KI-Staatsfonds: Trump prüft Beteiligung an OpenAI
06.06.2026 - 06:53:18 | boerse-global.de
Die US-Regierung und OpenAI loten eine historische Partnerschaft aus: Der Staat könnte Anteile am KI-Unternehmen erhalten und die Gewinne an die Bevölkerung weitergeben.
Ein Staatsfonds für die KI-Revolution
Seit mehr als einem Jahr laufen die Gespräche hinter den Kulissen. OpenAI-CEO Sam Altman wirbt seit Anfang 2025 für ein Modell, bei dem KI-Unternehmen freiwillig Anteile an die US-Regierung abtreten. Diese sollen in einen Public Wealth Fund oder einen AI Sovereign Wealth Fund fließen – einen Staatsfonds, der die Erträge der KI-Branche für die Allgemeinheit nutzbar macht.
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Die Idee: Die Renditen aus den staatlich gehaltenen Aktien könnten als Dividenden an amerikanische Haushalte ausgeschüttet werden. Präsident Donald Trump bestätigte am 5. Juni, dass sein Team diese Möglichkeit prüft. „Wir wollen, dass die amerikanische Öffentlichkeit Partner am Erfolg der KI-Industrie wird“, so Trump.
Während OpenAI aktiv an den Verhandlungen teilnimmt, ist die Beteiligung anderer Branchengrößen unterschiedlich. Der Konkurrent Anthropic ist nach aktuellem Stand nicht in die Aktiengespräche eingebunden, obwohl auch dessen Vertreter kürzlich mit Regierungsvertretern zusammentrafen.
Gipfeltreffen mit der KI-Elite
Die Gespräche sollen nun Fahrt aufnehmen. Für kommende Woche ist ein Gipfeltreffen mit hochrangigen KI-Führungskräften geplant. Bereits Anfang der Woche traf Altman mit Abgeordneten zusammen, um über die Zukunft der Branche zu diskutieren.
Die Regierung hat mit solchen Finanzierungsmodellen bereits Erfahrung. Der Bund hält derzeit Beteiligungen an rund 20 Unternehmen – darunter ein 10-Prozent-Anteil an Intel aus dem vergangenen Jahr sowie Aktienpakete an IBM, GlobalFoundries und Firmen aus den Bereichen Quantencomputing und Rohstoffe.
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Sanders fordert radikalere Lösung
Die Debatte um eine öffentliche Beteiligung an KI-Unternehmen gewinnt auch auf politischer Ebene an Dynamik. Senator Bernie Sanders hat den „American AI Sovereign Wealth Fund Act“ eingebracht – ein Gesetzesvorschlag, der deutlich weiter geht als Altmans freiwilliges Modell. Sanders fordert eine staatliche Beteiligung von 50 Prozent an großen KI-Firmen.
Der Zeitpunkt der Verhandlungen ist kein Zufall. OpenAI wird auf dem privaten Markt inzwischen mit über 850 Milliarden Dollar (rund 780 Milliarden Euro) bewertet. Analysten schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen noch 2026 an die Börse geht, auf fast 75 Prozent.
Parallel zu den finanziellen Gesprächen hat die Administration auch regulatorisch gehandelt. Ein jüngst erlassener Executive Order sieht eine 30-tägige freiwillige Prüfphase für neue KI-Modelle vor, bevor sie veröffentlicht werden dürfen. Zudem sollen Bundesbehörden KI-Technologien schneller einführen.
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