - Kinderhände auf einem Tablet mit digitalem Schutzschild, Symbol für Datenschutz und Online-Sicherheit für Minderjährige. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mehrere Länder haben Anfang Juli 2026 neue Gesetze, Durchsetzungsmaßnahmen und Compliance-Vorgaben auf den Weg gebracht.

Florida erzielt Millionen-Vereinbarung mit Roku

Der Generalstaatsanwalt von Florida, James Uthmeier, gab am 26. Juni 2026 bekannt, dass der Bundesstaat eine Einigung mit dem Streaming-Anbieter Roku erzielt hat. Die nach dem „Florida Digital Bill of Rights" geführte Durchsetzungsmaßnahme warf dem Unternehmen vor, Daten von Minderjährigen ohne ausreichende Einwilligung gesammelt und verkauft zu haben.

Im Rahmen der Vereinbarung verpflichtet sich Roku, innerhalb der nächsten zwölf Monate umgerechnet rund 23 Millionen Euro in Kinderschutzfunktionen zu investieren. Diese Maßnahmen sollen landesweit umgesetzt werden. Die Einigung beinhaltet weder ein Schuldeingeständnis noch eine Geldstrafe – der Fokus liegt auf technischen Sicherheitsvorkehrungen für junge Nutzer.

Neue Gesetze auf Bundesstaaten- und Bundesebene

In Connecticut traten am 1. Juli 2026 erweiterte Schutzbestimmungen für Minderjährige in Kraft. Die Novelle des „Connecticut Data Privacy Act" verbietet Online-Plattformen, Daten von Minderjährigen für gezielte Werbung zu verkaufen. Zudem wird die Erhebung von Standortdaten auf das absolut Notwendige beschränkt. Besonders brisant: Direktnachrichten müssen künftig so voreingestellt sein, dass Erwachsene keine unerwünschten Nachrichten an Minderjährige senden können. Weitere Bestimmungen des Gesetzes treten 2028 in Kraft.

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Auf Bundesebene verabschiedete das US-Repräsentantenhaus am 29. Juni 2026 den „KIDS Act". Das Gesetzespaket bündelt 14 Einzelvorhaben, darunter Elemente des „Kids Online Safety Act" und „COPPA 2.0". Es erweitert den Datenschutz auf Jugendliche, verbietet gezielte Werbung an Minderjährige und schränkt suchterzeugende Designelemente sowie KI-Chatbots ein. Der Senat muss noch zustimmen – dort gibt es Kritik an fehlenden „Sorgfaltspflicht"-Regelungen.

Internationale Behörden greifen durch

Die indische Regierung forderte Meta am heutigen Montag auf, bezahlte Werbung für Material mit sexuellem Kindesmissbrauch auf Instagram und Facebook sofort zu entfernen. Hintergrund ist eine Medienrecherche zu den Werbepraktiken des Konzerns. Die Behörde verlangt innerhalb von sieben Tagen eine Stellungnahme und droht mit dem Verlust des rechtlichen „Safe-Harbor"-Status nach den IT-Regeln von 2021.

In Südkorea trat ebenfalls heute das Gesetz Nr. 21305 in Kraft. Es reformiert die Regulierung von Informations- und Kommunikationsnetzen, schafft neue Aufsichtsbehörden und erhöht die Bußgelder bei Datenschutzverstößen.

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Die australische eSafety-Behörde berichtet, dass große Plattformen wie TikTok, Snapchat und Meta-Dienste das seit Dezember 2025 geltende Verbot für unter 16-Jährige noch nicht vollständig umsetzen. Zwar wurden im ersten Monat 4,7 Millionen Konten gesperrt, doch die Behörde kritisiert, dass Plattformen weiterhin Altersverifizierungen umgehen und keine ausreichenden Durchsetzungsdaten vorlegen.

KI-Spielzeuge und Hardware im Fokus

Der Kinderschutz erfasst zunehmend auch physische Produkte. Die britische Regierung startete heute eine Konsultation zur Spielzeugsicherheit. Im Fokus stehen KI-gestützte Spielzeuge und chemische Standards im Rahmen einer umfassenden Reform des Produktsicherheitsrechts. Die Frist für Stellungnahmen läuft bis zum 6. Oktober 2026. Parallel dazu liegen in Großbritannien Vorschläge für ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige nach australischem Vorbild auf dem Tisch.

de | wissenschaft | 69708754 |