Kinderkonten: Apple, Texas und Malaysia verschärfen Schutzregeln
02.06.2026 - 20:18:16 | boerse-global.deDer iPhone-Konzern aktualisiert seine Richtlinien für Accounts von Kindern unter 13 Jahren – zeitgleich mit einem wegweisenden Gerichtsurteil in Texas.
Apple hat am 1. Juni 2026 überarbeitete Dokumentationen veröffentlicht, die die Anforderungen für die Erstellung und Verwaltung von Apple-Accounts für Kinder unter 13 Jahren präzisieren. Die neuen Richtlinien kommen zu einem Zeitpunkt, an dem weltweit der Druck auf Tech-Konzerne wächst, Minderjährige besser zu schützen.
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So funktionieren die neuen Kinderkonten
Eltern oder Erziehungsberechtigte müssen die Familienfreigabe-Funktion nutzen, um ein Konto für ihr Kind einzurichten. Diese speziellen Accounts enthalten altersgerechte Einstellungen und werden über die Bildschirmzeit-Funktion gesteuert. Das System ermöglicht verschiedene Stufen der elterlichen Aufsicht – von der Kontrolle der Nutzungsdauer bis zur Einschränkung bestimmter Inhalte.
Die genauen Altersgrenzen variieren je nach Land oder Region. Apples Tools sollen Erziehungsberechtigten die Möglichkeit geben, die digitalen Aktivitäten ihrer Kinder zu überwachen und zu begrenzen.
Texas ebnet den Weg für strengere Regeln
Am selben Tag erzielte der Bundesstaat Texas einen bedeutenden juristischen Erfolg: Das Fifth Circuit Court of Appeals setzte eine einstweilige Verfügung gegen den „Texas App Store Accountability Act" (Senate Bill 2420) außer Kraft. Das Gesetz, das am 27. Mai 2025 unterzeichnet wurde, verpflichtet große App-Store-Betreiber zur Einführung von Altersverifikationssystemen. Zudem müssen die Konten Minderjähriger mit denen ihrer Eltern verknüpft werden.
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Konkret bedeutet das: App-Stores müssen die elterliche Zustimmung einholen, bevor Minderjährige Apps herunterladen können. Texas Attorney General Ken Paxton bezeichnete die Gerichtsentscheidung als Sieg für den Schutz von Kindern in der digitalen Welt.
Allerdings ist der Rechtsstreit noch nicht beendet. Handelsverbände wie die Computer & Communications Industry Association (CCIA) und Social Media Education & Advocacy Training (SEAT) haben das Gesetz aus verfassungsrechtlichen Gründen angefochten. Sie argumentieren, es könnte den Zugang zu Informationen verfassungswidrig einschränken. Die endgültige Entscheidung über die Verfassungsmäßigkeit steht noch aus.
Internationale Welle der Regulierung
Die Entwicklungen in Texas und bei Apple sind Teil eines globalen Trends: Immer mehr Regierungen greifen ein, um die Interaktion Minderjähriger mit digitalen Plattformen zu regulieren.
Malaysia hat am 1. Juni 2026 den „Child Protection Code" in Kraft gesetzt. Das Gesetz verbietet Kindern unter 16 Jahren die Registrierung bei Social-Media-Plattformen mit mehr als acht Millionen Nutzern – darunter Facebook, Instagram, TikTok und YouTube. Die Plattformen müssen das Alter der Nutzer über offizielle Ausweisdokumente wie den MyKad oder Reisepässe überprüfen. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu zehn Millionen Malaysischen Ringgit (etwa 2,1 Millionen Euro). Bestehende Nutzer, die die Altersanforderung nicht erfüllen, haben einen Monat Zeit, um ihre Daten zu sichern, bevor sie den Zugang verlieren.
In den USA hat die California Assembly am 28. Mai 2026 mit einem einstimmigen votum die Maßnahme AB 1709 verabschiedet. Der Gesetzentwurf, der nun dem Staatssenat vorgelegt wird, zielt darauf ab, Social-Media-Konten für Personen unter 16 Jahren zu verbieten. Er baut auf dem „Digital Age Assurance Act" auf, der für 2027 geplant ist.
Meta reagiert mit globalen Sicherheitseinstellungen
Auch die Social-Media-Plattformen selbst passen ihre Richtlinien an. Meta kündigte am 2. Juni 2026 eine globale Ausweitung der Sicherheitseinstellungen für Teenager-Konten auf Instagram, Facebook und Messenger an. Die Updates umfassen Inhaltseinstellungen, die die Konfrontation mit unangemessenen Inhalten begrenzen sollen.
Meta erklärte, dass unabhängige Tests gezeigt hätten, dass die standardmäßigen Teenager-Kontoeinstellungen des Unternehmens zu deutlich weniger unangemessenen Inhalten führten als bei der Konkurrenz. Ein spezieller „Limited Content"-Modus reduziere die Belastung weiter. Das Unternehmen testet zudem Funktionen, die die wiederholte Anzeige von Beiträgen zu sensiblen Themen wie Körpergewicht und Angstzuständen verhindern sollen.
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