Kindergeld-Reform, Euro

Kindergeld-Reform 2027: 272 Euro und neues Altersvorsorgedepot

Veröffentlicht: 06.07.2026 um 11:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die geplante Kindergeld-Reform ab 2027 bringt höhere Zahlungen und ein neues Altersvorsorgedepot. Experten raten zu ETF-Sparplänen gegen den Kaufkraftverlust.

Kindergeld-Reform 2027: So sichern Eltern Vermögen gegen Inflation
Kindergeld-Reform - Eine Kinderhand legt eine Münze in ein Sparschwein. Im Hintergrund sind unscharfe Finanzdiagramme und ein Inflationsgraph zu sehen. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Doch bei einer Inflationsrate von 3,2 Prozent im Euroraum verlieren klassische Sparformen real an Wert. Selbst die jüngste EZB-Leitzinserhöhung auf 2,25 Prozent vom 11. Juni ändert daran wenig.

Realwertverlust durch Inflation und niedrige Sparzinsen

Die Rechnung ist einfach: Bei einem durchschnittlichen Festgeldzins von 2,34 Prozent und einer Teuerung von über drei Prozent bleibt eine negative Realrendite. Neukundenangebote für Tagesgeld – etwa bei der BBVA oder Trade Republic in Österreich – locken zwar mit Spitzenwerten von 3,00 Prozent. Doch die sind oft zeitlich befristet.

Ein Beispiel: Wer 10.000 Euro anlegt, verliert bei 4 Prozent Inflation und 3 Prozent Zinsen jährlich rund 100 Euro an Kaufkraft. Das Geld schrumpft, während die Lebenshaltungskosten steigen.

Langfristiger Vermögensaufbau durch Kapitalmarkt-Investments

Experten wie Mark Orfson von der Cash4Kids Academy raten deshalb zu breit gestreuten ETF-Sparplänen. Der Grund: Sachwerte halten historisch besser gegen Inflation als reine Geldwerte.

Die Rechnung für den langfristigen Vermögensaufbau zeigt das Potenzial: Wer monatlich 100 Euro über 30 Jahre bei einer angenommenen Rendite von 5 Prozent anlegt, kann mit staatlichen Zulagen rund 112.000 Euro erreichen. Plattformen wie der Robo-Advisor OSKAR bieten automatisierte Anlagelösungen speziell für den Vermögensaufbau von Kindern.

Neue gesetzliche Rahmenbedingungen ab 2027

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Ein Reformpaket der Bundesregierung, vorgestellt Anfang Juli 2026, bringt mehrere Änderungen:

  • Kindergeld: Steigt bis 2028 schrittweise auf 272 Euro monatlich
  • Altersvorsorgedepot: Ab 1. Januar 2027 neu – mit staatlicher Grundzulage von 390 Euro pro Jahr, plus Kinderzulagen
  • Steuerreform: In zwei Schritten 2027 und 2028 – Entlastungsvolumen rund 10 Milliarden Euro jährlich ab 2028
  • Grundfreibetrag: Steigt auf 12.900 Euro
  • Spitzensteuersatz: Greift ab 70.600 Euro Jahreseinkommen

Gegenfinanziert wird das durch eine höhere Reichensteuer: 45 Prozent ab 250.000 Euro, 47 Prozent ab 280.000 Euro.

Steuerliche Vorteile durch Kinderdepots und Freibeträge

Eltern können Schenkungsfreibeträge von 400.000 Euro pro Kind und Elternteil nutzen – alle zehn Jahre neu. Ein eigenes Depot für das Kind bringt zusätzliche Vorteile: Das Kind hat einen eigenen Sparer-Pauschbetrag und den steuerlichen Grundfreibetrag. Kapitalerträge bleiben so bis zu einer gewissen Grenze steuerfrei.

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Wichtig: Bei höheren Einkünften droht der Verlust der kostenfreien Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse. Zudem sind größere Schenkungen dem Finanzamt anzeigepflichtig.

Die nächsten EZB-Sitzungen am 23. Juli und 10. September 2026 geben weitere Signale für die Zinsentwicklung. Sie entscheiden mit darüber, ob Zinsprodukte oder Aktieninvestments die Nase vorn haben.

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