Kimchi-Bakterium, Nanoplastik

Kimchi-Bakterium bindet Nanoplastik: 87% Erfolgsrate in Studien

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forscher des Weltkimchi-Instituts belegen: Ein Bakterium aus Kimchi kann Nanoplastik im Darm binden und dessen Ausscheidung verdoppeln.

Kimchi-Bakterium bindet Nanoplastik: Neue Studie belegt Effekt
Eine Nahaufnahme von Kimchi in einer traditionellen Keramikschale auf einem rustikalen Holztisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Bedeutung von Kimchi als fermentiertes Nationalgericht wird im Kontext der pflanzlichen Ernährung gegenwärtig intensiv thematisiert. Das koreanische Grundnahrungsmittel, das tief in der Kultur des Herkunftslandes verwurzelt ist, hat in den letzten Jahren auch in Deutschland eine signifikante Popularität erlangt. Dieser Trend wird unter anderem durch den globalen Einfluss der K-Pop-Kultur verstärkt.

Kulturelle Verwurzelung und handwerkliche Tradition

Die Herstellung von Kimchi ist ein fester Bestandteil der koreanischen Identität und wird oft über Generationen hinweg vermittelt. Eun-Young Cho, die heute Kochkurse zur traditionellen Zubereitung gibt, verknüpft mit dem Gericht persönliche Erinnerungen. So berichtet sie von einem Vorfall aus ihrer frühen Kindheit, als sie Waschmittel in eine Badewanne schüttete, in der Kimchi-Zutaten vorbereitet wurden. Solche Berichte verdeutlichen die gemeinschaftliche und oft groß angelegte Produktion des fermentierten Gemüses.

In der modernen Gastronomie wird Kimchi zunehmend als zentraler Bestandteil einer gesundheitsbewussten, pflanzlichen Ernährungsweise wahrgenommen. Die Fermentation sorgt nicht nur für die charakteristische Aromatik, sondern macht das Gemüse auch haltbar und fördert die Entstehung spezifischer Mikroorganismen.

Wissenschaftliche Untersuchung zur Bindung von Nanoplastik

Über den kulinarischen Aspekt hinaus rücken gesundheitliche Potenziale von Kimchi in das Visier der Wissenschaft. Forscher des Weltkimchi-Instituts (WiKim) haben die Wirkung bestimmter Milchsäurebakterien auf die Belastung durch Nanoplastik im menschlichen Körper untersucht. Eine entsprechende Studie unter der Leitung von Dr. Se Hee Lee wurde im Juli 2026 im Fachjournal Journal of Hazardous Materials veröffentlicht.

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Im Mittelpunkt der Forschung steht das Bakterium Leuconostoc mesenteroides CBA3656. Die Wissenschaftler untersuchten die Fähigkeit dieses Stammes, Nanoplastik (speziell Polystyrol) im Darm zu binden und dessen Ausscheidung zu unterstützen. Die Belastung der Umwelt und der Nahrungskette durch Kleinstpartikel aus Kunststoff gilt als eine der zentralen Herausforderungen für die menschliche Gesundheit in den kommenden Jahrzehnten.

Studienergebnisse und klinische Relevanz

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen deutliche Effekte hinsichtlich der Adsorption von Nanoplastik. In In-vitro-Studien konnte eine Bindungsrate von 87 % nachgewiesen werden. Unter simulierten Bedingungen, die dem menschlichen Verdauungstrakt nachempfunden sind, lag die Retention bei 57 %. Im direkten Vergleich schnitt ein herkömmlicher Kontrollstamm mit einer Bindungsrate von lediglich 3 % signifikant schlechter ab.

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Zusätzlich wurden Versuche an Mäusen durchgeführt. Dabei beobachteten die Forscher, dass die Verabreichung von Leuconostoc mesenteroides CBA3656 zu einer Verdoppelung der Ausscheidung von Nanoplastik führte. Auch andere wissenschaftliche Publikationen, wie ein Beitrag im Fachmagazin Bioresource Technology, bestätigen, dass Milchsäurebakterien aus Kimchi das Potenzial besitzen, Partikel im Verdauungssystem zu binden.

Trotz dieser vielversprechenden Datenlage betonen Experten wie Dr. Se Hee Lee, dass weitere Forschung notwendig ist. Die bisherigen Erkenntnisse liefern eine Grundlage für das Verständnis, wie fermentierte Lebensmittel zur Reduktion der Schadstoffbelastung im Körper beitragen könnten. Dennoch stehen umfassende klinische Studien am Menschen noch aus, um die Wirksamkeit und die genauen Mechanismen abschließend bewerten zu können.

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