KI-Infrastruktur: OpenAI und Nvidia bauen 500-Mrd.-Dollar-Rechenzentrum
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 14:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Energieentwickler SB Energy plant den Bau eines massiven Rechenzentrums auf dem Gelände einer ehemaligen Urananreicherungsanlage in Piketon, Ohio.
Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von 500 Milliarden US-Dollar markiert einen der bisher umfangreichsten Ausbauschritte für die Infrastruktur künstlicher Intelligenz (KI). OpenAI hat im Rahmen dieses Vorhabens bereits einen Pachtvertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren für eine Kapazität von 10 Gigawatt unterzeichnet.
Massive Infrastruktur auf historischem Industriegelände
Das geplante Vorhaben auf dem ehemaligen PORTS-Areal in Piketon soll erhebliche Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt haben. Laut Planungen werden rund 35.000 Stellen während der Bauphase sowie 2.500 dauerhafte Arbeitsplätze im laufenden Betrieb entstehen. Die Errichtung der Anlage ist als Langzeitprojekt angelegt und soll sich über einen Zeitraum von sechs Jahren bis ins Jahr 2032 erstrecken.
Das Projekt, das unter dem Namen PORTS-Pike geführt wird, stellt eine signifikante Erweiterung der bestehenden Kapazitäten von OpenAI dar. Bereits im Sommer des vergangenen Jahres hatte das unter dem Codenamen Stargate bekannte Infrastrukturprogramm der Organisation eine Kapazität von 5 Gigawatt überschritten.
Mit der neuen Anlage in Ohio wird eine IT-Kapazität von rund 8 Gigawatt angestrebt, wobei die Gesamtkapazität des Standorts bis zum Jahr 2030 auf 12 Gigawatt anwachsen könnte.
Nvidia als zentraler Finanz- und Technologiepartner
Ein wesentlicher Pfeiler des Vorhabens ist die Beteiligung des Chipherstellers Nvidia. Das Unternehmen stellt Finanzgarantien in Höhe von 108,5 Milliarden US-Dollar für das Datenzentrum bereit, die ab dem Geschäftsjahr 2029 wirksam werden sollen. Zudem investiert Nvidia direkt 1,5 Milliarden US-Dollar in das Projekt.
Als exklusiver Lieferant für Chips und Netzwerkausrüstung wird Nvidia jede Erweiterungsphase mit etwa 1,5 Millionen Grafikprozessoren (GPUs) bestücken. Analysten rechnen damit, dass der Konzern durch diese Kooperation Umsätze zwischen 150 und 200 Milliarden US-Dollar generieren könnte.
Die Finanzierung des 500-Milliarden-Dollar-Projekts wird durch ein Konsortium getragen, dem neben Nvidia auch SoftBank, Oracle, Microsoft und der Investor MGX angehören. Berichten zufolge wurden bereits 100 Milliarden US-Dollar der Gesamtsumme sofort ausgezahlt.
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Zur weiteren Absicherung der benötigten Energie hat sich Nvidia zudem eine Minderheitsbeteiligung an Cloverleaf Infrastructure gesichert, einem Unternehmen, das bereits über 7 Gigawatt an erschlossenen Grundstücken veräußert hat.
Strategischer Wandel und personelle Veränderungen bei OpenAI
Die Entscheidung für das Projekt in Ohio signalisiert einen Strategiewechsel bei OpenAI. Das Unternehmen rückt vom Modell des Eigenbaus von Infrastruktur ab und setzt stattdessen auf langfristige Pachtverträge.
Inmitten dieser Neuausrichtung verlässt Chris Malone, der bisherige Leiter der Datenzentrumssparte, das Unternehmen. Malone war erst im Vorjahr von Meta zu OpenAI gewechselt, um die Expansion der Stargate-Infrastruktur zu leiten. Sein Ausscheiden erfolgt vor dem für 2027 erwarteten Börsengang der Organisation.
Trotz der engen Partnerschaft mit Nvidia verfolgt OpenAI weiterhin eigene Hardware-Ambitionen. Erste Benchmarks eines in Zusammenarbeit mit Broadcom entwickelten Chips namens Jalapeño deuten auf eine gesteigerte Effizienz hin. Der Chip, der voraussichtlich 2027 verfügbar sein wird, soll den Durchsatz pro Kilowatt im Vergleich zur Blackwell-Generation von Nvidia nahezu verdoppeln.
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Nvidia meldet Rekordergebnisse im Datencenter-Geschäft
Die Dimension des Projekts in Ohio wird durch die jüngsten Geschäftszahlen von Nvidia unterstrichen. Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 96,22 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 106 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Der Bereich Datencenter steuerte dazu 89 Milliarden US-Dollar bei. Für das dritte Quartal gab das Management eine Umsatzprognose von 108 Milliarden US-Dollar ab. Neben dem organischen Wachstum treibt Nvidia seine Marktposition auch durch Akquisitionen voran, wie die Übernahme der Plattform Hugging Face für 12,9 Milliarden US-Dollar verdeutlicht.
