KI-Wettbewerb: USA fordert nationale Datenstrategie gegen China
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 09:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-amerikanische Wirtschaft- und Sicherheitsprüfungskommission US-China Economic and Security Review Commission (USCC) dringt auf eine grundlegende Neuausrichtung der US-Datenpolitik.
In einem aktuellen Bericht fordert das Gremium den Kongress dazu auf, eine nationale Datenstrategie zu verabschieden. Diese soll Daten explizit als wirtschaftliches Gut behandeln, um die Wettbewerbsfähigkeit der Vereinigten Staaten gegenüber Chinas Fortschritten im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) zu sichern.
China etabliert Daten als Produktionsfaktor
Nach Einschätzung der USCC hat China in den vergangenen Jahren eine systematische Infrastruktur geschaffen, um Daten wirtschaftlich nutzbar zu machen. Bereits im Jahr 2020 stufte die Volksrepublik Daten offiziell als Produktionsfaktor ein.
In der Folge wurden landesweite Datenbörsen sowie spezifische Buchhaltungsregeln etabliert, um den Handel und die Bewertung von Informationen zu formalisieren. Zudem wurde im Jahr 2023 mit der National Data Administration eine eigene Behörde geschaffen, um diese Prozesse zentral zu steuern.
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Diese nationale Politik treibe die Kommerzialisierung von Daten massiv voran und verschaffe China einen strategischen Vorteil bei der Entwicklung von KI-Anwendungen. Die Kommission weist darauf hin, dass China systematisch Unternehmens-, Betriebs- und physische Weltdaten sammle. Dabei handele es sich um Informationen, die nicht über das offene Internet abrufbar, aber für das Training von KI-Modellen entscheidend seien.
Bedeutung für die industrielle Künstliche Intelligenz
Besondere Vorteile sieht die USCC für China im Bereich der industriellen und der sogenannten verkörperten KI (Embodied AI). Da die fortschrittliche Fertigung in China kontinuierlich Daten liefert, können diese direkt in die Entwicklung intelligenter Systeme fließen.
Die Kommission warnt davor, dass die USA riskieren, die Führung bei der Festlegung globaler Datenstandards an China abzutreten, wenn sie nicht mit einer vergleichbaren Strategie reagieren.
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Der Vizevorsitzende der USCC, Mike Kuiken, empfiehlt den USA daher die Annahme einer nationalen Datenstrategie, die sich teilweise an den chinesischen Methoden orientiert. Ein zentraler Punkt der Empfehlungen ist die Änderung der Rechnungslegung.
Die USA sollten in Erwägung ziehen, Daten als Bilanzaktiva auszuweisen. Durch eine solche Einstufung als wirtschaftliches Vermögensgut könne die strategische Bedeutung von Daten in der US-Wirtschaft sichtbarer und gezielter gefördert werden.
Risiken für US-Unternehmen und internationale Standards
Neben dem technologischen Wettbewerb beleuchtet der Bericht auch die rechtlichen Herausforderungen. US-Unternehmen, die in China tätig sind, sähen sich bereits jetzt erheblichen Compliance-Risiken gegenüber, die aus den dortigen strengen Datenregeln resultieren. Da China Daten als strategisches Wirtschaftsgut betrachte, werde der Zugriff und der Transfer von Informationen streng kontrolliert.
Die USCC betont, dass die USA ohne ein kohärentes Gegenmodell nicht nur technologisch, sondern auch bei der wirtschaftlichen Verwertung von Informationen ins Hintertreffen geraten könnten. Eine nationale Strategie sei notwendig, um den Zugriff auf qualitativ hochwertige Datensätze zu sichern und die Position der USA als führende Innovationskraft im Bereich der Künstlichen Intelligenz langfristig zu verteidigen.
