KI-Produktivität, Konzerne

KI-Produktivität: Konzerne steigern Effizienz um 63%, KMU hinken hinterher

27.06.2026 - 01:01:33 | boerse-global.de

Firmen wie Munich Re und DocMorris setzen KI zur Prozessoptimierung ein. Eine Studie zeigt Produktivitätssprünge, warnt aber vor KMU-Rückstand.

KI-Automatisierung: Unternehmen steigern Effizienz und senken Kosten
KI-Produktivität - Ein Netzwerk aus leuchtenden digitalen Linien und verbundenen Knoten überlagert ein modernes Büro, das automatisierte Prozesse und Datenflüsse symbolisiert. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Unternehmen nutzen diese Entwicklung, um operative Engpässe zu überwinden und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Automatisierung von Fachwissen und Verwaltungsabläufen

Ein zentraler Trend ist die Entkoppelung von Betriebsabläufen von einzelnen Wissensträgern. In der Immobilienwirtschaft zeigt sich das bei der nahaus GmbH: Deren cloudbasierte Software hinterlegt Aufgaben, Fristen und Fachwissen digital. Ticketing-Systeme und digitale Mietprozesse machen Verwaltungen personenunabhängig.

Die HABO Hausverwaltung mit über 1.000 Einheiten oder die SWE Immobilia GmbH nutzen solche Lösungen bereits. Ihr Ziel: mehr Transparenz und Effizienz in den Abläufen.

Ähnlich läuft es in der Maklerbranche. Die MoIn Group setzt auf KI-Agenten, um Verwaltungsprozesse in übernommenen Maklerhäusern zu automatisieren. Im Fokus stehen Dokumentenverarbeitung sowie Bestands- und Vertragsservice.

Auch im Vertrieb verändert die Digitalisierung die Spielregeln. Die niologic GmbH nutzt künstliche Intelligenz für automatisierte Angebotserstellungen und Preisbildungen. Bei den SCHÜTZ Werken sank die Durchlaufzeit für Angebote von mehreren Stunden auf wenige Sekunden. Die Einsparungen liegen im mittleren sechsstelligen Bereich – ohne dass bestehende ERP-Systeme erneuert werden müssten.

Produktivitätsgewinne und Kostensenkungen durch KI

Eine im Juni 2026 veröffentlichte Studie von BDO zeigt die Kluft zwischen Großunternehmen und KMU. Konzerne wie Adecco steigerten ihre Produktivität um 63 Prozent, ABB senkte Kosten um bis zu 35 Prozent. Viele kleine und mittlere Unternehmen dagegen stecken noch in der Pilotphase.

BDO-CEO Thomas Studhalter warnt vor einer Schwächung des Schweizer KMU-Modells – obwohl das Land über viele KI-Talente verfügt.

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Die Munich Re integriert KI als Kernelement ihrer Strategie „Ambition 2030“. Mit der Plattform „Phoenix“ wandelt der Versicherer unstrukturierte Dokumente in maschinenlesbare Daten um. Die Tochter ERGO bearbeitete 2025 bereits 630.000 Vorgänge mit Bots – bei 3,3 Millionen Kundenanrufen.

Dass KI auch personelle Konsequenzen haben kann, zeigt DocMorris. Das Unternehmen kündigte im Juni 2026 den Abbau von rund 100 Vollzeitstellen an. Ab Ende 2027 erwartet die Firma jährliche Kosteneinsparungen von mindestens 15 Millionen Franken. Positive Effekte auf das operative Ergebnis werden bereits für die zweite Jahreshälfte 2026 prognostiziert.

Herausforderungen bei Investitionen und Fachkräften

Trotz der Vorteile weist die Deutsche Bank auf Defizite am Standort Deutschland hin. Chefvolkswirt Robin Winkler kritisiert: Deutschland investiert weniger als ein Prozent seiner Wirtschaftsleistung in Software. Spitzenreiter Schweden erreicht rund vier Prozent.

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Winkler sieht in der KI einen zentralen Hebel für Wachstum, warnt aber vor einem Anschlussverlust gegenüber Japan oder Israel. Die Bundesregierung plane zwar eine KI-Offensive – der Rückstand bei Software-Investitionen bleibe jedoch strukturell.

Gleichzeitig verändert der technologische Wandel die Anforderungen an die Belegschaft. Laut einer Baker-Tilly-Studie vom Juni 2026 erwarten 61 Prozent der Entscheider im deutschen Mittelstand, dass KI den Fachkräftemangel kurzfristig verschärft. 41 Prozent der Befragten haben Schwierigkeiten mit dem Tempo der Veränderung. 73 Prozent gehen zudem davon aus, dass KI das Verständnis von Führung bis 2035 neu definiert.

Eine Untersuchung von valantic und dem Handelsblatt Research Institute unterstreicht den Handlungsdruck: 79 Prozent der Entscheider in der DACH-Region glauben, dass Unternehmen ohne KI-Integration bis 2030 ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Marktdaten von McKinsey zeigen zudem: Die regelmäßige Nutzung von KI hat sich von 19 auf 38 Prozent verdoppelt. Wichtigstes Einsatzgebiet ist die automatisierte Dokumenten- und Datenverwaltung.

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