KI-Talente-Krieg, OpenAI

KI-Talente-Krieg: OpenAI wirbt Googles Gemini-Chef Shazeer ab

25.06.2026 - 19:26:54 | boerse-global.de

OpenAI gelingt die Abwerbung von Noam Shazeer, einem führenden Google-KI-Experten. Der Personalwechsel zeigt den intensiven Wettbewerb um Talente im KI-Sektor.

OpenAI wirbt Google-Spitzenforscher Noam Shazeer ab
KI-Talente-Krieg - Zwei Silhouetten von Geschäftsleuten schütteln sich die Hände über einer digitalen Kluft, die Talentakquise symbolisiert. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

OpenAI hat Noam Shazeer abgeworben, den Co-Leiter von Googles prestigeträchtigem Gemini-Projekt. Der Wechsel des Spitzenforschers ist ein schwerer Schlag für den Suchmaschinenriesen und unterstreicht den gnadenlosen Wettbewerb um KI-Experten.

Rückkehr zu alten Bekannten

Für Shazeer ist es die zweite Trennung von Google. Bereits 2021 hatte er den Konzern verlassen, um das Startup Character.AI zu gründen – nur um dann im Zuge einer 2,7 Milliarden Dollar schweren Transaktion zurückzukehren. Nun zieht es ihn endgültig zu OpenAI. Dort war er maßgeblich an der Entwicklung der Gemini-Modelle beteiligt, die als Googles Antwort auf ChatGPT gelten.

OpenAI rüstet derweil massiv auf. Erst vor Kurzem stellte das Unternehmen seinen ersten eigenen KI-Chip vor, der in Zusammenarbeit mit Broadcom entstand und bereits für spezialisierte Modellversionen zum Einsatz kommt.

Personaloffensive mit politischer Dimension

Doch OpenAI denkt nicht nur technisch, sondern auch strategisch. Das Unternehmen sucht einen „Workforce Partnerships Manager" für sein Global-Affairs-Büro in Washington. Das Gehalt: zwischen 252.000 und 280.000 Dollar. Die Aufgabe: Beziehungen zu Gewerkschaften, Community Colleges, NGOs und Regierungsstellen aufbauen. Ein klares Signal, dass OpenAI die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen der KI-Revolution aktiv mitgestalten will.

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Google DeepMind blutet aus

Shazeers Abgang ist kein Einzelfall. Erst in den vergangenen Tagen verließen die KI-Forscher Jonas Adler und Alexander Pritzel Google in Richtung Anthropic. Adler arbeitete an KI-Code und AlphaFold, Pritzel optimierte GPU-Cluster für Gemini. Branchenbeobachter sprechen von einem gefährlichen Trend: Ingenieure von Google DeepMind wechseln deutlich häufiger zu Anthropic als umgekehrt.

Die internen Probleme bei Google verschärfen die Lage. Berichten zufolge verzögert sich Gemini 3.5 Pro aufgrund von Stabilitätsproblemen bis Ende Juli.

Der Markt für KI-Talente explodiert

Die Jagd nach Spezialisten treibt bizarre Blüten. Die Personalberatung Riviera Partners übernahm kürzlich Lateral Labs, eine KI-fokussierte Recruiting-Schmiede, die 2024 von einem ehemaligen OpenAI-Recruiter gegründet wurde. Zu den Kunden zählen Scale AI, ElevenLabs und Runway.

Selbst in China macht sich der Mangel bemerkbar. Das KI-Unternehmen DeepSeek verbot im Zuge einer 7,4 Milliarden Dollar schweren Finanzierungsrunde das Abwerben von Talenten aus den eigenen Investorenkreisen. Die Firmenführung erklärte den Teamerhalt zur obersten Priorität.

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Milliardenspiele mit roten Zahlen

Der Kampf um die besten Köpfe spielt sich vor einem atemberaubenden finanziellen Hintergrund ab. OpenAIs Umsatzchefin Denise Dresser kündigte auf einer Branchenkonferenz in Cannes an, dass das Unternehmen bis 2026 Werbeeinnahmen von 2,5 Milliarden Dollar anstrebe – mit einem langfristigen Ziel von 100 Milliarden Dollar bis 2030. Erste Werbeformate in ChatGPT laufen bereits, rund 20 Prozent der Nutzer zeigen demnach kommerzielles Interesse.

Doch die Kosten sind immens. Für 2025 meldete OpenAI einen Nettoverlust von 38,5 Milliarden Dollar – getrieben durch 17,2 Milliarden Dollar für Rechenleistung und einmalige Restrukturierungskosten. Um effizienter zu werden, setzt das Unternehmen zunehmend auf die eigenen Tools: Interne Studien vom 25. Juni zeigen, dass der Einsatz von KI-Agenten durch Nicht-Entwickler bei OpenAI um mehr als das Zwölffache gestiegen ist. Codex und GPT-Modelle durchdringen inzwischen Rechtsabteilung, Finanzwesen und Personalabteilung.

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