KI-Offensive, OpenAI

KI-Offensive: OpenAI, Google und Microsoft revolutionieren die Büroarbeit

25.05.2026 - 00:30:01 | boerse-global.de

OpenAI integriert ChatGPT in PowerPoint, Google präsentiert den autonomen Assistenten Spark. Microsoft reagiert auf Copilot-Kritik mit Anpassungen.

KI-Offensive: OpenAI, Google und Microsoft revolutionieren die Büroarbeit - Foto: über boerse-global.de
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Microsoft PowerPoint bekommt ChatGPT-Integration – Google zieht mit autonomen Assistenten nach. Die Arbeitswelt wird grundlegend umgekrempelt.

Die digitale Arbeitswelt erlebt einen historischen Wandel. Gleich mehrere Tech-Giganten bringen in diesen Tagen KI-Funktionen auf den Markt, die das Arbeiten mit Office-Programmen grundlegend verändern sollen. OpenAI, Google und Microsoft liefern sich ein Wettrennen um die Vorherrschaft am digitalen Schreibtisch.

ChatGPT erobert PowerPoint

OpenAI hat ein neues Add-in für Microsoft PowerPoint vorgestellt, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet. Nutzer können damit komplette Präsentationen per Sprachbefehl erstellen – aus Textvorgaben, hochgeladenen Dateien oder verknüpften Konten wie Gmail, Outlook und SharePoint. Das Tool ist für alle ChatGPT-Tarife verfügbar, von der kostenlosen Version bis zum Enterprise-Abo.

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Die Technik hat allerdings noch ihre Grenzen: Komplexe Formatierungen wie firmeneigene Vorlagen oder spezielle Schriftarten werden noch nicht vollständig unterstützt. OpenAI liefert sich damit ein direktes Duell mit Microsofts eigenem Copilot und dem KI-Assistenten Claude von Anthropic – und das ausgerechnet in Microsofts eigener Software-Umgebung. Ein nicht-exklusiver Lizenzvertrag zwischen OpenAI und Microsoft läuft noch bis 2032.

Microsoft reagiert auf Nutzerkritik

Der Softwareriese aus Redmond hat zeitgleich auf Beschwerden von Anwendern reagiert. Seit dem 23. Mai können Nutzer den oft als störend empfundenen Copilot-Button in Office-Programmen verschieben oder ganz ausblenden – besonders in Excel hatte das Feature für Frust gesorgt. Die Einführung neuer Tastenkombinationen (Alt+C unter Windows, Cmd+Ctrl+I auf dem Mac) soll zudem den KI-Zugriff ohne visuelle Schaltflächen ermöglichen.

Die Maßnahmen kommen nicht von ungefähr: Branchenkreisen zufolge liegt die Nutzungsrate von Copilot unter Microsoft-365-Kunden bei gerade einmal 3,3 Prozent. Ein Wert, der zeigt: Die Begeisterung für KI-Assistenten hält sich in der Praxis noch in Grenzen.

Google setzt auf autonome Helfer

Der Suchmaschinenriese geht einen Schritt weiter. Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O stellte das Unternehmen „Spark“ vor – einen persönlichen KI-Assistenten für die Gemini-Plattform auf dem Mac. Spark arbeitet rund um die Uhr und kann eigenständig Aktionen in Gmail, Google Docs und Drittanbieter-Apps ausführen. Der Dienst soll im Spätsommer 2026 für Abonnenten des teuren KI-Ultra-Tarifs starten.

Parallel dazu präsentierte Google „Gmail Live“: eine KI-Chatfunktion, die per Sprache oder Texteingabe gezielt Informationen aus dem Posteingang abruft – etwa Flugzeiten oder Termindetails. Das System versteht Kontext und kann mehrere Rückfragen bearbeiten.

Die Kostenexplosion kommt

Doch die neuen Funktionen haben ihren Preis. Microsoft hat Preiserhöhungen für mehrere 365-Dienste angekündigt, die ab dem 1. Juli 2026 greifen. Der Business-Basic-Tarif wird voraussichtlich um 16 Prozent teurer, Business Standard um 12 Prozent. Ein neues Spitzenmodell namens M365 E7 kommt mit 92 Euro pro Nutzer und Monat auf den Markt – ein klares Zeichen, dass KI-Integration und erweiterte Sicherheitsfunktionen ihren Preis haben.

Sicherheit wird neu gedacht

Parallel zu den Produktivitäts-Offensiven verändert sich auch die Sicherheitslandschaft. Microsoft kündigte an, SMS-basierte Logins schrittweise durch Passkeys zu ersetzen. Die deutsche Bundesregierung zog nach: Am 20. Mai verabschiedete das Kabinett das Digitale-Identitäten-Gesetz.

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Auch die Bedrohungslage bleibt ernst. Sicherheitsupdates für kritische Schwachstellen in Windows und Office wurden veröffentlicht, Bundesbehörden müssen bis Anfang Juni nachbessern. Kaspersky brachte zudem aktualisierte Mailserver-Software auf den Markt, die gegen die fast 50 Prozent Spam-Anteil im globalen E-Mail-Verkehr vorgehen soll – inklusive Scans von passwortgeschützten Archiven und QR-Codes.

Ausblick: WWDC als nächster Meilenstein

Der nächste große Paukenschlag wird für den 8. Juni 2026 erwartet. Dann beginnt Apples Entwicklerkonferenz WWDC. Branchenkenner rechnen mit der Vorstellung von „Apple Intelligence“ für iOS 27 und macOS 27 – inklusive eines deutlich leistungsfähigeren Siri, visueller Intelligenz zur Datenextraktion aus Bildern und agentenbasierter Arbeitsabläufe, die an die Ankündigungen von Google und OpenAI erinnern.

Für Unternehmen und Anwender zeichnet sich ab: Die zweite Jahreshälfte 2026 wird nicht mehr von der Frage bestimmt sein, ob KI am Arbeitsplatz Einzug hält – sondern wie man die neuen Werkzeuge beherrscht, ohne die Kostenkontrolle zu verlieren.

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