KI-Kompetenzen: 62 Prozent Lohnaufschlag für Fachkräfte
15.06.2026 - 18:32:17 | boerse-global.de
Aktuelle Studien zeigen: Altlasten in Technik und Organisation blockieren Milliardenwerte.
Strategische Altlasten als Wachstumsbremse
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Eine Studie von Genpact und HFS Research beziffert das ungenutzte KI-Potenzial der „Global 2000“-Unternehmen auf rund 18 Billionen US-Dollar. 85 Prozent der Führungskräfte sehen sich durch sogenannte Altlasten ausgebremst. Die Untersuchung identifiziert vier kritische Bereiche: Datenqualität, veraltete Prozesse, technologische Infrastruktur und verfügbares Talent.
Besonders krass ist der Zustand der Datenbestände: Nur 33 Prozent der Unternehmensdaten gelten als KI-geeignet. Zudem gehen schätzungsweise 40 Prozent der Arbeitszeit durch ineffiziente Prozesse verloren. Die zentralen IT-Systeme in den Konzernen sind im Schnitt zehn Jahre alt. Nur sechs Prozent der Unternehmen schaffen es, diese Barrieren erfolgreich abzubauen.
Dabei lohnt sich der Umbau. Ein konsequenter Wandel könnte das Umsatzwachstum um acht Prozent steigern und die Kosten um 16 Prozent senken.
Zweigeteilter Arbeitsmarkt: KI-Kenntnisse bringen 62 Prozent mehr Gehalt
Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind deutlich spürbar. Ein PwC-Barometer zeigt: Während Stellenausschreibungen insgesamt nur um neun Prozent zunahmen, wuchsen KI-Positionen um 69 Prozent. Wer die richtigen Kompetenzen mitbringt, kann mit einem Lohnaufschlag von durchschnittlich 62 Prozent rechnen.
Unternehmen mit intensiver KI-Nutzung arbeiten 163 Prozent produktiver. Ihr Personalwachstum liegt mit 52 Prozent deutlich über dem Durchschnitt von 36 Prozent. Auffällig: In KI-exponierten Positionen wird siebenmal häufiger Führungskompetenz verlangt.
Doch die erhoffte Arbeitsentlastung bleibt oft aus. Viele Angestellte klagen über zusätzliche Belastungen durch neue Arbeitsabläufe. Forscher betonen: Organisation und Werkzeuge sind oft entscheidender als das KI-Modell selbst.
Deutsche Unternehmen erkennen die Zeichen der Zeit
In Deutschland hat das Thema massiv an Fahrt aufgenommen. Eine KPMG-Studie belegt: 98 Prozent der hiesigen Unternehmen bewerten KI heute als relevant – 2024 waren es noch 56 Prozent. Fast alle Firmen verfügen mittlerweile über eine KI-Strategie.
Trotzdem halten sich die Investitionen in Grenzen: 67 Prozent der Unternehmen planen, weniger als zehn Prozent ihres Budgets für KI auszugeben.
Während KI-Modelle immer komplexer werden, wachsen auch die rechtlichen und sicherheitstechnischen Anforderungen an deutsche Firmen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie Sie neue gesetzliche Vorgaben erfüllen und Ihre IT-Sicherheit proaktiv gegen moderne Bedrohungen absichern. Neue KI-Gesetze, neue Cyberrisiken: Was kommt wirklich auf Ihr Unternehmen zu?
Parallel entstehen neue Finanzierungsmodelle. Der Hamburger Roll-up-Fonds Generation Tech Partners will rund 50 Millionen Euro einsammeln. Ziel: gezielt deutsche Dienstleistungsunternehmen kaufen und durch KI modernisieren. Aus Traditionsfirmen sollen Plattformen entstehen, die nach fünf bis sieben Jahren an strategische Investoren verkauft werden.
Praxis und Sicherheit: Wo KI heute schon ankommt
In spezialisierten Bereichen läuft die Integration bereits. Eine Lösung zur intelligenten Kontierung in SAP-Systemen soll Durchlaufzeiten um bis zu 80 Prozent reduzieren. Der Fokus liegt auf On-Premise-Varianten – Sicherheitsrisiken der Cloud will man vermeiden.
Das Thema Sicherheit gewinnt ohnehin an Bedeutung. Für dieses Jahr rechnen Prognosen mit rund 66.000 registrierten Schwachstellen (CVEs) – eine Steigerung von über 46 Prozent. KI treibt sowohl die Entdeckung von Fehlern als auch potenzielle Angriffsszenarien voran.
Experten raten KMU insbesondere, Haftungsfragen und regulatorische Anforderungen wie die EU-KI-Verordnung oder die NIS-2-Richtlinie in ihre Planung einzubeziehen. Die Technologie mag verlockend sein – die Risiken sind es auch.
