KI-Shopping: Zwei Drittel interessiert, doch nur 28% nutzen es
24.06.2026 - 19:40:30 | boerse-global.de
Die Mehrheit der Konsumenten steht autonomen KI-Einkaufsassistenten aufgeschlossen gegenüber – doch das Vertrauen hakt noch gewaltig. Eine aktuelle Studie von Commerce und PayPal zeigt: Rund zwei Drittel der Befragten in den USA, Großbritannien und Australien interessieren sich für das sogenannte Agentic Shopping, bei dem Künstliche Intelligenz selbstständig Produkte sucht, vergleicht und bestellt.
Die Erhebung mit 3.000 Teilnehmern aus dem Frühjahr 2026 offenbart jedoch eine große Kluft zwischen Interesse und tatsächlicher Nutzung. Während die theoretische Begeisterung hoch ist, zögern viele Verbraucher noch, die Kontrolle aus der Hand zu geben.
Regionale Unterschiede und Zurückhaltung im DACH-Raum
Die Begeisterung variiert je nach Markt. In den USA liegt das Interesse mit 67 Prozent am höchsten – 66 Prozent der Amerikaner bezeichnen sich als tägliche KI-Nutzer. In Großbritannien zeigen 64 Prozent Interesse, in Australien 63 Prozent.
Doch die tatsächliche Nutzung hinkt hinterher: Erst 28 Prozent der US-Konsumenten setzen KI für Einkäufe ein. In Großbritannien sind es 21 Prozent, in Australien 20 Prozent. Besonders verhalten zeigt sich der deutschsprachige Raum. Eine Studie der Universität St. Gallen mit 3.000 Teilnehmern aus der Schweiz, Deutschland und Österreich ergab: Nur rund fünf Prozent der Verbraucher haben bisher KI-Agenten zum Einkaufen genutzt.
Sicherheit als größte Hürde
Das Hauptproblem ist und bleibt das Vertrauen. Die Commerce-und-PayPal-Studie macht deutlich: Die große Mehrheit der Verbraucher verlangt Zahlungssicherheit, die mindestens dem aktuellen Standard entspricht oder diesen übertrifft. In Großbritannien fordern das 83 Prozent, in den USA 82 Prozent und in Australien 79 Prozent.
Die konkreten Ängste sind vielfältig. Britische Verbraucher fürchten vor allem:
- Unberechtigte Käufe (43 Prozent)
- Sicherheitslücken bei Banken (39 Prozent)
- Falschlieferungen (32 Prozent)
- Datenschutzverletzungen (29 Prozent)
Die St. Gallener Studie untermauert diese Vertrauenslücke: Während 21 Prozent der Konsumenten KI für die Suche und Filterung von Produkten vertrauen, sind nur fünf Prozent bereit, einen vollständigen Kauf durch die KI abwickeln zu lassen. Am größten ist die Akzeptanz beim Preisvergleich – hier vertrauen 50 Prozent der Befragten der Technologie.
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KI als Assistent, nicht als Käufer
Die Verbraucher sehen KI derzeit lieber als Recherche-Assistenten, nicht als autonomen Einkäufer. In Australien wollen nur vier Prozent der Befragten, dass die KI den gesamten Bezahlvorgang übernimmt. Stattdessen soll sie bei Recherche und Preisvergleichen helfen.
Transparenz ist ein weiterer kritischer Punkt. 55 Prozent der britischen Verbraucher verlangen eine klare Kennzeichnung von Werbung in KI-Tools. 46 Prozent lehnen es ab, wenn KI-Agenten Marken bevorzugen, die für eine bessere Platzierung bezahlt haben.
Junge Generationen treiben den Trend
Die Demografie spielt eine entscheidende Rolle. Ein McKinsey-Bericht aus dem Jahr 2026 zeigt: Die Generation Z führt den Trend an. 28 Prozent der jungen Erwachsenen nutzen generative KI zum Einkaufen – gegenüber 16 Prozent der Babyboomer. Sogar 60 Prozent der Gen-Z-Konsumenten verwenden KI-generierte Übersichten während ihres Einkaufsprozesses.
Die Universität St. Gallen bestätigt diesen Trend: In der Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen haben bereits 20 Prozent solche Werkzeuge genutzt – der höchste Wert aller Altersgruppen.
Ausblick: Milliardenmarkt bis 2030
Bis 2030 könnten 15–25% des E-Commerce über KI-Agenten abgewickelt werden. Wer heute die Sicherheitsbedenken adressiert, sichert sich Marktanteile. Die Checkliste im Whitepaper hilft Ihnen, Zahlungssicherheit und Datenschutz auf KI-Niveau zu bringen. Sicherheits-Checkliste jetzt sichern
Branchenexperten und Marktforscher rechnen mit einem massiven Wachstum. Analysten von Bain und anderen Instituten prognostizieren, dass bis 2030 zwischen 15 und 25 Prozent des gesamten E-Commerce über KI-Agenten abgewickelt werden könnten. Große Einzelhändler wie Amazon und Walmart arbeiten Berichten zufolge bereits an einheitlichen KI-Transaktionsstandards.
Der Prime Day 2026 gilt dabei als wichtiger Testfall für die Effektivität autonomer Vermittler-Ebenen im Einzelhandel. Ob sich die Technologie durchsetzt, wird maßgeblich davon abhängen, ob die Anbieter die Sicherheitsbedenken der Verbraucher ausräumen können.
