KI-Markt Deutschland, Bitkom

KI-Markt Deutschland wächst 2026 um 48 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 10:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der deutsche Markt für Künstliche Intelligenz wächst 2026 voraussichtlich um 48 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro. Besonders stark steigen die Ausgaben für generative KI und Software.

KI-Software treibt den Umsatz der Digitalbranche in Deutschland an. (Symbolbild) - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
KI-Software treibt den Umsatz der Digitalbranche in Deutschland an. (Symbolbild) - Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Der deutsche Markt für Künstliche Intelligenz wächst 2026 voraussichtlich um 48 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro.

Generative KI verdoppelt Ausgaben

Im Vorjahr hatte das Marktvolumen noch bei 19,4 Milliarden Euro gelegen. Grundlage der Berechnung des Digitalverbands Bitkom sind Daten des IT-Marktforschungsunternehmens IDC.

Die Ausgaben für generative KI sollen sich demnach von 5,7 Milliarden auf 11,5 Milliarden Euro verdoppeln. Anwendungen wie ChatGPT, Claude, Microsoft Copilot und Google Gemini machen damit rund 40 Prozent des gesamten KI-Marktes aus.

Software ist größter Ausgabenposten

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sagte, bei KI sei der Übergang von der Experimentierphase zu einem breiten produktiven Einsatz zu beobachten. Anwendungen würden inzwischen branchenübergreifend und in Unternehmen jeder Größe genutzt, um Prozesse zu beschleunigen und Produkte zu verbessern.

Auf KI-Software entfallen laut Verband 2026 voraussichtlich 16,0 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 65 Prozent. Für Dienstleistungen werden 6,8 Milliarden Euro veranschlagt, ein Zuwachs von 30 Prozent.

Markt soll 2027 weiter wachsen

Die Hardware-Investitionen sollen 5,8 Milliarden Euro erreichen und damit um 32 Prozent steigen. Für 2027 prognostiziert IDC ein weiteres Wachstum um 40 Prozent auf 40,3 Milliarden Euro.

Vom Testbetrieb zum Unternehmenseinsatz

Die prognostizierte Ausweitung des deutschen KI-Marktes markiert vor allem einen Wandel bei der Nutzung. Generative Systeme werden nicht mehr nur ausprobiert, sondern zunehmend in Arbeitsabläufe integriert – etwa für Text- und Datenverarbeitung, Kundenkommunikation, Softwareentwicklung oder interne Suche. Der größte Ausgabenblock entfällt deshalb auf Software, während Dienstleistungen für Einführung, Anpassung und Betrieb ebenfalls deutlich wachsen.

Investitionen schaffen Chancen und Abhängigkeiten

Für Unternehmen kann der Einsatz von KI Produktivität steigern und Entwicklungszeiten verkürzen. Gleichzeitig entstehen neue Anforderungen: Daten müssen geschützt, Anwendungen kontrolliert und Beschäftigte für den Umgang mit den Systemen qualifiziert werden. Ein größerer Markt bedeutet daher nicht automatisch, dass alle Firmen gleichermaßen profitieren.

Wettbewerb, Regeln und Infrastruktur

Das starke Wachstum erhöht den Druck, eigene KI-Kompetenz aufzubauen und geeignete Rechenkapazitäten bereitzustellen. Zugleich gewinnen Fragen nach Transparenz, Haftung und menschlicher Kontrolle an Bedeutung. Für Verbraucher und Beschäftigte dürfte entscheidend werden, in welchen Bereichen KI tatsächlich eingesetzt wird, welche Entscheidungen Menschen vorbehalten bleiben und wie Unternehmen Fehler oder falsche Ergebnisse auffangen.

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