Kindergesundheit: Nur 15% erreichen täglich empfohlene Bewegung
05.06.2026 - 06:34:01 | boerse-global.de
Nur 15 Prozent der 11- bis 17-Jährigen erreichen das empfohlene Maß an täglicher Bewegung. Das machten Experten beim BILD-Kindergesundheitsgipfel am 2. und 3. Juni deutlich.
Der große Ausstieg aus dem Sport
Besonders besorgniserregend: Rund 75 Prozent der Jungen und sogar 90 Prozent der Mädchen beenden ihre Laufbahn im Leistungssport vorzeitig. Als Hauptgrund nennen Fachleute die wachsende Konkurrenz durch digitale Unterhaltungsmedien. Die Jugendlichen verbringen immer mehr Zeit vor Bildschirmen – und immer weniger auf dem Sportplatz.
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Die Deutsche Sportjugend (dsj) veröffentlichte heute neue Details ihrer Handlungsempfehlungen. Das Papier, das bereits 2025 gemeinsam mit der Sportministerkonferenz entstand, fordert feste Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote im täglichen Ganztagsbetrieb von Schulen. Ziel ist eine bewegungsfreundliche Kindheit für alle sozialen Schichten.
Dass solche Konzepte funktionieren, zeigt die Burgschule Haiterbach. Dort endete Anfang Juni eine Tanzwoche zur Verbesserung des Lernklimas – mit Erfolg.
Vier Milliarden für Sportstätten
Der Bund legt kräftig nach: Ab diesem Jahr stellt er den Ländern vier Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität zur Verfügung. Das Geld fließt spezifisch in Neubau, Sanierung und Ausstattung von Kindertagesstätten. Seit 2008 investierte der Bund damit rund 5,4 Milliarden Euro – und schuf rund 750.000 zusätzliche Betreuungsplätze.
Auch die Länder ziehen mit. Nordrhein-Westfalen startete am 3. Juni ein Förderprogramm für Sportvereine. Aus der NRW-Sportmilliarde fließen 200 Millionen Euro in Modernisierung und Neubau vereinseigener Anlagen. Auf kommunaler Ebene wird ebenfalls investiert: Im hessischen Bebra ist die Neugestaltung eines Grundschulhofs für 1,6 Millionen Euro geplant. Der Baubeginn ist für 2027 avisiert.
Spielstraßen und Special Olympics
Neben den großen Investitionen gewinnen temporäre Formate an Bedeutung. In Berlin, Bremen, Freiburg und München entstehen rund um den Weltspieltag am 11. Juni vermehrt zeitlich begrenzte Spielstraßen. Die Idee: Kindern im urbanen Raum öffentliche Flächen für Radfahren oder Malen zurückzugeben.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Inklusion. Am 4. Juni organisierten Schulen in St. Ingbert ein gemeinsames Sportfest für rund 380 Schüler. Es diente als Vorbereitung auf die Mitte Juni beginnenden Special Olympics im Saarland. Solche Veranstaltungen zeigen die soziale Funktion des Sports – weit über die reine Fitness hinaus.
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Ergänzt wird das Angebot durch kommunale Ferienprogramme. In Marburg stehen ab Mitte Juni über 140 verschiedene Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche zur Buchung bereit.
Kritik an Zucker-Partnerschaften
Doch nicht alle Entwicklungen stoßen auf Zustimmung. Die Koalition „Kick Big Soda Out“ forderte Anfang Juni die FIFA auf, ihre Partnerschaft mit Herstellern zuckerhaltiger Getränke bis 2030 zu beenden. Die Kritik: Das Marketing für Softdrinks bei Großereignissen wie der WM 2026 untergrabe die Gesundheitspolitik in Ländern, die bereits Steuern oder Warnhinweise auf Zuckerprodukten eingeführt haben.
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