KI-Phishing steigt um 1.200%: Google schließt 124 Android-Lücken
07.06.2026 - 22:11:15 | boerse-global.de
Die Verbraucherzentrale schlägt Alarm.
Die Kriminellen locken mit einem angeblichen Steuerbescheid für 2026. In den Nachrichten mit dem Betreff „Ihr elektronischer Steuerbescheid für 2026 ist abrufbar“ versprechen sie den Empfängern ein Steuerguthaben. Wer die angebliche Rückzahlung erhalten will, soll seine Daten auf externen Webseiten verifizieren.
So erkennst du die Betrugsmasche
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Die Mails fallen durch unpersönliche Anreden und unseriöse Absenderadressen auf. Um Druck aufzubauen, drohen die Absender mit der Stornierung des Guthabens. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät: Solche Mails sofort in den Spam-Ordner verschieben. Steuerbescheide lassen sich nur über das offizielle Elster-Portal abrufen.
Das ist längst nicht die einzige Masche. Seit Mitte Mai kursieren millionenfach gefälschte Nachrichten zum Rundfunkbeitrag. Sie täuschen einen Zahlungsplan für 2026 vor und verweisen auf Konten bei spanischen Banken. Auch die Deutsche Rentenversicherung wird imitiert: Per SMS fordern Betrüger eine Verifikation für angebliche Rückerstattungen.
Weitere aktuelle Betrugswellen
Kriminelle nutzen Daten aus einem Leck bei Booking.com vom April 2026 für gezielte WhatsApp-Betrugsversuche. Gefälschte Mails im Namen der ASFINAG fordern eine Ersatzmaut. Per SMS geben sich Betrüger als Polizei aus, um Bußgelder einzutreiben. Über Messenger verbreiten sich falsche Bier-Gewinnspiele, die auf heimliche Abonnements abzielen.
KI macht Phishing gefährlicher
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Die Angriffe nehmen rasant zu: KI-gestütztes Phishing ist innerhalb von zwei Jahren um 1.200 Prozent gestiegen. Google reagierte Anfang Juni mit einem Sicherheitsupdate für Android. Es schließt 124 Schwachstellen, darunter die kritische Zero-Day-Lücke CVE-2025-48595. Für Pixel-Smartphones gibt es die neue Funktion „Fake Call Detection“. Sie erkennt verdächtige Anrufmuster mit künstlicher Intelligenz.
Teure Konsequenzen für Leichtgläubige
Die Schäden sind enorm: Laut FBI erreichten finanzielle Verluste durch Cyberkriminalität 2025 global rund 19,2 Milliarden Euro. Interpol beziffert die Schäden durch Identitätsbetrug auf über 370 Milliarden Euro. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom 3. März 2026 (Az. XI ZR 20/24) macht klar: Wer grob fahrlässig handelt – etwa durch Weitergabe von TANs – haftet selbst. Im konkreten Fall ging es um 40.000 Euro Schaden.
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